Elektrofahrzeuge im Fuhrpark von Kommunen und Unternehmen

Elektroautos sind im Kommen. Mehr als 100 Gäste informierten sich am Freitag, 22. April 2016, beim Fachforum der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein zum Thema Elektromobilität für Kommunen und Unternehmen.

Die Förderprogramme seitens des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) werden von der Öffnet externen Link in neuem FensterNationalen Organisation Wasserstoff-und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH) betreut. Dominique Sévin gab einen Überblick über die Marktsituation und den Status Quo der Entwicklung im Bereich Elektromobilität in Deutschland. Seit einigen Jahren laufen in mehreren Schaufenster- und Modellregionen Pilotprojekte zur Elektromobilität, die Forschung und Entwicklung vorantreiben. Auf die Förderrichtlinie Elektromobilität ging er genauer ein. Der zweite Förderaufruf läuft aktuell noch bis zum 6. Mai. Die Förderrichtlinie besteht aus drei Säulen: (a) der Beschaffung von Elektrofahrzeugen und dem Aufbau der Ladeinfrastruktur, (b) der Erarbeitung kommunaler Konzepte und Studien und (c) der Forschung und Entwicklung zur Unterstützung des Markthochlaufs. Die Öffnet externen Link in neuem FensterGemeinschaftsinitiative "Wir Westerwälder!", zusammengesetzt aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und dem Westerwaldkreis, wird den Förderantrag stellen. Lars Kober von der Kreisverwaltung Altenkirchen koordiniert die Antragsstellung, die sich auf die erste Säule, die Beschaffung der Elektroautos für die Integration in die Fahrzeugflotten und den Aufbau einer öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur, konzentriert. Das BMVI gewährt Investitionszuschüsse bei der Anschaffung. Neben den Verwaltungen der Landkreise haben auch einige Verbandsgemeindeverwaltungen ihr Interesse signalisiert, sich am Antrag zu beteiligen. Es sei aber noch möglich, auf den Zug aufzuspringen, auch gegenüber Interessenten außerhalb des Westerwaldes, betonte Kober.

Katrin Freiberg vom Umweltamt der Stadt Koblenz und Ulrich Elsenberger von der Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) stellten die Kooperation „Öffnet externen Link in neuem FensterInitiative E-Mobilität Koblenz“ vor, die aus einem gemeinschaftlichen Projekt aus den Jahren 2011-13 entstanden war. Katrin Freiberg schilderte die Erfahrungen – positive wie negative – und auch die aufgezeichneten Fahrleistungen, die mit der Nutzung der verschiedenen Elektroautos gesammelt werden konnten. Nach wie vor wird ein Elektroauto als Dienst- aber auch als Carsharing-Fahrzeug in Koblenz angeboten.

“Practice what you preach” ist das Motto von bridgingIT. Klaus Baumgärtner schilderte, wie das Mannheimer Consulting-Unternehmen bei der Öffnet externen Link in neuem FensterElektrifizierung seiner Langstrecken-Dienstwagenflotte vorgegangen ist. Innovationsbereitschaft, Nachhaltigkeit aber auch das Image standen für das Unternehmen im Mittelpunkt der Überlegungen. Die extrem hohen Mobilitätskosten, die ein Fuhrpark mit rund 160 Fahrzeugen verursacht, stellten für bridgingIT den einzigen Hebel dar, um die CO2-Bilanz des Unternehmens merklich zu verbessern. Daher entschloss man sich, ein integriertes Mobilitätskonzept zu erstellen und Elektroautos zu ermöglichen. Inzwischen verfügt bridgingIT über die größte E-Langstreckenflotte in Deutschland und bemerkt keinerlei Beeinträchtigungen. „Ja, es geht!“, resümiert Klaus Baumgärtner kurz und knapp die Strategie seines Unternehmens.

Über die individuellen Erfahrungen mit Elektroautos in ihren Fuhrparks berichteten in anschließenden Kurzinterviews Marco Lenz von Öffnet externen Link in neuem FensterMANN Naturenergie und Martin Schneggenburger, der ein Gartenbaubetrieb führt. Der regionale Ökostromversorger MANN nutzt fünf Dienstwagen im Fuhrpark, von denen drei Elektroautos sind. Einen speziellen Anreiz setzt das Unternehmen mit der privaten Nutzung der Fahrzeuge für die Arbeitnehmer. Martin Schneggenburger berichtete von seinen Erfahrungen mit dem Elektroauto, und verwies auch auf einige Schwachstellen bei seinem Modell, was den Akku betrifft.

Janine Mielzarek von der regionalen Projektstelle Elektromobilität in Offenbach stellte die Öffnet externen Link in neuem FensterModellregion Rhein-Main vor, die bereits seit 2009 Projekte umsetzt. Den Ladenetzverbund für Stadtwerke und Energieversorger und wie das System im Alltag funktioniert präsentierten Dr. Mark Steffen Walcher von der Öffnet externen Link in neuem Fenstersmartlab Innovationsgesellschaft und Oliver Weyer von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim im Tandem. Smartlab hat mit ladenetz.de ein Abrechnungssystem für die Ladeinfrastruktur entwickelt, welches bereits 64 Stadtwerke in Deutschland nutzen.

Das Schlusswort gehörte Oberbürgermeister Professor Dr. Joachim Hofmann-Göttig, der die Wichtigkeit der Elektromobilität betonte und zur Ausstellung der Fahrzeug- und Technik-Anbieter im Rahmen des Tags der Elektromobilität überleitete. Die Stadt Koblenz verfügt auch über ein besonderes Praxisbeispiel im Bereich der nachhaltigen Mobilität: Die Festung Ehrenbreitstein kann bequem mit der Seilbahn vom anderen Rheinufer erreicht werden.