Bad Dürkheimer „Energiekarawane“ hält in Beschers Markthalle in Bad Dürkheim

Beim Energiecheck in Beschers Markthalle begutachtet Energieberater Persohn die Situation

Mit dem Charme eines Wochenmarkts ist Beschers Markthalle seit knapp 30 Jahren eine „feste Größe“ im Gewerbegebiet Bruch. Anfang der 1990er Jahre machten sich die Brüder Roland und Georg dort mit ihrem Unternehmen selbständig.

Das 100 m² große Kühlhaus errichteten die Beschers schon Anfang der 1990er Jahre, während sie noch einen mobilen Verkaufsstand betrieben. Einige Jahre später bauten sie die 350 m² große Markthalle.

„Seitdem haben wir keine Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude getätigt, obwohl die durchaus nötig wären und wir bereits verschiedene Ideen hatten“, so die Inhaber. Das Angebot des professionellen Energie-Checks, das die Stadt Bad Dürkheim in Kooperation mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz Unternehmen im Rahmen der „Energiekarawane“ gerade macht, nahmen die Beschers deshalb gerne an.

Der von der Energieagentur beauftragte Energieberater Christian Persohn hatte bereits vor dem Ortstermin einige Energiedaten von Beschers Markthalle erhalten. Die hohe Stromkostenrechnung von 19.000 Euro im Jahr lasse bereits erkennen, dass der größte Teil der Energie in den Betrieb des Kühlhauses fließe. „Unsere Waren haben alle unterschiedliche Bedürfnisse und müssen komplex gekühlt werden“, so Georg Bescher. Dies gelte sowohl für Obst und Gemüse als auch für Schnittblumen. „Waren, die früh vom Feld kommen, bedürfen weniger Kühlung und sind länger frisch und haltbar“, erklärt er. Daher gelte: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Der erste LKW fahre deshalb bereits um 4 Uhr morgens los zum Landwirt, um 11 Uhr seien dann alle Lebensmittel im Geschäft.

Es biete sich förmlich an, einen Großteil des benötigten Stroms über eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach und gegebenenfalls auch mittels einer zusätzlichen Glasüberdachung des Freibereichs mit semitransparenten PV-Modulen selbst zu erzeugen, so der Energieberater. Die Inhaber spielten ohnehin seit Längerem mit dem Gedanken, in Erneuerbare Energien zu investieren, so Georg Bescher. Außerdem, sagt er, stehe eine Erweiterung beziehungsweise der Bau eines zusätzlichen Kühlhauses an. „In Spitzenzeiten läuft es manchmal Tag und Nacht; und in der Saison, wenn die regionalen Produkte da sind, platzt das Kühlhaus aus allen Nähten.“

Beim Rundgang durch den Betrieb stellte der Energieberater weitere Optimierungspotenziale heraus: Die großen, einfach verglasten Fenster- und Türelemente könnten durch eine Ertüchtigung eine deutliche Verbesserung bringen. Weiterhin haben Beschers noch Leuchtstoffröhren im Einsatz, die durch wesentlich energieeffizientere LED-Leuchten ersetzt werden könnten. Im Verkaufsbereich ist eine Gebläseheizung im Einsatz. „Eine Strahlungsheizung wäre hier die wesentlich effizientere Alternative“, so Persohn. Auch die Dämmung der Gebäudehülle könnte im Zuge eines Gesamtkonzeptes untersucht werden, machte er deutlich.

Im Nachgang zur Betriebsbegehung erhalten Beschers nun ein Beratungsprotokoll von dem Energieberater, in dem die vorgeschlagenen Energieeffizienz-Maßnahmen aufgeführt sind.

Familie Bescher zeigte sich den Vorschlägen des Energieberaters durchweg aufgeschlossen und sieht sich in ihren eigenen Ideen nun in vielen Punkten bestärkt.