Bad Ems erhält Bundespreis für Klimaschutz

Das Team aus Bad Ems mit Gratulanten bei der Preisverleihung in Berlin

Das Team aus Bad Ems mit Gratulanten bei der Preisverleihung in Berlin © Peter Himsel/Difu

Die Verbandsgemeinde Bad Ems ist vom Bundesumweltministerium für ihr Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet worden. Sie ist eine von zehn Siegern des bundesweiten Wettbewerbs "Klimaaktive Kommune 2018". Gestern wurde der Preis in Höhe von je 25.000 Euro von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, des Umweltbundesamtes und des Deutschen Instituts für Urbanistik übergeben.

Klimafreundliche Erdwärme für die Rathausbüros

Die Auszeichnung wurde der Verbandsgemeinde für die klimaschonende Beheizung des Rathauses mit warmem Grubenwasser vergeben. Über eine Nahwärmeleitung wird die Wärme des Wassers von einem benachbarten ehemaligen Bergwerkstollen zum Rathaus geleitet.

Bereits von der Antike bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden im Raum Bad Ems Kupfer sowie Blei-, Zink-, Eisen- und Silbererze abgebaut und verarbeitet. Eine Tradition, die mit der Überflutung der Stollen nach einem Stromausfall im März 1945 ein jähes Ende fand. In jüngster Zeit erlebt das Bergwerk jedoch eine neue und gleichzeitig intelligente Nutzung: Mit dem ganzjährig etwa 25 Grad Celsius warmen Wasser aus dem sogenannten „Stadtstolln“ werden die Büros und anderen Räume des Rathauses der Verbandsgemeinde ressourcenschonend beheizt. Im September 2017 fiel der Startschuss für die Baumaßnahmen, bereits am 3. Februar 2018 konnte die Anlage im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Kommunal- und Landespolitik sowie weiterer Gäste unter großem Presseinteresse eingeweiht werden.

Rheinland-Pfalz und die regionale Wirtschaft profitieren vom Projekt

Ein Ingenieurbüro aus Koblenz hat die Wärmepumpe im Rathaus geplant und das neue Heizsystem optimal eingestellt. Die Entwicklung der Wärmetauschermodule im Stadtstolln übernahm ein Planungsbüro aus dem benachbarten Bendorf. So profitierte auch die regionale Wirtschaft von der Maßnahme. Das Projekt wird vom Institut für geothermisches Ressourcenmanagement zusammen mit der Transferstelle Bingen wissenschaftlich begleitet. Das Forschungsteam bereitet die Projektergebnisse zur Umsetzung an weiteren geeigneten Alt-Bergbaustandorten in Rheinland-Pfalz auf. Das Umweltministerium Rheinland-Pfalz förderte das Vorhaben finanziell mit 50 Prozent der Gesamtkosten. Den Eigenanteil konnte die Kommune durch einen KfW-Kredit weiter reduzieren. Die Beheizung eines historischen öffentlichen Gebäudes (Baujahr 1901) dieser Größe mit warmem Grubenwasser ist in Rheinland-Pfalz einzigartig.

Youtube-Video zum ausgezeichneten Projekt

Zum Interview mit Klimaschutzmanager Nico Hickel und Gebäudemanager Lars Hilgert

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit