03.07.2014

7. Windenergietag Rheinland-Pfalz: Fachleute diskutieren über die EEG-Reform und den naturverträglichen Ausbau der Windkraft

Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die möglichen Auswirkungen auf den weiteren Windkraftausbau in Rheinland-Pfalz war das bestimmende Thema des 7. Windenergietags am 2. Juli 2014 an der Fachhochschule Bingen.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Hüser ging vor den rund 260 Teilnehmern in seinem Eröffnungsvortrag auf die veränderten Rahmenbedingungen für Investitionen in Erneuerbare Energien im Zuge der EEG-Reform ein, insbesondere auf das Ausschreibungsverfahren, die Stichtagsregelung und die EEG-Umlage bei der Eigenstromerzeugung. Auch Stephan Grüger, Mitglied des hessischen Landtags, thematisierte die Auswirkungen der EEG-Reform.  

Das neue EEG kommt – worüber machen sich eigentlich die Banken Gedanken? Mit dieser Frage beschäftigte sich Christof Rosebrock von der DZ Bank. Er ging darauf ein, wie sich die verpflichtende Direktvermarktung auf die Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Projekten auswirkt und welche Risiken sich ergeben. Josef Werum von der in.power GmbH hatte die Direktvermarktung und die Markt- und Systemintegration von Erneuerbaren Energien im Blick und stellte unterschiedliche Vermarktungsmodelle vor. Thomas Neumann von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erläuterte, wann das Kapitalanlagengesetzbuchs (KAGB) für Bürgerwindparks Anwendung findet, wann ein Windpark ein Alternativer Investmentfonds (AIF) ist und was das für Energiegenossenschaften bedeutet, die in einen Windpark investieren wollen.

Harry Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Rheinland-Pfalz, plädierte für eine differenzierte Sichtweise auf den naturverträglichen Windkraftausbau und formulierte die Forderungen des BUND, z.B. in Bezug auf Abstandsregelungen oder die Notwendigkeit einer überregionalen Planung. Matthias Kaiser vom LANUV-Artschutzzentrum NRW stellte den Leitfaden „Umsetzung des Arten- und Habitatschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in NRW“ vor und Michael Huster von der Ingenieurgesellschaft für Immissionsschutz, Schalltechnik und Umweltberatung (ISU) setzte sich mit den Geräuscheinwirkungen von Windenergieanlagen auseinander. „Vom Gegner zum Partner – positiver Umgang mit Windkraftgegnern“ – das war das Vortragsthema des Psychologen Christian Semmler. Er gab Anregungen und Tipps zur Konfliktkompetenz und für die Kommunikation mit Bürgern. Einen Ausblick auf neue technische Möglichkeiten in der Windkraft bot Alexander Bormann von der EnerKite GmbH. Er stellte die Funktionsweise einer Flugwindkraftanlage vor und ging auf die Marktpotenziale dieser alternativen Technik ein.    

Der 7. Windenergietag Rheinland-Pfalz wurde von der Transferstelle Bingen (TSB) in Kooperation mit dem Bundesverband WindEnergie und der Energieagentur Rheinland-Pfalz ausgerichtet.

Weitere Informationen der Energieagentur Rheinland-Pfalz zum Thema Windenergie: Faktencheck „10 Fakten zur Windenergie“ und Dokumentation zur Fachtagung „Windenergie in der kommunalen Praxis“.