21.09.2015

Abschlusswochenende mit vielen Aktionen & Mitmachevents

Am Samstag ist die landesweite Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ zu Ende gegangen – mit vielen Aktionen und Mitmachevents. Hier geht es zur Bildergalerie des Abschlusswochenendes.

Industriegasturbine und Dampfhitzekessel hautnah erleben

Vergangenen Freitag öffnete die Firma Raschig ihre Tore: Die Besichtigung einer hocheffizienten Industrie KWK-Anlage, die von den Pfalzwerken gebaut und betrieben wird, stand auf dem Programm. Besucher konnten in der modernen Anlage Eindrücke von den Komponenten und der Funktionsweise einer Industriegasturbine und eines Dampfhitzekessels sammeln. Den erzeugten Dampf kann die Firma Raschig zu fast 100 Prozent direkt verwenden. Die hocheffiziente KWK-Anlage spart im Vergleich zur vorherigen Energieerzeugung jährlich 4.000 Tonnen CO2  ein.        

Schaustelle für die Energiewende

Ein Blick hinter die Kulissen modernen, nachhaltigen Bauens warfen gut 30 Besucher der Aktion „Gebäude der Zukunft – ressourcenschonend und energieeffizient“ in Zweibrücken. Michael Burkhard führte durch den Rohbau des neuen Firmensitzes des Ingenieurbüros Burkhard und der Sonnenplan GmbH. Zu sehen gab es unter anderem Ausführungsdetails der luftdichten Gebäudehülle und die Live-Herstellung einer Einblasdämmung aus dem Natur-Baustoff Holzfaser.

„Baustelle Live“ zeigte wie Familie Münch künftig „vom Schweinestall zum Esszimmer“ kommt

Bauingenieur Dieter Linden und Bauherr Elmar Münch hatten die Tore des früheren Schweinestalls am Freitag in Einig geöffnet, um Interessierten am Baustellenbeispiel „live“ zu zeigen, wie aus der alten Scheune der Familie schicker neuer Wohnraum werden kann. Keine Sorge: Die Münchs leben derzeit sehr gemütlich und behaglich im Haus nebenan. Das soll künftig vermietet werden. Denn schon bald will die Familie in die umfassend modernisierte und sanierte frühere Scheune ziehen.

Von Windrad zu Windrad: Wanderung auf dem Hunsrücker Höhenweg

Auf dem 5 km langen Lehrpfad zwischen dem Windpark Berglicht und Heidenburg der Abo Wind AG konnten sich die Teilnehmer an elf Stationen informieren. Der Windwanderweg erklärt interaktiv die Entstehung sowie stromerzeugungstechnische Nutzung von Wind. Außerdem konnten die Besucher ein Rotorblatt und mehrere Anlagen in Augenschein nehmen.

Gut besucht: „Stromsparen lohnt sich!“

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Vortrag von Energieberater Harald Richter bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz am 18. September: Im Vortrag „Stromsparen lohnt sich“ bekamen die Besucher viele Informationen, wie sie zu Hause mit verhältnismäßig einfachen Mitteln Stromenergie einsparen können.

Unternehmen: Energieaudit, Energiemanagementsystem & Umweltmanagementsystem

Für Unternehmer ging es am Freitag in Mainz um das Thema „Energiemanagementsysteme und Stromsteuer-Rückerstattung“: Die Referenten zeigten den Teilnehmern die Anforderungen bei den energie- und klimapolitischen Zielsetzungen der EU und der Bundesrepublik Deutschland auf. Im Detail ging es zum Beispiel um Steuerentlastungen bei der Ökosteuer (Energie- und Stromsteuer), Erstattung der EEG-Umlage für energieintensive Unternehmen laut EEG 2014, Voraussetzungen für die Erlangung des Spitzenausgleichs sowie des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) mit der Verpflichtung zur Durchführung von Energieaudits.

Aktionswochen-Klassiker mit jüngstem Teilnehmer

Beinahe schon eine Institution der Aktionswoche in der Westpfalz ist die Fahrradtour durch die Energielandschaft um Enkenbach-Alsenborn. Vorzeigeprojekte erneuerbarer Energieerzeugung – Biomassekraftwerk, Windrad, Solarpark – in der Ortsgemeinde standen am Samstag auf dem Programm und wurden von Klimaschutzmanagerin Lisa Rothe fachkundig erläutert. Dieses Jahr spielte der Wettergott mit, und so machten sich ein Dutzend Radler auf die „Tour de Enkenbach-Alsenborn“ - der jüngste Teilnehmer gerade sieben Jahre alt.

Pedelec-Fahrer steuerten „Tatorte der Energiewende“ an

Mehr als 30 Pedelec-Fahrer erkundeten am Samstag „Tatorte der Energiewende“: Von Landau aus ging es durch die Felder Richtung Windpark Offenbach/Queich. Hier öffnete der Betreiber EnergieSüdpfalz – ein Zusammenschluss von Kommunen und Gemeindewerken der Südpfalz – ein Windrad für die Gruppe und erläuterte die Technik. Sechs 2,5 MW-Anlagen werden in diesem Windpark von der EnergieSüdpfalz betrieben. Die Pedelec-Tour führte weiter nach Insheim: Im Geothermiekraftwerk bekam die Gruppe anschaulich dargestellt, wie 160°Celsius heißes Thermalwasser aus der Erde hochgepumpt wird, wie ihm die Wärme entzogen und Dampfdruck zur Stromgenerierung genutzt wird, bevor das auf 60° Celsius abgekühlte Wasser wieder in die Erde zurückgeführt wird.

Kleine Orte – große Wende: Solarfeld Kaifenheim lud zur Besichtigung ein

„Es sind die vielen Ideen, die die Energiewende so spannend und erfolgreich machen“, sagte Albert Jung, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch, anlässlich der Besichtigung des Solarfeldes am 19. September. Unter dem Motto: „Kleine Orte - große Wende“ – das Gold der ländlichen Räume waren insgesamt drei Erneuerbare-Energien-Anlagen im Landkreis Cochem-Zell zu sehen, wie zum Beispiel eine Windkraftanlage. In Düngenheim bot sich für Besucher die Möglichkeit, einen Blick in eine Windkraftanlage zu werfen. Dritte Station war eine Biogasanlage: Für Eigentümer und Landwirt Stefan Bleser aus Brachtendorf ist es wichtig, dass Bürger und Landwirte selbst Verantwortung übernehmen. Seine Meinung: „Eine kompakte Anlage sollte vielleicht standardmäßig auf Höfen seiner Größenordnung stehen. Allein um die dort anfallenden Reststoffe sinnvoll zu verwerten.“ Auf seinem Hof mit 120 Rindern sorgen die Tiere für den Treibstoff der Anlage: Sie wird zu 100 Prozent mit Gülle, Mist und Futterresten „gefüttert“. Daraus entstehen 75 Kilowatt Strom pro Stunde.

Energie in R(h)einform auf der Insel Niederwerth

Eine Wasserturbine zum Anfassen zog am Samstag viele Menschen auf die Rheininsel Niederwerth bei Vallendar. Die „Neue Energie Bendorf eG“ hatte zum Sommerfest und Aktionstag ins alte Wasserwerk eingeladen. Über 70 Interessierte bestaunten das Exponat und folgten den Vorträgen zu den geplanten Projekten der Energiegenossenschaft. Diese plant, den im Genehmigungsverfahren befindlichen Windpark bei Mayen zu erwerben und operativ zu betreiben. Der dort erzeugte Strom soll über das eigene Bürgerstromangebot in der Region vermarktet werden. Mit zehn Strömungsturbinen, die jeweils einen 5 kW Unterwasser-Generator antreiben, soll darüber hinaus im Rhein bei Niederwerth ein Pilotprojekt realisiert werden, das mehrere Vorteile vereint: ideale Fließgeschwindigkeit, kostengünstige Installation der Turbinen und direkte Einspeisung des erzeugten Stroms ins Niederspannungsnetz.