01.10.2015

Ausschreibungen für die Förderung Erneuerbarer Energien

Bis heute haben Verbände, politische Vertreter und von der Ausschreibung betroffene Akteure Zeit, zu dem im Juli veröffentlichten Eckpunktepapier „Ausschreibung für die Förderung von Erneuerbare-Energien-Anlagen“ Stellungnahmen einzureichen. Geplant ist, dass bis Ende 2016 die ersten Ausschreibungsverfahren durchgeführt werden können.

Mit dem Ausschreibungsmodell sollen

  • 1. die Ausbaukorridore für die verschiedenen regenerativen Energien eingehalten werden,
  • 2. der Wettbewerb dahingehend gefördert werden, dass die Ausbaukosten für regenerative Energien auf das erforderliche Maß beschränkt werden, d.h. erneuerbarer Strom soll nur in der Höhe vergütet werden, die für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen erforderlich ist und
  • 3. eine hohe Akteursvielfalt bei der Umsetzung von Regenerative-Energie-Projekten erhalten bleiben.

Zentrale Inhalte des Eckpunktepapiers

Ab 2017 sollen die Fördersätze für regenerative Energie-Anlagen (EEG-Vergütungssätze) für alle Anlagen in einem wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren zwischen den Anlagenbetreibern ermittelt werden. Die Ausschreibungen sollen über 80 Prozent des regenerativen Stroms erfassen. Da die einzelnen Technologien unterschiedliche Rahmenbedingungen aufweisen, wird das Ausschreibungsdesign technologiespezifisch eingeführt.

Für Onshore Windenergieanlagen gilt ab 2017, dass nur noch Projekte an der Ausschreibung teilnehmen können, die über eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz verfügen. Auch hier sind die Anlagen innerhalb von zwei Jahren nach Zuschlagserteilung zu errichten.

Für Offshore-Windanlagen werden pro Jahr die Flächen für zwei Windparks ausgeschrieben.  Die Regelung für Offshore-Windanlagen greift in der Nordsee erst ab 2024, in der Ostsee möglicherweise bereits ab 2021. Für 2021 bis 2023 ist eine Übergangslösung vorgesehen, in der jene Planer oder Projektierer an einer gesonderten Ausschreibung teilnehmen können, die bereits eine Genehmigung für einen Offshore-Windpark vorliegen haben oder in ihre Planung  weit vorangeschritten sind.

Bei der Photovoltaik soll das bereits laufende Pilotausschreibungsverfahren evaluiert werden. Für Anlagen auf Deponien, versiegelten Flächen oder Gebäuden, die größer als  1 MWp sind, soll das Ausschreibungsverfahren durchgeführt werden. Kleine und mittlere Photovoltaikanlagen auf Gebäuden mit einer installierten Leistung kleiner als 1 MWp bleiben ausgenommen.

Bei Biomasse-Anlagen, Wasserkraft-Anlagen und Geothermie-Anlagen wird vorerst auf das Ausschreibungsverfahren verzichtet.

Jetzt anmelden: Energieagentur informiert über Photovoltaik-Freiflächenausschreibung am 15. Oktober 2015 in Ludwigshafen

Erste Erfahrungen mit dem Ausschreibungsmodell für regenerative Energien konnten in Deutschland in diesem Jahr mit einer Pilotausschreibung im Bereich der Photovoltaik-Freiflächenanlagen gesammelt werden. Bereits zwei Ausschreibungsrunden wurden durchgeführt, in beiden Ausschreibungsrunden wurde das Ausschreibungsvolumen von jeweils 150 MW mehrfach überzeichnet. Insgesamt bekamen in den beiden Runden über 35 Gebote den Zuschlag. Die Projektierer haben nun zwei Jahre Zeit, ihre Projekte umzusetzen.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH organisiert in Kooperation mit dem Verband Region Rhein-Neckar und dem Solar-Cluster Baden-Württemberg e.V. am 15.Oktober 2015, an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein, Ernst-Boehe-Str. 4, 67059 Ludwigshafen die Veranstaltung „Solarinitiative: Photovoltaik-Ausschreibungsverfahren“. Hier finden sich detaillierte  Informationen sowie das Anmeldeformular.