19.11.2013

Besucher aus Polen informieren sich im Landkreis Cochem-Zell über Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit

Eine Gruppe von Mitgliedern der Landesregierung, Bürgermeister, Wissenschaftler und Politiker aus der polnischen Region Oppeln haben Mitte November im Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell Station gemacht.

Ziel war, sich vor Ort über die Klimaschutzaktivitäten des rheinland-pfälzischen Landkreises zu informieren, Kontakte zu knüpfen und Anregungen für die Arbeit zuhause mitzunehmen. Die Projekte des Landkreises Cochem-Zell zum Klimaschutz und der Nutzung von Bioenergie haben nicht nur deutschlandweit, sondern auch für Gebietskörperschaften in anderen EU-Ländern best-practice-Charakter. „Unser Landkreis ist im Bereich erneuerbarer Energien sehr aktiv. So befinden wir uns auf dem Weg zu einem Null-Emissions-Landkreis. Bis zum Jahr 2020 sollen die CO2-Emissionen um 50 % gesenkt werden. Dies soll durch vielfältige Maßnahmen in den Bereichen Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Verkehr erfolgen“, erklärte Landrat Manfred Schnur in seiner Begrüßung im Schützenhaus in Brachtendorf. „Windkraftanlagen, Fotovoltaikanlagen, Biomasseanlagen und Wasserkraftwerke sorgen im Landkreis für eine Stromerzeugung von jährlich rund 412 Million kWH. Cochem-Zell deckt als erster Landkreis in Rheinland-Pfalz seinen gesamten Strombedarf aus Erneuerbaren Energien“, so Schnur weiter. Beim anschließenden Besichtigungstermin des Güll-E-Werks von Stefan Bleser, steht dieser Rede und Antwort. „Unsere Anlage wird fast ausschließlich mit Reststoffen betrieben, welche vornehmlich auf unserem eigenen Hof anfallen. Die Anlage produziert jährlich Strom für ca. 170 Drei-Personenhaushalte a 3.500 kWh.“, so Stefan Bleser. „Durch den Ersatz der fossil betriebenen Heizungsanlagen zweier Wohnhäuser durch Wärmelieferung der Biogasanlage werden konventionelle Energieträger eingespart, was wiederum auch eine CO2-Minderung in Brachtendorf bedeutet. Zugespitzt kann man sagen, dass Brachtendorf in naher Zukunft bilanziell CO2-frei werden und vielleicht sogar noch zur CO2-Minderung an anderen Orten im Landkreis beitragen kann“, erläutert Nicole Jobelius-Schausten, Netzwerkmanagerin der Bioenergie-Region Cochem-Zell im Verein unser-klima-cochem-zell e. V. der Besuchergruppe.