15.06.2015

Müllenbach im Landkreis Cochem-Zell startet in Energiedorfprojekt

Nach Kaisersesch, Alflen und Ellenz-Poltersdorf ist Müllenbach die 4. Kommune, die nach Übergabe der Förderzusagen von Bund und Land ins Energiedorfprojekt starten kann. In dem Projekt sollen integrierte Quartierskonzepte aufzeigen, welche technischen und wirtschaftlichen Energiepotenziale bestehen und welche konkreten Maßnahmen für eine Umsetzung entwickelt werden müssen.Die Rahmenbedingungen werden dabei durch das Förderprogramm 432 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) vorgegeben.

Mit dem quartiersbezogenen Ansatz, den das Förderprogramm der KfW vorgibt, können u. a. Lösungswege bei der energetischen Modernisierung des Gebäudebestands und der Energieeffizienz aufgezeigt werden. Das soll zu einer Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der gesamten Gemeinde führen. In einem intensiven Beteiligungsprozess werden die Bürger, Hausbesitzer, Unternehmen, Land- und Forstwirte, kommunale Akteure sowie politische Entscheidungsträger in den Grundlagen der Technik, Organisation und Finanzierung von Energieprojekten geschult und Projekte vor Ort entwickelt.  Dadurch sollen die Energiepotenzialeim Ort gehoben werden.

Dabei habe der Verein „unser-klima-cochem-zell e. V.“  eine Förderkulisse geschaffen, die es einer finanzschwachen Gemeinde wie Müllenbach überhaupt erst ermöglicht, in die Zukunftsfähigkeit zu investieren. sagte Ortsbürgermeister Klotz beim offiziellen Spatenstich kürzlich in Müllenbach.

„Das Beispiel Müllenbach zeigt, wie auch eine Gemeinde ohne Potenzialflächen für Windkraft oder Biogasanlagen, also unter ungünstigen Rahmenbedingungen, an der Energiewende teilhaben kann“, betonte der Cochem-Zeller Landrat Manfred Schnur.

In Müllenbach ist trotz ungünstiger Rahmenbedingungen in puncto Energiewende schon Einiges entwickelt worden: So wurde beispielsweise auf dem Dach der „Schieferlandhalle“ eine PV-Anlage installiert, das Gebäude des Kindergartens wurde energetisch saniert. Im Energiedorfprojekt sollen nun weitere Potenziale aufgespürt werden, insbesondere auch im privaten Bereich. Weiterhin müssen für Kindergarten und Kulturzentrum dringend neue Wärmelösungen gefunden werden.

Aufgrund der Teilnahme am Kommunalen Entschuldungsfonds kommt auch Müllenbach in den Genuss weiterer Förderung: Neben der 65%igen Förderhöhe durch die KfW  bekommt die Ortsgemeinde 30% der Kosten aus Landesmitteln. Bei den Gesamtkosten in Höhe von rund 38.000 € kommen rd. 11.400 € vom Land und 24.800 Euro vom Bund. Damit beträgt der Eigenanteil der Ortsgemeinde 5% oder 1.800 €.

Verbandsgemeindebürgermeister Albert Jung freut sich, dass nach Kaisersesch nun die 2. Kommune aus der Verbandsgemeinde Kaisersesch starten kann. „Müllenbach engagiert sich in vielfältiger Weise und verfügt über ein intaktes Vereinsleben. Er sei gehe davon aus, dass unter Einbeziehung aller Kräfte im Ort auch die Ziele im Energiebereich erreicht werden können“, so Jung.

Müllenbach will den Worten nun schnell Taten folgen lassen: Ab Juli wird bereits mit der Komplettumrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in Eigenregie begonnen.