18.04.2017

Vortrag: "Divestment - Weil Geld ein wirksames Gestaltungsmittel ist"

Am Donnerstag, 11. Mai 2017 referiert Frau Dr. Brigitte Bertelmann, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau über die Divestmentstrategie ihrer Landeskirche. Diese ist Teil des Gesamtkonzeptes der Landeskirche für mehr Klima- und Umweltschutz. Der Vortrag wird vom Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. organisiert und findet am 11. Mai 2017, 18.00 Uhr, im ISSO Institut, Kornpfortstraße 15, Koblenz statt.


Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. unterstützt Kirchengemeinden zum einen ganz praktisch bei ihren Anstrengungen zur Energieeinsparung und zum Umweltschutz. Zum anderen will das Umweltnetzwerk aber auch Wege in die Zukunft weisen, die einen umfassenden Umbau unserer Gesellschaft für mehr Nachhaltigkeit erfordert. Im Rahmen dieses Engagements hat das Umweltnetzwerk Kirche Frau Dr. Brigitte Bertelmann eingeladen.


Dr. Brigitte Bertelmann ist stellv. Leiterin des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Referentin Wirtschaft und Finanzpolitik und hat maßgeblich an der Divestmentstrategie ihrer Landeskirche mitgearbeitet.


Unter Divestment wird eine Geldanlagestrategie verstanden, die einen schrittweisen Ausstieg aus Investitionen in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen vorsieht. Gleichzeitig wird bei Neuanlagen besonders auf Anlagemöglichkeiten geachtet, die alternative, erneuerbare Energieträger und –techniken unterstützt oder die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit besonders ressourcen- und energieeffizienter Produkte und Verfahren bewusst fördern. Diese Divestmentstrategie sollte eingebettet sein in ein Gesamtkonzept eines Anlegers, der im Rahmen seiner Möglichkeiten zu Klima- und Umweltschutz beitragen will.
Kirchen, die für sich eine Divestmentstrategie entschlossen haben, betrachten Geld als ein wirkungsvolles Gestaltungsmittel, für deren Folgen wir Verantwortung tragen. Dazu gehört in besonderer Weise die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung, die Erhaltung von bedrohtem Lebensraum in vielen Teilen der Welt, der Schutz von Menschenleben und Lebensgrundlagen gerade in armen Ländern, deren Bevölkerung überdurchschnittlich stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden, sollte das 2-Grad-Ziel nicht erreicht werden.


Die gesellschaftliche Debatte zu diesen Fragen muss sich letztlich darum drehen, wie wir unseren ressourcenintensiven Lebensstil und unser wachstumsorientiertes Wirtschaftssystem so umbauen können, dass die Erde als Lebensraum für die heutigen und für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Divestment kann ein Signal sein, dass wir es ernst meinen, auch wenn es um Geld geht.


Um eine Anmeldung zum Vortrag wird gebeten bei Rüdiger Kape, Opens window for sending emailruediger.kape(at)kvmyk(dot)de; Tel. 0261/108-420.