26.09.2016

Abschluss Aktionswoche: Kunst mit Energie - Auf zwei Rädern unter Strom

Ausstellung Preisverleihung "Bring Energie in die Kunst" in Ludwigshafen, Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Sonja Schwarz

Ludwigshafen: "Bring Energie in die Kunst"

Unter dem Motto „Bring Energie in die Kunst“ hat die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Wilhelm-Hack-Museum und  dem Klimaschutzbüro der Stadt Ludwigshafen sowie unARTig, der Kinder- und Jugendkunstschule des Kunstvereins Ludwigshafen und der Offenen Kreativ-Werkstatt Bad Dürkheim vier Kunstworkshops für Kinder,  Jugendliche und Erwachsene angeboten. Am 24. September 2016 eröffneten die Kooperationspartner die Ausstellung im hack-museumsgARTen. Die vier Jurymitglieder prämierten die einzigartigen und sehr kreativen Werke, in denen ausgesprochen viel Energie steckt:

„Energiekiste“: fantastisches 3-D Kino mit Fahrradantrieb (Offene Kreativwerkstatt, Bad Dürkheim)

Smoothiefahrrad  (Internationaler Frauentreff, Ludwigshafen)

Solarkarusselle und Windräder, Turbinentanz (Klasse 3 Gräfenauschule, Ludwigshafen)

Wimmelbild „Ein Tag ohne Strom“ (Klasse 3c, Wittelsbachschule, Ludwigshafen)

Groß- und Kleinniedesheim: Sauberer Strom aus 141 Metern Höhe

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Groß –und Kleinniedesheim wohnten der ökumenischen Segnungsfeier der vier Windenergieanlagen bei.  Mit einer Nabenhöhe von 141 Metern und einer Nennleistung von 2,4 Megawatt pro Anlage können die Anlagen  jährlich Strom für ca. 6.000 Drei-Personen-Haushalte erzeugen, bilanziell mehr als für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim.

Die „Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen“ (GAIA) betreut zahlreiche Windenergie- und Photovoltaik-Projekte im Südwesten Deutschlands und hilft dabei, die Energiewende vor Ort umzusetzen. „Ich wohne lieber 1 km von einer Windenergieanlage entfernt, als 20 km von einem Kernkraftwerk“, sagte Michael Walther, Ortsbürgermeister von Großniedesheim, bei der Einweihung der Windenergieanlagen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Elektrisch unterwegs auf zwei Rädern

Zum Abschluss der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ (er)fuhren Radler  mit Pedelecs den Koisdorfer Berg, das Ahrtal und hervorragendes Bauen. E-Bikes sind derzeit voll im Trend. Vor der Kauf-Entscheidung sollte eine Probefahrt stehen, denn es gilt einiges zu beachten. Die E-Bike-Tour des Regionalbüro Eifel-Ahr war so eine Gelegenheit ein Pedelec auch mal am Berg auszuprobieren und auf einer längeren Strecke. „Ich will zukünftig aus Umweltschutzgründen öfters mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, möchte aber nicht verschwitzt ankommen“ meinte ein Teilnehmer, der die Tour als Probefahrt nutzte. Elektromobil unterwegs zu sein entlastet die Umwelt – es werden weniger schädliche Treibhausgase ausgestoßen. Wer dann noch Ökostrom für die Akkuladung nutzt hat noch mehr für den Klimaschutz getan.

Gut für`s Klima sind auch die vorbildlichen Häuser, die die Radgruppe besuchte. In Sinzig-Koisdorf erhielt das KfW-40-Haus der Familie Krause/Steinmetzler die Auszeichnung der Energieagentur für besonders energieeffiziente Gebäude, „H.ausgezeichnet“. Das Haus von Doris Steinmetzler und Torsten Krause wurde vom Architekten Hans Hoppe aus Sinzig geplant und ist ein Energiegewinnhaus. Beheizt und gekühlt wird es über eine Wärmepumpe, die Photovoltaikanlage erzeugt den Strom dafür. „Wir würden sofort wieder so bauen“ so Herr Krause.
Architekt Michael Unger berichtete bei dem nächsten Stopp über den Umbau seines Hauses und den Einbau moderner Heiztechnik und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. „Interessant für mich war, was man alles im Bestand machen kann, z.B. die Erdsondentechnik für die Vorerwärmung der Luft“ fasste Michael Unger sein Motiv für den Umbau des eigenen Hauses zusammen. Der dem bestehenden Haus vorgesetzte Anbau ist ein Holzständerbauwerk. Auch in diesem Haus ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut.

Auch Familie Schumacher in Heimersheim ist mit ihrem Passivhaus sehr zufrieden. „Unsere Photovoltaikanlage hat jetzt im Sommer drei Mal mehr Energie produziert, als wir brauchen“ so Herr Schumacher, der zusammen mit Architekt Udo Heimermann das Passivhausprinzip und die Technik des Hauses vorstellte. Der Energieausweis zeigt: das Haus ist (fast) ein Null-Energie-Haus. Udo Heimermann wies auf die in 2021 wirksam werdenden Vorschriften hin, nach denen die Neubauten „nearly-zero“ Häuser sein müssen. Klug ist derjenige, der heute schon nach diesen Standards baut. Auch netzunabhängige Häuser sind möglich und bereits durch Herrn Heimermann gebaut. „Wir sind ganz begeistert darüber, diese verschiedenen Häuser gesehen und erklärt bekommen zu haben“ freuten sich Teilnehmer.

Ahraufwärts führte die Pedelec-Tour dann zum Weingut Kriechel nach Walporzheim. Die eigene Photovoltaikanlage versorgt das Weingut mit Sonnenstrom. Das größte private Weingut an der Ahr wird in der dritten Generation betrieben. Stefanie Kriechel war maßgeblich daran beteiligt, eine große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Winzerei zu installieren. „Bei unserem hohen Energiebedarf für Weinproduktion und Kühlung war es uns wichtig, den Strombedarf durch regenerative Energie zu decken“, so die Familie Kriechel.

Koblenz: Energiesparhelfer schonen das Klima und den Geldbeutel    

Bei schönstem Spätsommer-Wetter konnten sich am letzten Tag der diesjährigen  Aktionswoche Passanten in der Koblenzer Altstadt vor Ort ein Bild von dem BUND-Projekt „Energiesparhelfer – schonen das Klima und Ihren Geldbeutel“ machen. Das BUND-Regionalbüro Koblenz lud zu einem Info-Nachmittag in der Kornpfortstraße ein. Eva Nowatschin, Leiterin des Projektes, erläuterte den Interessierten, wie eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Energiesparhelfer und die anschließenden Energiechecks in Haushalten ablaufen. Die jüngeren Besucher nahmen währenddessen am Energie-Quiz der Energieagentur teil und testeten damit ihr Wissen zu dem Thema.

Cochem-Zell: Herausforderungen des Klimawandels in der Landwirtschaft anpacken

Neue Konzepte zur Nutzung pflanzlicher Ressourcen in der Land- und Forstwirtschaft waren Thema beim zweiten „Runden Tisch KlimaFolgenDialog Cochem-Zell“ in der Kreisverwaltung des Landkreises Cochem-Zell. Dr. von Francken-Welz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel stellte Beispiele aus Rheinland-Pfalz zum Anbau und zur Nutzung neuartiger Nutzpflanzen wie Miscanthus, Silphie oder Igniscum vor. Eine hohe Wertschöpfung entstehe, wenn diese Pflanzen zuerst stofflich und dann energetisch genutzt würden. „Wenn wir anstelle fossiler Rohstoffe verstärkt biologische Rohstoffe nutzen, kommen wir hin zur Bioökonomie“, so Dr. Volker Wenghoefer vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, der im Anschluss auf die Chancen der Bioökonomie zur Anpassung an den Klimawandel einging.