14.11.2014

Klimaschutzkonferenz in Cochem: Energiedörfer im Focus

Gut einhundert Teilnehmer sind zum diesjährigen Auftakt der Klimaschutzwoche Cochem-Zell gekommen. Bei der 6. Klimaschutzkonferenz ging es vor allem um das Thema Energiedörfer im Landkreis.

In der Bewältigung von Zukunftsfragen wie Klimaschutz, demografischer Wandel, und Daseinsvorsorge stünden viele Gemeinden und Städte im ländlichen Raum vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen, konstatierte Landrat Manfred Schnur. Überschuldete Haushalte träfen auf sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben. Elementare Aufgaben im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge können nur noch mit weiterer Verschuldung erfüllt werden. „Vielerorts wird diese Situation durch die Folgen des demografischen Wandels noch weiter verstärkt“, so Schnur weiter. Infrastrukturkosten werden auf immer weniger Einwohner verteilt – die Kosten pro Kopf steigen. Gleichzeitig stehen die Kommunen vor der Herausforderung, zunehmend mehr Mittel für soziale Aufgaben aufzubringen.

Eine Möglichkeit: Umdenken in Richtung Energiedorf: Das Heben der Potentiale könnte etwa die Haushalte der Kommunen und Bürger entlasten. Es ergäben sich neue Spielräume z.B. für die Daseinsvorsorge. Interessanter Nebeneffekt: Die Kaufkraft steigt, die regionale Wertschöpfung erhöht sich..

Um das Potenzial im Sinne einer nachhaltigen Ener¬gieversorgung mit lokalen Akteuren umzusetzen, wurde das Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf“ von der Kreisverwaltung Cochem-Zell und der Energieagentur unser-klima-cochem-zell e.V. in Kooperation mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) aus Birkenfeld ins Leben gerufen.

Das Projekt vereint dabei zwei Ansätze, zur praxisnahen Umsetzung und optimalen Förderquote für Kommunen zu ermöglichen. Dabei geht es um ein passendes Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und einen Beratungsansatz des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS).

Die Gastredner des Abends, Dr. Alexander Reis und Tobias Gruben vom IfaS, verdeutlichten in Ihrem Vortrag wie die Teilnahme für eine Kommune am Projekt aussehen kann. Der Weg zum Cochem-Zeller Energiedorf sei eine Herausforderung aber gleichzeitig eine noch größere Chance, betonten Gruben und Reis.

Im Rahmen der Klimaschutzkonferenz verlieh Landrat Schnur 9 Familien im Kreis die „Blaue Hausnummer“ für besonders energiesparsame und klimafreundliche Haushalte.

Umrahmt wurde der Abend von einem Markt der Möglichkeiten – hier zeigten sich Partner des Nullemissionskreises Cochem-Zell mit ihren Produkten und Dienstleistungen, wie beispielsweise Infrarotheizungen oder Brennstoffzellen-Heizungen. Mit dabei waren auch das Kombi-Kraftwerk mit Speichermedium und das Solardachkataster sowie die Betreiber der 4 Bürgernahwärmenetze in Alflen. Die Privatleute hatten 4 Wärmenetze in Eigenregie in Alflen errichtet und den Betrieb Anfang des Jahres gestartet.