29.09.2016

2. Kirchenfachtagung: Beim Klimaschutz genügt es nicht zu wissen, man muss auch handeln und umsetzen“

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Markus Frey

Im Edith-Stein-Haus in Kaiserslautern fand die zweite landesweite ökumenische Fachtagung für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen zu den Themen Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH statt.

Die Landesenergieagentur nutzte die Veranstaltung, um den rund 50 Teilnehmern aus Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen praxisnahe Tipps und Impulse zu vermitteln, wie Klimaschutzmaßnahmen in Gemeinden und Einrichtungen umgesetzt werden können, um damit einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung sowie zur Entlastung des Kirchenbudgets zu leisten.

In einer  Einstiegsrunde  stellten einige Kooperationspartner ihre Klimaschutzaktivitäten vor: die Bandbreite reichte von der Lebensstilkampagne „Gutes Leben. Für alle!“ über die Klimainitiative „EnergieBewusst“ bis zur Initiative „Zukunft einkaufen“.

Außerdem erhielten die Teilnehmer am Vormittag Anregungen zur Förderung von klimaschonendem Verhalten sowie zum Energie- und Umweltmanagementsystem Grüner Hahn (bzw. Grüner Gockel).

DerNachmittag war vier Fachforen gewidmet. Im Forum „Heizungsoptimierung in kirchlichen Liegenschaften“ wurden u.a. Stromspareffekte durch Energieeffizienz und Energiesuffizienz aufgezeigt. So appellierte Horst Billes (Ingenieurbüro für Energieberatung Billes, Karlsruhe: „Effizienz alleine reicht nicht sondern wir müssen auch an die notwendige Suffizienz denken“. Suffizienz steht in der Ökologie für das Bemühen um einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch. Der Begriff wird auch im Zusammenhang mit dem Begriff des nachhaltigen Konsums  gebraucht.

Im Forum „Öko fair handeln“ ging es um viele kleine Schritte und Wege zum nachhaltigen Einkauf. Hier erläuterten Katja Voss (ELAN e.V.) und Richard Band (Referent Umwelt, Klima, Energie der Ev. Kirche in Rheinland) die Sozial- und Umweltstandards beim kirchlichen Einkauf.

Im dritten Forum berichtete Hartmut Baden aus dem Beirat des Umweltnetzwerks Kirche Rhein-Mosel e.V. praxisnah über seine Erfahrungen aus dem Projekt Energiesparen in Kirchengemeinden, das praxisnahe Hilfestellungen für kirchliche Gemeinden und andere kirchliche Insti­tutionen bei Fragen der Energieeinsparung und der Nutzung regenerativer Energien vermittelt.

Im IV Forum „Potenziale und Möglichkeiten der Umstrukturierung von Kirchengebäuden“ erläuterte Dekanin Barbara Kohlstruck , Evangelische Kirche der Pfalz, die wichtigsten Erkenntnisse des Planungs- und Beteiligungsprozesses im Kirchenbezirk Ludwigshafen:

•       Es braucht das Wissen (Finanzen, Mitgliederentwicklung, Gebäudezustand…).

•       Es braucht den Willen.

•       Es braucht Personen, die das Thema auf der Tagesordnung halten – auf allen Ebenen.

•       Es braucht Konzepte.

•       Es braucht einen langen Atem

Um ein Standortnetz an die veränderten Rahmenbedingungen, etwa den demografischen Wandel,an schrumpfende  Kirchengemeinden und sinkende Kirchensteuereinnahmen anzupassen.

Zum Abschluss stellte Sibylle Wiesemann (Klimaschutzmanagerin der Ev. Kirche der Pfalz)  Vorbildgemeinden des Jahres 2016  vor, die erfolgreichen Klimaschutz in der Praxis umgesetzt hätten. Diesen Kirchengemeinden (darunter die Prot. Kirchengemeinde Altenglan) hätten mit dazu beigetragen, dass die pfälzische Landeskirche bis zum Jahr 2015 das Ziel erreicht habe, im Gebäudebereich 25 Prozent an klimaschädlichem  Kohlenstoffdioxid einzusparen. Der Energiebeauftragte der Gemeinde Altenglan, Ernst-Otto Jöhnke, hatte seine Arbeit und die Projekte (u.a. attraktives Pfarrhaus auf dem Land: Dach gedämmt, neue Fenster, Pelletheizung und Solarthermie) seiner Vorbildgemeine vorgestellt.

Insgesamt wurden bisher im Rahmen der Klimaschutzinitiative der pfälzischen Landeskirche 20 Vorbildgemeinden ausgezeichnet. Auch für 2017 sind wieder Bewerbungen bei der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz möglich. Für gelungen umgesetzte Konzepte werden 1000 Euro ausgelobt.