Auf die Dächer ….. fertig, los

Diskussion über Maßnahmen aus dem Quartierskonzept; Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Trier, Longkamp: In Longkamp sollte der gewachsene Ortskern im Quartierskonzept betrachtet werden. „Wir hatten so viele Anfragen bei der Auftaktveranstaltung, dass auch weitere Personen den Fragebogen ausfüllen konnten“ so Ortsbürgermeister Klingels bei seiner Begrüßung. Erfreulich, dass auch zur Abschlussveranstaltung wieder viele Bürger gekommen sind, so Franz-Josef Klingels weiter.
Dr. Philipp Schönberger von der EnergyEffizienz GmbH stellte fest, dass der Rücklauf von einem Drittel der versandten Fragebögen sehr gut sei. „Oft liegt die Rücklaufquote bei etwa 10 %“ führte Philipp Schönberger weiter aus.
Von den Bürgern, die ihren Fragebögen zurückgegeben hatten, äußerten etwa 75 % Interesse an einem Nahwärmenetz. Die Gemeinde verfügt über 435 ha Laubwald und könnte die Biomasse möglicherweise direkt für das Nahwärmenetz nutzen.

40 Jahre auf dem Buckel?

Mehr als die Hälfte der Gebäude sind über 40 Jahre alt, fast die Hälfte der Fenster sind über 30 Jahre alt. „Das sei ein typischer Austauschzyklus für ein Bauteil wie Fenster“ so Dr. Schönberger. Eine Gebäudeoptimierung bringt neben einer hohen Kostensenkung von ca. 18 % eine Emissionsminderung um 83 %, ist also gut für die Umwelt und den Geldbeutel gleichermaßen. Schon eine Dämmung der Kellerdecke oder der obersten Geschossdecke, beide gehören zu den geringinvestiven Maßnahmen, bringt Einspareffekte. Diese können gesteigert werden, wenn beispielsweise eine Dämmung aufgebracht oder die alte ineffiziente Heizungsanlage ausgetauscht wird.
Oft sei das Argument zu hören, wie man sich denn Klimaschutzmaßnahmen leisten könne, so Philipp Schönberger. Das sei die falsche Frage denn es wäre besser sich zu fragen „wann wir anfangen, die Potentiale auszuschöpfen“. Pro Jahr könnten 339.000 Euro eingespart werden.
Für etwa 90 % der Gebäude ist eine Sanierung der Gebäudehülle wirtschaftlich sinnvoll.

Mehr Sonnenstrom

Ebenso sinnvoll und wirtschaftlich wäre es, in eine Photovoltaik-Anlage zu investieren oder auch in eine Wärmepumpe – die dann mit dem Strom vom eigenen Dach ökologisch sinnvoll betrieben werden könnte. Bei den Berechnungen im Rahmen der Quartierskonzepterstellung hat sich gezeigt, dass die kostengünstigste Optimierungsvariante die Installation einer Photovoltaik-Anlage, der Einsatz einer Wärmepumpe und dazu die Dämmung der Kellerdecke sowie der Austausch der Fenster wäre. Diese Kombination kann die Kosten um 14 % senken. Ein Austausch einer alten Ölheizung gegen eine erneuerbare-Energie-Anlage sei immer kostensenkender als der Austausch gegen eine neue Ölheizung, so Dr. Schönberger.

Bei der lebhaften Diskussion zu den nächsten Schritten war Tenor, dass ein Sanierungsmanagement erforderlich ist. Ebenfalls angesprochene Beratungsangebote für Bürger aber auch die Kommune könnten durch das Sanierungsmanagement übernommen werden. Anna Jessenberger vom Regionalbüro Trier der Energieagentur Rheinland-Pfalz wies zusätzlich auf die Energieberatung der Verbraucherzentrale hin. „Gegen einen geringen Unkostenbeitrag kommt der Energieberater auch direkt ins Haus“ so Jessenberger weiter. Interessant für sanierungswillige Bürger ist auch die geplante Ausweisung eines Sanierungsgebietes.