Bad Ems beheizt sein Rathaus regenerativ - mit Grubenwasser

Klimaschutzmanager Nico Hickel im Stadtstolln (© Verbandsgemeinde Bad Ems)

Ein enormes Potenzial steckt noch im Boden - in dieser Einschätzung waren sich alle Redner einig, die jetzt die Inbetriebnahme der Erdwärmeheizung für das alte Rathaus in Bad Ems feierten. Und einig waren sie sich auch in der Freude darüber, dass dieses Vorzeige-Projekt der Energiewende Wirklichkeit geworden ist.

Im Namen der Landesregierung dankte Staatssekretär Dr. Thomas Griese aus dem Umweltministerium dem langjährigen Verbandsgemeindebürgermeister Josef Oster für dessen Beharrlichkeit; Oster, mittlerweile  Bundestagsabgeordneter in Berlin, gab den Dank ans Land zurück und betonte, dass ohne die Landesförderung von rund 250.000 Euro sein eigenes Festhalten an dem Grubenwasser-Projekt kaum ausgereicht hätte, es wahr werden zu lassen.

Einzigartig in Rheinland-Pfalz

Jetzt aber läuft die Heizung - im Probetrieb völlig störungsfrei, wie Michael Münch von der Transferstelle Bingen (TSB) berichten konnte. Die TSB begleitet das Projekt wissenschaftlich, ist es in dieser Form in Rheinland-Pfalz doch einzigartig - noch. Denn alle Redner dieser Feier hoffen auf Nachahmer, allen voran Professor Georg Wieber, Chef des Landesamtes für Geologie und Bergbau, der als einer der „Väter“ dieser speziellen Erdwärme-Nutzung gilt.

Denn in Bad Ems wird Wasser genutzt, das aus ehemaligen Bergwerks-Stollen unter der Stadt hervortritt. Dessen das ganze Jahr über gleichbleibende Temperatur wird mittels einer Wärmepumpe auf deutlich über 50 Grad angehoben, sodass das Verwaltungsgebäude nun praktisch vollständig regenerativ beheizt wird.

Diesem Vorbild folgend, könnte die „Wärmewende“ noch in viele weitere Häuser einziehen, erklärt Professor Wieber: „Was wir bisher nutzen, das ist nur ein kleiner Teil des vorhandenen Wassers.“

Zum Bericht in SWR Aktuell