14.01.2015

2015 – Neue Regeln und Änderungen in Sachen Energie

Mit Beginn des neuen Jahres haben sich einige Änderungen bei rechtlichen Regelungen und Fördermöglichkeiten rund um Energie ergeben. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz fasst im folgenden einige Neuerungen kurz zusammen.

 

A Gesetze und Verordnungen

Dämmung unbeheizter Dachräume

Begehbare oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen müssen spätestens ab dem 31.12.2015 ausreichend (nach EnEV) gedämmt sein. Ausgenommen sind Ein- und Zwei-Familienhäuser, die die Eigentümer bereits vor dem 01.02.2002 selbst bewohnt haben, sowie oberste Geschossdecken, die bereits einen so genannten „Mindestwärmeschutz" haben. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Hausverkauf und Vermietung: Energiekennwerte

Die Angabe von Energiekennwerten in Immobilienanzeigen ist bereits seit Mai 2014 Pflicht. Nennen müssen Verkäufer und Vermieter:

·          das Baujahr des Hauses,

·          den Energieträger der Heizung,

·          den Endenergiekennwert aus dem Energieausweis und

·          die Art des Ausweises.

Ab 01.05.2015 gilt die Verletzung dieser Pflicht als Ordnungswidrigkeit. Wer einen Energieausweis hat, der nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurde, muss darüber hinaus die darin aufgeführte Effizienzklasse angeben. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Heizungsanlagen: Austauschpflicht für Ü-30-Heizkessel

Öl- und Gas-Standardheizkessel müssen künftig ausgetauscht werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gilt diese Pflicht jedoch nur, wenn das Haus nicht bereits vor dem 01.02.2002 vom Eigentümer bezogen worden ist. Sonst dürfen die alten Kessel weiter betrieben werden. In allen anderen Fällen beschränkt sich die Pflicht zum Austausch auf Konstanttemperatur-Kessel üblicher Größe; sie gilt dagegen nicht für Brennwert- oder Niedertemperaturkessel mit einem höheren Wirkungsgrad. Die Bedienungsanleitung der Heizungsanlage gibt meist Auskunft über den Kesseltyp.

Ferner gelten auch für Heizkessel, Kombiboiler und Warmwasserbereiter vom 26.09.2015 an verschärfte Effizienzanforderungen und außerdem eine Kennzeichnungspflicht mit dem EU-Energielabel. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Heizungsanlagen: Vorgaben für Kaminöfen verschärft

Strengere Vorgaben gelten seit 1. Januar 2015 für den Ausstoß von Staub und Kohlenmonoxid (CO) aus neuen Kaminöfen. Waren früher abhängig von der Geräteart 2,0 bis 2,5 Gramm CO pro Kubikmeter Abgas zulässig, so liegt der Wert für Neugeräte nun generell bei 1,25 Gramm. Der Grenzwert für Staub sinkt von 0,075 auf 0,040 Gramm je Kubikmeter (g/cbm). Diese Werte müssen im Rahmen der Typprüfung nachgewiesen werden, bevor ein Ofen auf den Markt gebracht wird. Wer einen neuen Kaminofen kauft, sollte deshalb darauf achten, dass er einen Nachweis über die Einhaltung dieser Werte gemäß der 2. Stufe der Bundes-Immissionsschutzverordnung erhält.

Für alte Öfen gilt weiterhin, dass sie höchstens 0,15 g/cbm an Staub und nicht mehr als 4 g/cbm CO ausstoßen dürfen. Handfeste Konsequenzen hat die Vorgabe jetzt allerdings für Öfen, die vor 1975 eingebaut wurden. Diese dürfen seit Jahresbeginn nur noch wärmen, wenn sie einen Staubfilter bekommen haben – sofern nicht nachgewiesen werden kann, dass sie unter den vorgeschriebenen Grenzwerten bleiben. Als Nachweis kann entweder ein Zertifikat des Herstellers dienen, das auch in einer Datenbank beim Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) eingesehen werden kann, oder eine Messung durch den Schornsteinfeger. Vor einer solchen kostenpflichtigen Messung sollten Verbraucher allerdings prüfen, ob es nicht sinnvoller ist, einen Staubfilter einzubauen oder einen Ofen zu kaufen, der weniger Schadstoffe abgibt. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Meldepflicht für Warmwasser- und Heizwärmezähler

Für neue Warmwasser- und Heizwärmezähler, mit deren Daten die Abrechnungen der Betriebskosten erstellt werden, gilt seit dem 1. Januar 2015 eine Anzeigepflicht. Sowohl Hauseigentümer als auch Wohnungseigentümergemeinschaften müssen ein solches Gerät spätestens sechs Wochen, nachdem sie es in Betrieb genommen haben, melden. Dies wird bundesweit im Internet (www.eichamt.de) möglich sein und bei den jeweils für das Mess- und Eichwesen zuständigen Landesbehörden. Diese Erfassung dient dazu, zentral feststellen zu können, ob Eichfristen eingehalten werden. Wer seinen Zähler nicht meldet, riskiert ein Bußgeld. Geräte, die zum Jahreswechsel bereits in Betrieb waren, müssen nicht gemeldet werden. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Euro-6-Norm für Diesel-Pkw

Seit 1. Januar 2015 gelten für Diesel-Pkw verschärfte Abgasnormen: Sie müssen bei der Erstzulassung ihren Schadstoffausstoß gemäß der Euro-6-Norm nachweisen. Der zulässige Stickoxidausstoß wird erheblich reduziert: von derzeit 180 auf 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer. Autokäufer sollten darauf achten, dass in der Fahrzeugzulassungs-Bescheinigung die Typ-Prüfung nach Euro 6 eingetragen ist. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

KWK-Aufschlag ab 1. Januar 2015

Für die Betreiber von KWK-Anlagen ändert sich ab 1. Januar 2015 der KWK-Aufschlag. Detaillierte Informationen sind hier abrufbar.

 

B Förderung

Vor-Ort-Beratung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat die Förderung von Vor-Ort-Energieberatungen mit der Richtlinie vom 29. Oktober 2014 stärker an die Bedürfnisse der Praxis angepasst:

Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten; max. 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und max. 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.

Zuschuss in Höhe von 100 Prozent der förderfähigen Beratungskosten für die zusätzliche Erläuterung des Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung; max. 500 Euro.
Der Kunde einer Vor-Ort-Beratung hat nach der neuen Richtlinie außerdem eine Wahlmöglichkeit mit Blick auf den Inhalt des Energieberatungsberichts:
Er kann wählen zwischen der Erstellung eines energetischen Sanierungskonzepts für:

·         eine Sanierung des Wohngebäudes (zeitlich zusammenhängend) zum KfW-Effizienzhaus (Komplettsanierung) oder

·         eine umfassende energetische Sanierung in Schritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen (Sanierungsfahrplan).

Detaillierte Informationen sind hier abrufbar.


Unternehmen

Ab 1. Januar 2015 sind Konzepte zur Abwärmenutzung förderfähig

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit hohem Prozesswärmebedarf sollten jetzt eine Energieberatung mit Fokus auf Abwärmenutzung in Anspruch nehmen. Denn die Beratungskosten sind für KMU ab sofort bis zu 80 Prozent förderfähig. Die Bundesregierung bezuschusst erstmals die Erstellung von Konzepten zur Abwärmenutzung im Rahmen einer geförderten Energieberatung, um auch in KMU Abwärmepotenziale besser zu erschließen. Entsprechende Anträge können Unternehmen ab 1. Januar 2015 über das Förderprogramm „Energieberatung im Mittelstand“ beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Höhere Zuschüsse im Förderprogramm „Energieberatung Mittelstand" ab Januar 2015

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gestaltet das Förderprogramm „Energieberatung im Mittelstand“ attraktiver. Durch eine neue Richtlinie wird ab 2015 neben der reinen Beratungsleistung nun erstmals die Begleitung der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen durch den Energieberater förderfähig. Zusätzlich wird der maximale Förderbetrag auf 8.000 Euro erhöht.

Die neue Richtlinie tritt am 01.01.2015 in Kraft und endet am 31.12.2015.

Sie gilt für alle Anträge, die in diesem Zeitraum bei der Bewilligungsbehörde eingehen. Vor diesem Zeitpunkt eingehende Anträge werden nach den Bestimmungen der Richtlinie vom 10. Februar 2012 (BAnz. S. 823) behandelt.

Die Antragstellung erfolgt nun über die BAFA und nicht mehr über die KfW. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Ab 01.01.2015 höhere Zuschüsse für Mini-KWK-Anlagen

Für Mini-KWK-Anlagen gelten ab dem 1. Januar verbesserte Förderkonditionen. Vor allem im kleinen Leistungsbereich wurden die Zuschüsse deutlich angehoben. Besonders energieeffiziente Anlagen erhalten einen zusätzlichen Bonus.

Anträge für die Förderung von Mini-KWK-Anlagen, d. h. Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 20 Kilowatt, können beim BAFA eingereicht werden. Die neuen Konditionen gelten für Anträge, die ab dem 1. Januar 2015 beim BAFA eingegangen sind.

Die Liste der förderfähigen Anlagen, das aktuelle Antragsformular sowie weitere wichtige Hinweise zum Antragsverfahren sind zusammen mit der novellierten Richtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hier abrufbar.

Förderung Querschnittstechnologien (u.a. LED) – Richtlinienänderung 2015

Ab Januar 2015 ist eine neu gefasste Förderrichtlinie für hocheffiziente Querschnittstechnologien in Kraft getreten.

Die Änderungen bei Einzelmaßnahmen auf einen Blick:

·         Nassläuferumwälzpumpen: neuer Energieeffizienzwert gefordert, EEI ≤ 0,20.

·         Der Ersatz von Kreiselpumpen wird nicht weiter gefördert.

·         LED-Beleuchtung:

Die Antragstellung im Bereich Einzelmaßnahme ist bis zum 30. April 2015 möglich. Die <del>.</del> Fördersätze für LED-Beleuchtung im Bereich Einzelmaßnahmen sind

auf 20 Prozent für kleine und mittlere Unternehmen und auf 10 Prozent für sonstige Unternehmen reduziert worden.

Der kompletter Austausch der Leuchte ist erforderlich; der Ersatz eines LED-Leuchtmittels in einer Bestandsleuchte (LED Retrofit) wird nicht gefördert.

Änderungen bei der systemischen Optimierung:

·         Neuer Fördertatbestand: Dämmung von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen.

·         Eine Förderung nach AGVO ist nicht mehr möglich.

·         Der Energieberater bzw. das Beratungsunternehmen muss nachweislich in der KfW-Beraterbörse oder der Liste für Energieeffizienz-Experten der dena gelistet oder vom BAFA für das Programm „Energieberatung im Mittelstand" anerkannt sein.

Weitere, allgemein gültige Änderungen:

·         Gewerbeanmeldungen werden neben dem Handelsregister- und  Handwerksrollenauszug als Nachweis für eine unternehmerische Tätigkeit akzeptiert.

·         Die Frist zum Einreichen der Verwendungsnachweisunterlagen nach Ende des  Bewilligungszeitraums wurde von sechs auf drei Monate verkürzt.

Weitere Informationen sind hier abrufbar.

 

Kommunen

Förderung von Contracting-Beratungen ab Februar 2015

Das Förderprogramm soll einige Hürden beseitigen, die potenzielle Interessenten daran hindern, Energiesparprojekte mittels Contracting umzusetzen. In einem ersten Arbeitsschritt werden deshalb die Liegenschaften und Anlagen der Auftraggeber von einem Experten dahingehend geprüft, ob sie sich grundsätzlich für Effizienzmaßnahmen im Zuge von Contracting eignen, und Empfehlungen über die Wahl des potenziell zielführendsten Energiesparmodells abgeben. Aufbauend auf dieser Analyse wird in einem zweiten Schritt entweder die professionelle Unterstützung bei der Umsetzung eines Energiespar-Contracting-Projektes oder – sofern sich dieses als nicht geeignet erweist – bei der Ausschreibung anderer Contracting-Modelle erfolgen.

Die Förderung dient ferner der Umsetzung von Artikel 18 der EU-Energieeffizienzrichtlinie, nach der die Mitgliedstaaten den Energiedienstleistungsmarkt fördern, u.a. durch Dienst-leistungsprojekte im Bereich Energieeffizienz.

Höhe der Zuwendungen: 80 Prozent der zuwendungsfähigen Beratungsausgaben (Nettoberaterhonorar), maximal  2.000 Euro. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Förderung von Energieeffizienz-Netzwerken von Kommunen ab Mitte Januar 2015

Zwei Drittel des Energieverbrauchs im öffentlichen Sektor entstehen in den rund 12.000 Gemeinden und Landkreisen. Diese bieten daher hohe Einsparpotenziale. Zur Steigerung der Energieeffizienz können sich Kommunen im Rahmen dieses Förderprogramms zusammenschließen und gemeinsam, mittels Unterstützung durch ein Netzwerkteam, Energieeinsparungen erkennen und generieren.

Netzwerk- und Energieexperten sollen diese Energieeffizienznetzwerke initiieren, geeignete Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs identifizieren und die Umsetzung von Einsparzielen, die sich die Netzwerkteilnehmer selbst setzen, begleiten. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Initiative Energieeffizienz-Netzwerke  von Unternehmen

Ziel dieser Initiative ist es, bis zum Jahr 2020 rund 500 neue Netzwerke zu etablieren und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe zu leisten.
Ein Energieeffizienz-Netzwerk besteht aus acht bis 15 Unternehmen. Jedes Unternehmen setzt sich mit Hilfe eines erfahrenen Energieberaters ein Einsparziel und unterlegt dies mit Maßnahmen. In einem moderierten und vom Energieberater begleiteten Erfahrungsaustausch im Netzwerk setzen sich dann die Unternehmen ein gemeinsames Effizienzziel für ihre Netzwerkarbeit. Ergebnisse aus einem Netzwerke-Projekt haben gezeigt, dass die teilnehmenden Unternehmen ihre Energieeffizienz nach drei bis vier Jahren im Vergleich zum Branchendurchschnitt deutlich stärker verbessern, ihre Treibhausgasemissionen im Schnitt um 1000 Tonnen CO2 reduzieren und ihre Energieproduktivität doppelt so schnell wie der Branchendurchschnitt erhöhen konnten. Weitere Informationen sind hier abrufbar.