08.09.2017

Aktionswoche: Regionalkonferenz in Nastätten zum regionalen Klimawandel

Kommunale Entscheidungsträger tauschten sich in Nastätten mit Umweltministerin Höfken über Möglichkeiten aus, dem Klimwandel in der Region zu begegnen, Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Sonja Schwarz

Nastätten:Regionalkonferenz zum Klimawandel

Einer der Höhepunkte der diesjährigen Opens internal link in current windowAktionswoche fand im Bürgerhaus in Nastätten statt. Dort hatte die Energieagentur Rheinland-Pfalz zu einer Regionalkonferenz zum Klimawandel zwischen Rhein, Lahn und Aar eingeladen. Mit dabei auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken.

Höfken machte deutlich: "Der Klimawandel macht auch vor der Region zwischen Rhein, Lahn und Aar keinen Halt. So haben etwa die Starkregenereignisse im letzten Jahr etliche Ortschaften überflutet. Um sich künftig gegen extreme Witterungen zu wappnen, werden für alle Ortschaften der VG Loreley mit Unterstützung des Landes Hochwasserschutzkonzepte aufgestellt, weitere Kommunen in der Region ziehen nach“. Rheinland-Pfalz sei gerade beim erfolgreichen Engagement gegen den Klimawandel und bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen auf den Beitrag von Gemeinden angewiesen. Die Regionalkonferenz zeige: „Es gibt viele Vor-Ort-Initiativen, wie zum Beispiel die Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal, die sich erfolgreich gegen den Klimawandel einsetzen und die als Vorbild für weitere Kommunen dienen können“, so Höfken.

Bingen-Gaulsheim: Energie gewinnen aus Trinkwasser-Turbine und Photovoltaik

Rund 50 Binger Bürger ergriffen die Chance, bei der Führung im Wasserwerk Bingen-Gaulsheim einen Blick hinter die Kulissen des altehrwürdigen Wasserwerks zu werfen. Denn das Gelände, das im Vorbeifahren von der Landstraße aus fast nicht auffällt, hütet in seinem malerischen Gebäude einen Schatz, den kaum jemand vermutet. Klimaschutzmanagerin Ursula Vierhuis und die Mitarbeiter der Stadtwerke öffneten die Türen im Rahmen der Aktionswoche und gaben bei einer Führung Einblicke in die vorhandene Technik.

„Was kostet denn ein Kubikmeter Wasser?“ fragte Marco Mohr, technischer Werksdirektor, die Besucher bei der Begrüßung. Die geschätzten Antworten schwankten, waren aber allesamt zu hoch angesetzt: Ein Kubikmeter kostet zurzeit 1,93 Euro brutto und entspricht Trinkwasserqualität. Thomas Schöller und Julian Becker, beide Wassermeister führten die Besucher im AnschIuss in zwei Gruppen durch das Innere des Gebäudes. Schnell wird klar, hier hat sich einiges an der Technik getan; denn das Gebäude besteht im Prinzip nur noch aus der historischen Hülle und einem hohen leeren Raum, die Technik ist zwar komplex, füllt den Raum aber bei weitem nicht mehr aus. Nur am Rand und im Kellergeschoss sind die großen Leitungsrohre zu sehen, in denen das Wasser ins richtige Verhältnis gemischt wird, zum Beispiel was den Nitratgehalt angeht.

Im Wasserwerk wird auch das Thema Energie groß geschrieben: Dennis Frei erklärte, wie die Trinkwasser-Turbine den Druck aus der Trinkwasserzuleitung nutzt und über den angeschlossenen Generator Energie zurückgewinnt. Außerdem zeigte Klimaschutzmanagerin Ursula Vierhuis wie die umweltfreundliche Stromerzeugung noch ergänzt wird durch eine Photovoltaikanlage über dem riesigen Wasserbehälter. Der Strom aus beiden Anlagen wird direkt im Wasserwerk genutzt, so dass rund ein Fünftel des Stroms, den die Pumpen zur Wasserverteilung im Binger Stadtgebiet benötigen, kann direkt vor Ort erzeugt werden.

VG Daun: Umweltschonende Technik mit großem Sparpotenzial

Seit 2010 leuchten verschiedene  LED-Lampen in der Musterstraße von innogy SE in Müden. Etwa 20 Besucher, darunter Ortsbürgermeister und Mitarbeitende im „WEGE – Zirkel Energie“ der VG Daun, erlebten die unterschiedlichen Lichtfarben und –helligkeiten beim Rundgang.  „Wir haben in den letzten Jahren eine erhebliche Effizienzsteigerung bei LED“ so Ewald Steffens. Bei gleicher Lichtleistung wird bei manchen LED`s nur noch knapp die Hälfte an Strom verbraucht. Dimmbarkeit, eine ausgeklügelte Lichtsteuerung durch Linsen und die lange Lebensdauer sind weitere Vorteile.

Umrüsten lohnt sich: Schließlich machen die Kosten für den Betrieb der Straßenbeleuchtung in vielen Kommunen bis zu 50 % des gesamten Stromverbrauchs aus. Zudem punkten LEDs durch eine wesentlich längere Lebensdauer und einen nur geringen Lichtstromabfall sowie Wartungsfreundlichkeit.

Lahr (Hunsrück): Führung am Bürgerwindrad

Das Thema Energie steht nicht nur auf dem Lehrplan; rund 30 Schülerinnen und Schüler der Rheingrafen-Realschule im rheinhessischen Wörrstadt erlebten Windkraft jetzt live auf dem Hunsrück. In der Nähe des Dorfes Lahr betreibt die Energiegenossenschaft Solix ein „Bürgerwindrad“ - und nebenan vermittelt ein Windlehrpfad weiteres Wissen. Gemeinsam mit ihren Lehrern Gert Heil und Jürgen Meier-Credner ging es auch in den Sockel der Anlage, selbstverständlich mit Helmen geschützt und fachkundig informiert unter anderem von AboWind-Mitarbeitern und Petra Gruner-Bauer, Vorstandsvorsitzende der Solix-Genossenschaft.

Endspurt bei der Aktionswoche:

Zum Endspurt der Aktionswoche locken bis zum 10. September noch einige Highlight-Veranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz:

  • Am Sonntag, 10. September, laden die Gemeinde, die Energieagentur Rheinland-Pfalz und das „Planungsbüro kindt+schulz Architekten“ gemeinsam zum großen Solarfest ein. Von 13 bis 17 Uhr gibt es am und im Horner Gemeindehaus Informationen, Spiele und Experimente für Kinder, gute Gespräche, köstliche Kuchen und vieles mehr.
  • Am Marktplatz in Wittlich dreht sich am Samstag, 9. September, unter dem Motto "Nachhaltig. Mobil. Wittlich" alles um das Thema umweltbewusste Mobilität
  • "Die „Klimaschutz Region Rheinhessen-Nahe“ veranstaltet zusammen mit dem Stellwerk Wörrstadt und der Eventagentur simply do it den ersten "Klimabahnhof". Highlights sind u.a. eine Kleidertauschparty und Upcycling-Stände.

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