23.04.2015

„Sind wir noch zu retten?!“

Diskussion um die die Energiewende: Alle wollen sie - aber über unterschiedliche Wege. Von links: Dr. Werner Langen MdEP, Professor Dr. Peter Heck vom Umweltcampus Birkenfeld und Hauptgeschäftsführer Reinhard Horre vom Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen

 

Steht die Zukunft der Energiewende auf dem Spiel? Darüber machten sich Dr. Werner Langen, Mitglied des europäischen Parlaments und Prof. Dr. Peter Heck vom Umweltcampus Birkenfeld intensive Gedanken. Der Fachverband Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen hatte dazu nach Koblenz eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Gastgeber und Vorstandsvorsitzenden des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik, Helmut Gosert, gab zunächst Prof. Dr. Heck vom Umweltcampus Birkenfeld sein Statement ab:

Er schilderte, wie im August letzten Jahres die Energiewende Schaden genommen habe.  Zu dem Zeitpunkt hatte die Bundesregierung Fördermittel für Solar- und  Biogasanlagen mit der Novelle des Gesetzes zum Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) drastisch gekürzt. In der Folge sank die Investitionsbereitschaft dramatisch. Von dem abrupten Fördermittel-Stop habe sich die Branche bis heute nicht erholt, so Heck. Der Wechsel sei ausgerechnet zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem deutsche Firmen dabei waren, sich ausländische Märkte zu erschließen.  Diese Expansion sei in der Folge in sich zusammengefallen, sagte der Professor. Für Heck sei es unverständlich geblieben,  wie die Bundespolitik die Gelegenheit unter anderem zur Förderung der regionalen Kaufkraft und damit zur Stärkung des ländlichen Raumes, ungenutzt verstreichen ließ.

Dr. Werner Langen stellte gleich zu Beginn seiner Ausführungen klar, dass er als Politiker für sein Handeln zur Verantwortung gezogen werde. Dieses unterscheide  ihn von dem Professor, der in seiner Funktion Forderungen stellen könne. Deutschland, so Langen müsse als Exportland Rücksicht auf die Weltlage nehmen. Trotz aller Bemühungen werde Deutschland auch zukünftig Energie importieren müssen. Einseitige Subventionen zu Gunsten nationaler Anbieter behinderten den Warenverkehr und sollten daher immer auf den Prüfstand gestellt werden. Als überzeugter Europäer nehme er diese Haltung auch im europäischen Parlament wahr. So führte er an, dass er sich gegen den Neubau eines britischen Atomkraftwerkes ausgesprochen habe. Wirtschaftlich ließe sich dieses nur durch erhebliche Subventionen der EU betreiben.

Im Anschluss an die Statements und nach einem direkten Thesenaustausch zwischen Langen und Heck stellten die Besucher der Veranstaltung viele Fragen zum Thema Energiepolitik des Bundes.  In weiteren Diskussionsbeiträgen brachten die Anwesenden, unter ihnen Vertreter regionaler Netzwerke, jeweils ihre Ansichten zur Energiewende zum Ausdruck. Diese wurde von den Anwesenden insgesamt als richtiger Weg eingeschätzt.