23.09.2016

Aktionswoche: Klein und Groß aktiv für den Klimaschutz in Rheinland-Pfalz

Baumpflanzaktion in Lindenberg: Klimaschutz & Klimaanpassung im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Baumpflanzaktion, „Wetterfrosch“ und Stromspeicherkampagne: So war der sechste Tag der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“.

Lindenberg: Baumpflanzaktion und Energiewerkstatt

Während der Aktionswoche haben die Schüler der Grundschule Lindenberg zusammen mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambrecht und Mitarbeitern der Energieagentur eine Winterlinde auf dem Waldspielplatz gepflanzt. Die Winterlinde ist „Baum des Jahres“ 2016 und hat eine historische Bedeutung im Wappen der Ortsgemeinde Lindenberg. Außerdem sind Bäume ein wichtiges Symbol für den Klimaschutz, da sie als CO₂-Speicher fungieren, sich dem Klima anpassen können und einen guten Schattenspender darstellen. Vor der Baumpflanzaktion nahmen die Kinder an der Energiewerkstatt der Energieagentur teil: An vier verschiedenen Stationen informierten sich die Kinder über einfache Energiespartipps und erneuerbare Energien.

Endlich Umdenken andenken

Die Klimaschutzmanagerin Tatiana Herda Munoz aus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm hat zu einem besonderen Event ins Rathaus geladen: Als Gastredner konnte sie Dr. Gunther Tiersch gewinnen, den Chefmeteorologen des ZDF, der allgemein auch als der „Wetterfrosch“ bekannt ist. Die Besonderheit hat diesem Abend: Tiersch ist nicht einfach „nur“ das Gesicht, das jeder aus dem Wetterbericht kennt, sonder Essenheimer und damit selbst Bürger der Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Es handelt sich also um ein Heimspiel für ihn, einen Vortrag im lokalen VG-Rathaus zu halten.

In seinem Vortrag „Klimawandel – Es geht um mehr als das Wetter“ zeigte er daher mit eindrucksvollen Bilder und Graphiken: Wetterereignisse stehen zwar zunächst für sich, aber die gehäuften Starkwetterereignisse der letzten Jahre zeigen ebenso wie die statistischen Aufzeichnungen des Wetters, dass die Entwicklung bedrohlich ist. Er bezeichnet sich selbst als „Pessimist“, wenn er darüber spricht und zeigt nicht nur, was bereits jetzt auf den Klimawandel zurück zu führen ist, sondern auch was uns in den nächsten Jahrzehnten noch bevorstehen wird. Er nimmt die weit über 100 Besucher gedanklich mit in die Zukunft. Er fordert sie auf, sich mit ihm ins Jahr 2030 zu begeben: die Anzahl kalter Tage, der sogenannten Eistage, habe bereits abgenommen, die Anzahl tropischer Nächte, also solche, die nicht unter 20°C abkühlen, dafür zugenommen. Es herrsche Wasserknappheit und der eigene Garten gebe ein trauriges Bild ab: aufgrund gesetzlich festgeschriebener Verbote dürfe aber nicht mehr bewässert werden. Der Rhein sei fast bis auf den Grund ausgetrocknet, die Selz seit Jahren nicht mehr da. Die fiese Tigermücke, ursprünglich in den Tropen beheimatet, mache sich seit Jahren in Rheinhessen breit und die Zahl der mit Denguefieber-Infizierten in der VG Nieder-Olm sei erschreckend nach oben geschnellt. Auch wer den Riesling und Grauburgunder zu schätzen wusste, müsse sich umgewöhnen: sie seien Rebsorten aus dem Süden gewichen und Weizen könne aufgrund der Wetterbedingungen gar nicht mehr in Rheinland-Pfalz angebaut werden.

Die anschließende Podiumsrunde sollte die Nieder-Olmer vor allem motivieren, dass jeder einzelne etwas zum Klimaschutz beitragen kann, sei es beim Konsum, beim Transportmittel oder auch im politischen oder ehrenamtlichen Engagement. Deutlich wurde gesagt, dass Klimaschutz nicht gleich Verzicht bedeuten muss, sondern auch im Kleinen schon beginnen kann und Spaß mache. Ein Zuhörer gab zu bedenken, die Menschen müssten damit beginnen, das Umdenken endlich anzudenken, bevor es zu spät sei.

Stromspeicherkampagne „Made in Altenkirchen“

Die Stromspeicherkampagne der Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen ist gestern während der Aktionswoche im Bürgerhaus Daaden vorgestellt worden. Klimaschutzmanager Stefan Glässner informierte die interessierten Gäste über die Förderung „Made in AK“. Bürgerinnen und Bürger des Landkreises können neben der Bundesförderung (22 Prozent Tilgungszuschuss) einen kreiseigenen Stromspeicherbonus (bis 500 Euro) bis zum 31. Dezember 2016 beantragen. Die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Batteriespeicher im Haus sind ein starkes Tandem, um einen hohen Autarkiegrad bei der Stromversorgung zu erlangen und sich langfristig gegenüber steigenden Strompreisen abzusichern, so Glässner.

Die Aktionswoche findet noch bis zum 24. September 2016 mit über 100 kostenfreien Veranstaltungen rund um die Themen Klimaschutz und Energiewende statt.

Weitere Fotos der Veranstaltungen sind in der Aktionswoche-Bildergalerie, bei Twitter und auf der Energieagentur-Facebookseite abrufbar.