27.07.2018

Wie Unternehmen Energie und Kosten sparen

(v.l.) Dieter Oppenhäuser und Stefan Müller entdecken im Heizungskeller große Einsparmöglichkeiten (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Welches Unternehmen hat schon viel Zeit, sich mit „Randthemen“, die nicht unmittelbar die Kernaufgaben betreffen, zu beschäftigen? Die Energieverbräuche werden in vielen kleinen und mittleren Unternehmen allenfalls bei der Begleichung von Rechnungen wahrgenommen. Doch schlummern in den Betrieben meist große Einsparpotenziale, die nicht immer mit teuren Investitionen gehoben werden müssen. 

Genauer hinschauen lohnt sich 

„Genauer hinschauen lohnt sich immer“, betont Renate Michel vom Koblenzer Regionalbüro der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Dazu animiert die KMU-Energiekarawane der Energieagentur kleine und mittlere Betriebe. Ein kostenfreier Energiecheck zeigt erste Tipps und Wege zu mehr Energieeffizienz im Betrieb und damit zu Kosteneinsparungen auf. Diesen nutzte auch Stefan Müller, Geschäftsführer und Schreinermeister der Alfons Müller GmbH. Müller wurde durch die Information des Umweltamtes Koblenz aufmerksam, das die „Energie-Karawane“ nach Koblenz holte. 

Bis zu 60 Prozent Energieeinsparung bei der Beleuchtung

Gemeinsam mit Dieter Oppenhäuser, Ingenieur und Energieberater aus Niederburg, machte sich Müller auf die Suche nach Energiefressern in seinem Betrieb. Zunächst ging es in die große Werkstatt der seit 60 Jahren bestehenden Bau- und Möbelschreinerei. „Dort wird morgens zuerst einmal das Licht angemacht“, so Müller. Hier empfiehlt Oppenhäuser den Austausch der vorhandenen Leuchtstoffröhren durch LED-Technik. Durch die Verwendung von LED-Retrofits, anstatt komplett neuer LED-Leuchten, lassen sich die Investitionskosten gering halten. LED-Retrofits sind passende Ersatzleuchtmittel mit LED-Technik für die vorhandenen Fassungen, so Oppenhäuser. Auch im Keller sieht der Energieberater Potenzial. „Das Licht bleibt meistens an, wenn jemand etwas aus dem Keller holt“, seufzt Müller, aber auch hier hat Oppenhäuser einen Tipp auf Lager: „Die LED-Retrofits gibt es auch mit Präsenzmeldern, die automatisch ausgehen, wenn niemand mehr im Raum ist“. Beim Kauf von LEDs sollte man darauf achten, dass die Rückseite einen Alu-Körper hat, damit die entstehende Wärme besser abgeführt werden kann. Mit geringem Zeitaufwand können so, laut Oppenhäuser, rund 60 Prozent Energie eingespart werden und die Investitionskosten haben sich in etwa zwei Jahren amortisiert.

Einsparung bereits ohne Investition möglich

Ebenfalls im Keller steht der Kompressor zur Drucklufterzeugung, und auch hier gibt es Optimierungsbedarf. „Durch jedes Bar Druck, das zu viel erzeugt wird, gehen rund sieben Prozent an Energie verloren“, erläuterte Oppenhäuser. Durch eine bedarfsgerechte Einstellung können hier unnötige Kosten gespart werden und dafür sei keine Investition notwendig. Beheizt wird das Gebäude durch eine Gasheizung. Die zusätzlich installierte Holzheizung, die mit den anfallenden Holzspänen der Schreinerei betrieben wird, läuft inzwischen seltener. „Was brummt denn hier so?“ fragte Oppenhäuser und spürte direkt noch eine Einsparmöglichkeit auf. 

Denn die Heizungsanlage war noch nicht auf den Sommerbetrieb umgestellt. Die Umwälzpumpe lief durchgehend, obwohl an den Heizkörpern keine Wärme abgenommen wurde. „Das ist nicht nur schlecht für den Geldbeutel, sondern auch für die Pumpe“, sagte Oppenhäuser den wahrscheinlich vorzeitigen Verschleiß dieser Pumpe voraus. Durch das an die Schreinerei angeschlossene Bestattungsinstitut ist eine automatische Nachtabsenkung der Heizungsanlage nicht möglich, daher empfiehlt der Energieberater programmierbare Thermostatventile für die Werkstatt sowie für die Büros. Auch durch den Wärmeverlust über die Gebäudehülle geht Energie und Geld verloren. Hier will Müller als erstes ansetzen, denn aufgrund von Undichtigkeiten wird das Dach der Werkstatt saniert, und es werden neue Fenster eingebaut. 

Energiecheck gibt einen guten Überblick über Einsparpotenziale

„Gerade wenn man wenig Zeit hat erhält man durch den Energiecheck einen guten und kompakten Überblick“, resümierte Müller. Oppenhäuser fasste im gemeinsamen Abschlussgespräch noch einmal zusammen, dass die von ihm vorgeschlagenen Einsparmaßnahmen überwiegend schnell zu realisieren seien und sich in recht kurzer Zeit amortisieren. Detaillierte Berechnungen von Kosten und Nutzen sowie Hilfestellungen zur Umsetzung sind laut Michel dann mit einer geförderten Energieberatung möglich.

Wer seinem Betrieb einen Energiecheck gönnen möchte, meldet sich bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz unter Telefon 0631 20575 7141 oder per E-Mail an Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailunternehmen(at)energieagentur.rlp(dot)de.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.

 

Kontakt: Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Telefon: 0631/ 205 75-7141

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