Aktion „E-Carsharing in Bürgerhand“ in Traben-Trarbach gestartet

Bild (v.l.): Fahrzeugpaten Magdalen Stoilova und Dr. Klaus Pötter mit ihrem Sohn, Wolfgang Stein (kaufmännischer Vorstand der EwHM) , Dagmar Barzen (1. Beigeordnete, Mitglied des Gemeinderats Reil), Marcus Heintel (VG Bürgermeister Traben-Trarbach), Patrice Langer (Stadtbürgermeister Traben-Trarbach), Rainer van der Bosch (technischer Vorstand der EwHM), Christiane Thomas (ehrenamtliche Klimaschutzpatin aus Reil) und Maximilian Kinn (ehrenamtlicher Klimaschutzpate aus Traben-Trarbach). (Bildquelle: EwHM)

Der offizielle Start der Aktion „E-Carsharing in Bürgerhand“, kurz eCB, in Traben-Trarbach ist erfolgt. Am Standort Parkplatz Enkircher Straße/Brückenstraße und in Anwesenheit von Stadtbürgermeister Patrice Langer und Verbandsbürgermeister Marcus Heintel übergaben die beiden Vorstände der Energiewende Hunsrück-Mosel eG, Rainer van den Bosch und Wolfgang Stein, einen Renault Zoe an die beiden ersten registrierten Nutzer, Magdalena Stoilova und Ihren Mann Dr. Klaus Pötter. Dr.Pötter ist als Fahrzeugpate und „Kümmerer-vor-Ort“ auch erster Ansprechpartner für interessierte Neukunden. Das E-Auto wird unmittelbar neben einer öffentlichen Ladesäule stehen.

Keine zusätzliche Finanzmittel für das Projekt

Rainer van den Bosch, technischer Vorstand der Genossenschaft betont: „Für dieses Pilotprojekt wurde kein Bankkredit aufgenommen, es wurden weder staatlichen Fördergelder beantragt, noch sind Mittel aus dem Stadthaushalt geflossen. Es musste auch keine Arbeitszeit von Mitarbeitern aus der Verwaltung in Anspruch genommen.“

Die Anschubfinanzierung für das eCB wird ausschließlich über die Einlagen von privaten, aber genossenschaftlich organisierten Bürgerinnen und Bürgern aus der Region sichergestellt. Der ehrenamtlich arbeitende Vorstand der EwHM sorgt für die parktische Umsetzung und organisiert das Tagesgeschäft.

Beitrag zur regionalen Energiewende

Damit ist „e-CarSharing in Bürgerhand“ genau das, was der Name ausdrückt. „Dieses Angebot gibt es nur, weil sich Menschen aus der Region für die Verkehrswende in ihrem direkten Umfeld engagieren, weil sie für sich und die nachfolgende Generation eine nachhaltigere Form der Mobilität schaffen wollen - und weil die Stadt Traben-Trarbach diese Initiative unterstützt“, fügt van den Bosch hinzu.

In einer dreimonatigen Pilotphase soll jetzt getestet werden, ob die Auslastung des Fahrzeugs ausreicht, eCB nicht nur kostendeckend, sondern auch gewinnbringend betreiben zu können. Denn natürlich muss ein ausreichender Gewinn erwirtschaften werden, damit den Genossenschaftsmitgliedern eine Dividende für ihre Einlagen gezahlt werden kann.

In der Pilotphase soll auch mit der Stadtverwaltung eine langfristige Lösung zur Standortfrage des E-Autos und für mögliche zusätzliche Standorte in der Stadt abgestimmt werden.

Traben-Trarbach und Reil - Vorreiter unter den KlikK aktiv-Gemeinden

Die Aktion wird von den ehrenamtlichen Klimaschutzpaten von Traben-Trarbach unterstützt und begleitet.  Am 22. März wird, unter Leitung von Klimapate Maximilian Kinn, die Genossenschaft zusammen mit der Interessengruppe e-CarSharing in Traben-Trarbach eine Informationsveranstaltungen in der Stadt geben.

Auch die ehrenamtlichen Klimaschutzpaten aus der Gemeinde Reil, Dagmar Barzen und Christiane Thomas, sind an dem Projekt sehr interessiert. Sie waren bei den vorbereitenden Gesprächen ebenfalls anwesend und möchten E-Carsharing in naher Zukunft auch in ihrer Gemeinde anbieten.

Genossenschaft will ihr E-Carsharing-Angebot ausweiten

Die Energiewende Hunsrück-Mosel eG (EwHM) bietet individuelle Lösungen für den privaten, gewerblichen und kommunalen Mobilitätsbedarf an, ausschließlich mit vollelektrischen Fahrzeugen. „Ein nachhaltiges
E-Carsharing-Angebot kann nur in guter Kooperation mit Akteuren funktionieren, die sich vor Ort engagieren“, betont Rainer van der Bosch. „Deshalb ist ein frühzeitiger und transparenter Informationsaustausch zwischen den Parteien wichtig, wobei insbesondere die Zielsetzung und die Optionen zur geteilten Fahrzeugnutzung geklärt werden müssen.

„Nur wenn alle gemeinsam mitwirken, die Genossenschaft, die Kundschaft und die Kommune, entsteht ein Projekt von Dauer und zum Vorteil aller Beteiligter. Und die Stadt kann durch ihre Kooperation mit der Genossenschaft ihren Bürgerinnen und Bürgern und den vielen Touristen ein modernes Mobilitätskonzept anbieten - zusätzlich zu dem öffentlichen Nahverkehr“, so van den Bosch.

Der Kaufmännische Vorstand Wolfgang Stein fasst zusammen: „Wir hoffen, so gemeinsam eine Erfolgsgeschichte für Traben-Trarbach und für die Verkehrswende vor Ort zu schaffen, die noch oft in der Region kopiert wird.“

Lösungspaket für E-Carsharing: alles aus einer Hand

In den Lösungspaketen sind in der Regel Fahrzeug (mit allen technischen Voraussetzungen für die geteilte Buchung/Nutzung), Ladeinfrastruktur, Stromkosten, Hotline sowie die digitale Kundenregistrierung, die Buchungs- und Abrechnungssoftware enthalten. Die Regelung zur Deckung der Betriebskosten und des wirtschaftlichen Risikos wird nach Bedarf abgestimmt.

Die Ladeäule gibt es kostenlos 

Die Kosten für die Installation eines Ladepunkts trägt die EwHM. Der Ladepunkt ist in der Regel eine 22-kWh- Wallbox, die exklusiv dem E-Carsharing-Fahrzeug vorbehalten ist. Das Fahrzeug kann also nach der Rückkehr ohne Verzögerung geladen werden, sodass nachfolgende Kunden mit genügend Reichweite starten können.

Um eCB aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu gestalten, muss die Gemeinde Stellplätze in bester Lage ausweisen, die fußläufig gut zu erreichen sind. Auch sollten eCB-Fahrzeuge im gesamten Stadtgebiet grundsätzlich kostenlos parken dürfen. Nur wenn eCB-Nutzer praktische und finanzielle Vorteile gegenüber der Nutzung eines Zeitwagens erleben können, komme der dringend notwendige Verkehrswandel in Gang.

Für gewerbliche/private Kunden muss die Stellplatzfrage einzeln abgestimmt werden. Eine weitere Voraussetzung ist, dass ein Fahrzeugpate (Kümmerer) vor Ort für die übliche Reinigung und Sauberkeit des Fahrzeugs zuständig ist. Für den Aufwand steht dem oder der Fahrzeugpaten ein monatliches Freifahrt-Kontingent zu.

Projekt ist Thema beim nächsten Netzwerktreffen

Die ehrenamtlichen Klimaschutzpaten aus weiteren KlikK aktiv-Gemeinden in der Pilotregion Mittleres Moseltal haben ebenfalls Interesse, E-Carsharing auch in ihren Kommunen anzubieten. Beim für die Mitte April geplanten Netzwerktreffen wird das Projekt deshalb von Rainer van der Bosch und Klaus Pötter vorgestellt werden.