14.12.2015

Dem Abkommen der Pariser Klimakonferenz müssen jetzt Taten folgen

195 Länder und die EU haben sich beim Klimagipfel in Paris auf einen gemeinsamen Vertrag geeinigt, der im Kern die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius vorsieht. Damit hat die Weltgemeinschaft die Dekarbonisierung, also den Abschied von fossilen Energieträgern, wie Öl, Gas und Kohle, eingeläutet. Im rheinland-pfälzischen Klimaschutzgesetz sind bereits verbindliche Redutktionsziele für das Land benannt. Das Klimaschutzkonzept enthält Maßnahmenvorschläge, um diese Ziele zu erreichen. 

Der Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Thomas Pensel, äußert sich zu den Ergebnissen von Paris und zu den Konsequenzen für Rheinland-Pfalz.

Wenn Sie das Konferenzergebnis bewerten sollten, womit sind Sie zufrieden, was enttäuscht Sie?

Thomas Pensel: Es ist ein sehr positives Signal, dass die Staaten vereinbart haben, das Zwei-Grad-Ziel nicht nur einhalten zu wollen, sondern wenn möglich die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Allerdings reichen die bislang von den Staaten vorgelegten Klimaziele und Maßnahmen in Ihrer Gesamtheit allenfalls, um die Erderwärmung auf rund 2,7 Grad zu begrenzen.

Wurden Ihre Hoffnungen und Erwartungen in die Klimakonferenz in Paris erfüllt?

Ich bin sehr zufrieden mit den Beschlüssen von Paris, denn das Ergebnis ist ein klares Signal an alle Staaten, die Anstrengungen für die Reduktion der Treibhausgase deutlich zu erhöhen. Die internationale Gemeinschaft wird auch ein sehr waches Auge darauf haben, dass die nationalen Selbstverpflichtungen eingehalten werden und dass sie in regelmäßigen Zeitabständen auf ihren Erfolg hin überprüft werden.

Was kann in Rheinland-Pfalz konkret getan werden, um das Klima zu schützen? Was können Kommunen, Unternehmen, jeder einzelne Bürger tun?

Durch die Pariser Konferenz wurde nochmals sehr deutlich, dass alle Akteure – Kommunen, Unternehmen und Bürger – einen aktiven Beitrag zur Reduktion leisten müssen. Maßnahmen müssen sich daran orientieren, dass sie den langfristigen Zielen dienen. Bislang haben wir oft nur die niedrig hängenden Früchte geerntet. Das reicht auf Dauer nicht aus, geht es doch um einen tiefgreifenden Wandel unseres Energiesystems. In 35 Jahren soll bereits eine Klimaneutralität erreicht werden. Wer z.B. heute neu baut oder generalsaniert, schreibt den Energiebedarf eines Gebäudes auf mindestens 50 Jahre fest.

Wie kommt da die Energieagentur Rheinland-Pfalz ins Spiel?

Ein solcher Wandel weg von fossilen Energien hin zu einer Senkung des Energieverbrauchs und Abdeckung des Restbedarfs durch Erneuerbare Energien geht nur, wenn man hierfür eine langfristige Planung vornimmt. Die Energieagentur unterstützt die Akteure dabei durch konkrete Vorschläge und Angebote bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten für den Klimaschutz. Mit dem gerade beschlossenen Klimaschutzkonzept verfügt Rheinland-Pfalz über einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, den es nun umzusetzen gilt. Insofern sind die dort formulierten Ziele wesentliche Richtschnur auch für unsere weitere Arbeit.