26.02.2014

9. Fachtagung "Gebäudeenergie und Wärmepumpe"

Foto: Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen - TSB

Wie bewähren sich Energievisionen in der Gebäudetechnik im Alltag? Diese Frage stand im Mittelpunkt der 9. Fachtagung „Gebäudeenergie und Wärmepumpe“ am 24. Februar 2014 an der Fachhochschule Bingen. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Transferstelle Bingen (TSB), der Energieagentur Rheinland-Pfalz und des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung.

Die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Energieministerin Eveline Lemke wies in ihrem Eröffnungsvortrag darauf hin, dass der Wärmebereich und die Gebäudetechnik von großer Wichtigkeit bei der Erreichung der Ziele der Energiewende sind. Die Lebenszykluskosten sollen bereits in der Planung in den Blick genommen werden, um in Gebäuden die bestmögliche Anlagentechnik einsetzen zu können.

„Unsere Energievisionen müssen auf den Prüfstand“, sagte Professor Thomas Giel, Tagungsleiter und wissenschaftlicher Projektleiter der Transferstelle Bingen (TSB). Allerdings müssen die Visionen umsetzbar sein und sich im Alltag bewähren.

Im Mittelpunkt der Fachvorträge standen die Erfahrungen bei der Umsetzung von Energiekonzepten für den Gebäudebereich. Die Referenten zeigten auf, dass sich technische Innovationen im Gebäudebereich vielfach bewährt haben. Ein Erfolgsfaktor bei der Planung und der Anwendung innovativer Technik ist, die gesamten Lebenszykluskosten eines Gebäudes im Blick zu haben. Damit rückt die Energiebilanz eines Gebäudes bei der Planung in den Vordergrund, nicht allein die Leistung von Anlagen. Um alle Einsparpotenziale konsequent zu identifizieren, sind außerdem einfache Energiekonzepte gefordert. Bereits bei der Bedarfsplanung soll auf die Technische Gebäudeausrichtung (TGA) eingegangen werden. Wird die TGA frühzeitig geplant, ist ein Variantenvergleich oder ein kostengünstiger Einbau möglich. Thema war auch die integrale Betriebsweise von Standardkomponenten. Beispielsweise kann ein Wasserspeicher sowohl als Pufferspeicher für solare Wärme als auch als indirekter Stromspeicher für die Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Unabdingbar sind neue Steuerungsinstrumente, die den intelligenten Einsatz von Energie gewährleisten.

Der intelligente Einsatz von Energie ist ohnehin ein Thema für viele Kommunen und Unternehmen. So ermöglicht ein technisches Gebäudemanagement Kosteneinsparungen bei niedrigen Investitionskosten. Um die kostengünstige Optimierung von Anlagen ging es auch bei einem spezifischem Anlagen-EKG, das 7.200 Messungen in 24 Stunden umfasst. Auf Basis der Messungen können Hinweise abgeleitet werden, wie durch Maßnahmen im nicht-investiven oder geringinvestiven Bereich Verbesserungen beim Betrieb von Anlagen erzielt werden können.

Weiteres Thema der Fachtagung: Maßnahmen zur Qualitätssicherung beim Einsatz von Einsatz Erneuerbaren Energien und beim Bauen. Eingegangen wurde auf die Normierung und Zertifizierung von PV- und Solarthermieanlagen und auf das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes (BNB), das beim Neubau der Fachhochschule Mainz Anwendung findet. Die Verbesserung der Qualität oberflächennaher geothermischer Anlagen soll Thema sein in dem neuen Geothermie-Netzwerk Rheinland-Pfalz, das derzeit von der Energieagentur Rheinland-Pfalz federführend vorbereitet wird.