03.09.2015

Programm vorgestellt: Aktionswoche "Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie" startet vom 11. bis 19. September 2015

Mit landesweit über 120 Veranstaltungen zur Energiewende ist das Spektrum der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ genau so breit wie im vergangenen Jahr. „Aber doch noch etwas attraktiver – vor allem für die verschiedenen Zielgruppen in den Regionen“, sagte Oliver Kring von der Energieagentur Rheinland-Pfalz aus dem Regionalbüro Rhein-Mosel-Eifel in Koblenz bei der Vorstellung der Aktionswoche in Koblenz.

„Wir haben in diesem Jahr für unseren Bereich Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und Stadt Koblenz drei Schwerpunktbereiche festgelegt, wenn sich vom 11. bis 19. September bei uns alles um die erfolgreiche Energiewende im Land dreht: 1. Angebote für alle, 2. Bürgerenergie, 3. Veranstaltungen für Fachleute. „Wir wollen damit alle Interessierten an der Energiewende noch gezielter, noch mehr und noch besser ansprechen“, sagt Kring. So kommt das regionale Angebot allein auf knapp 20 Termine. „Und wer im neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald mit dem Pedelec auf Tour gehen möchte oder „Elektrisch durch die grüne Hölle“ gehen, pardon: fahren will,  wird auch bei unseren Kollegen in der Region Eifel-Ahr oder der Region Trier ein tolles Angebot finden. Für alle ist etwas dabei – ob regional oder im ganzen Land“, ist sich Kring sicher.

Angebote für alle: Damit sind vor allem „Blicke hinter die Kulissen“ gemeint. So gibt es unter der Motto: „Kleine Orte  - große Wende“ drei Stationen bei Großanlagen zwischen Mayen und Cochem. Windräder sieht man überall: Aber nur von außen. Mal einen Blick in den riesigen Turm zu werfen, ist schon ein echtes Erlebnis. Das bietet zum Beispiel die Höhenwind GmbH in Düngenheim. Und wer ahnt schon, dass solche Anlagen in einer Stunde den Jahresverbrauch eines 1-Personen-Haushalts liefern, ergänzt Matthias Bollmann, Beiratsvorsitzender bei Höhenwind. In Kaifenheim können Interessierte sich das Solarfeld der ZSK (Zukunftsprojekte Schieferland Kaisersesch) Kaisersesch ansehen, einer Anlage so groß wie ein ganzes Fußballfeld, alle Fakten hält dort Michael Steffens für die Besucher bereit. Und im drei Kilometer entfernten Brachtendorf stellt Landwirt Stefan Bleser eine der Modernsten Kompakt-Biogasanlagen Deutschlands vor. „Vor dem Namen ‚Güll-E-Werk‘ braucht sich niemand zu fürchten – üble Gerüche sind Geschichte. Es gibt nichts zu riechen, dafür viel zu erfahren“, sagt Bleser. Er führt den Besuchern den Kreislauf von der Viehhaltung, über die Biogasgewinnung bis zur Erzeugung von Strom und Wärme vor. Das ganze gibt’s am 19. September in einzelnen Stationen von 14-15 Uhr, 15.30 bis 16.30 Uhr und von 17 bis 18 Uhr.

Zweiter Schwerpunkt:  Bürgerenergie. Als Bürger von der Energiewende profitieren ohne großes Risiko? Das kann funktionieren. Ein Beispiel dafür ist die Neue Energie Bendorf eG. Das Prinzip der Bürgerenergiegenossenschaften? Menschen schließen sich zur Genossenschaft zusammen, jeder zahlt einen festen Genossenschaftsanteil, und wenn genügend Genossen dabei oder Anteile verkauft sind, realisiert man ein Projekt. Die Neue Energie Bendorf hat zum Beispiel ein MYK-Stromprojekt mit reinem Ökostrom im Angebot und bietet in Bendorf Car-Sharing mit einem Elektrofahrzeug an. Diese und zwei neue Projekte – ein Windparkvorhaben in Mayen und ein Wasserstromprojekt in Niederwerth - werden an einem Aktionstag am 19. September in Niederwerth ab 15 Uhr vorgestellt.

Information für Fachleute gibt es am 14.09. unter dem Motto: „Unendlich viel Energie“ zur Wasserstoff Brennstoffzelle auf dem Tannenhof in Hambuch in der Eifel. Dort werden die Chancen für Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge vorgestellt. Der Tannenhof betreibt eine der größten Solaranlagen in Rheinland-Pfalz und will mit überschüssigem Strom Wasserstoff herstellen. Damit könnten nach Ansicht von Hofbetreiber Georg Valder Brennstoffzellen-Autos betrieben werden.

Und wie effizient Unterkunftsbetriebe heute arbeiten – das können sich Fachleute bei der de Haye’schen Stiftung auf der Koblenzer Karthause am 15. September ansehen. Das Haus zur Betreuung älterer Menschen betreibt ein Blockheizkraftwerk und gewinnt daraus Strom und Wärme für den Betrieb. Darüber hinaus sorgt modernste Anlagentechnik für höchste Effizienz und vergleichsweise niedrige Verbräuche.

Davor und dazwischen können sich die Menschen zum Beispiel im Verteilnetzzentrum von Westnetz in Saffig die Netzleitstelle ansehen. Die Besucher erfahren, wie schnell und effizient Störungen im Netzsystem beseitigt werden und welches System heute hinter der weitgehend störungsfreien Stromversorgung in Deutschland und bei uns in der Region steht.

Außerdem gibt es bei Westnetz eine Führung zur Trafostation. Wo sich Hochspannungsleitungen, Mittel- und Niederspannung kreuzen um schließlich als Hausstrom bei den Verbrauchern anzukommen. Dabei erfahren die Besucher auch gleich wie das System von Hoch-, Mittel- und Niederspannung funktioniert. „Die Bedeutung der alltäglichen Versorgung nimmt man eigentlich erst dann wahr, wenn sie einmal ausfällt. Das passiert inzwischen zwar höchst selten“, erläutert Jutta D’Orazio von Westnetz, „aber was dann passiert, wie engagiert und effizient unsere Kollegen dann arbeiten – auch das erfährt man bei den Terminen am 19.9 von 12 bis 14 Uhr.“

„Man sieht: viele Institutionen, Unternehmen, Kommunen und Menschen beteiligen sich mit großer Leidenschaft an der Energiewende. Hier bietet die Aktionswoche Rheinland-Pfalz das große Forum im Land: Hier können alle ihre erfolgreichen Projekte zur Energiewende im Land vorstellen. Und sie sehen selbst, wie weit wir hier bei uns im Land schon gekommen sind!“, hält Oliver Kring von der Energieagentur fest.

Das Programm der Aktionswoche ist auf der Webseite der Energieagentur Rheinland-Pfalz unter www.energieagentur.rlp.de/veranstaltungen/aktionswoche/  abrufbar und ist auch als Online-Veranstaltungskalender mit komfortabler Suchfunktion nach Datum und Region unter aktionswochenkalender.energieagentur.rlp.de/ verfügbar.