08.06.2017

Klimaschutz geht uns alle an!

Dirk Barbye, Fachbereichsleiter "Kreisentwicklung und Klimaschutz" bei der Kreisverwaltung Cochem-Zell, mit den Schülern der Realschule plus Kaisersesch

Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler starteten mit dem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst in der Schulmensa in den Projekttag. Unter dem Titel „Die Erde ist nicht nur Ressource des Menschen. Sie ist ein Gut, das dem Menschen zu treuen Händen von Gott anvertraut ist“ hatten die Achtklässler einen Jugendgottesdienst vorbereitet, welcher die breite Facette des Klimaschutzes darstellte und auf den Alltag übertrug. Diakon Michael Przesang fand die richtigen Worte um zu sensibilisieren und die jungen Menschen auf die Bewahrung der Schöpfung hinzuweisen.

Landrat Manfred Schnur dankte der Realschule Plus für ihr Engagement und betonte: „Sonst geht es Euch Schülern eher so, dass Ihr den Schulalltag damit verbringt von den Erwachsenen zu lernen. Heute möchten wir von Euch lernen und freuen uns darauf den Blick durch Eure Augen auf die Klimaschutzmöglichkeiten zu Hause, in Eurer Schule und Eurer Heimat zu werfen“.

In sieben Ideenwerkstätten erarbeiteten die Kinder, mit Unterstützung von „Experten“ Klimaschutzideen zu den Schwerpunkten „Mein Zuhause“, „Meine Schule“, „Meine Heimat“.
Dabei wurde schnell klar, dass die Handlungsfelder in jeden Alltagsbereich hinein ragen.
Besonders das Thema Heizenergie hatte es den Schülern angetan.

Heizenergie in der Schule aus Schülersicht

Wenn es um Klimaschutz geht, spielt die Heizenergie im Winter eine ganz besondere Rolle. Wir heizen der Erde beim Heizen ganz schön ein! So entsteht viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Die gute Nachricht: Es kann auch viel eingespart werden, ohne dass deswegen jemand in der Schule frieren muss. Maßgeblich ist die Dämmung der Gebäudehülle. Beeindruckend sind die Einspareffekte aber auch schon, wenn alle im Winter auf das richtige Lüften achten. Ohne Geld ausgeben zu müssen, kann so unmittelbar wertvolle Energie eingespart werden. Kommt dann noch die richtige Einstellung der (modernisierten) Heizungsanlage hinzu, gibt es in Sachen Klimaschutz ganz schnell Erfolge.

Schul-Fakten:

•    Eine eingesparte Kilowattstunde (kWh) Strom entlastet die Umwelt um 0,584 kg CO2.
•    Im Durchschnitt verbraucht eine Schule pro Quadratmeter und Jahr 150 kWh für Heizenergie.
•    Die richtige Raumtemperatur zum Lernen beträgt 20 °C. Das muss nicht alles die Heizung leisten, denn    der menschliche Körper strahlt Wärme aus, so dass es nach der ersten Stunde zusätzlich warm wird.
•    Durch richtiges Lüften in der Heizsaison können 5 Prozent der benötigten Energie eingespart werden.
•    Auch wer Warmwasser spart, reduziert den Ausstoß von CO2.

Stromverbrauch in der Schule aus Schülersicht

Wer den Stromverbrauch verringern möchte, muss meist erst einmal wissen, was in der Schule Strom benötigt. Der größte Stromverbraucher ist die Beleuchtung, zunehmend gefolgt von der EDV-Ausstattung und den Elektrogeräten in der Schulkantine. Elektrische Geräte laufen häufig im Stand-by-Betrieb oder haben – je nach Einstellung– einen hohen Grundbedarf. Durch eine Bestandsaufnahme können alle mithelfen, die einzelnen Verbrauchsstellen aufzudecken. Licht lässt sich in den Pausen ausschalten. Verbraucher können außerhalb der Nutzung komplett vom Netz getrennt werden. Schaltbare Steckerleisten helfen, wenn Schalter schlecht zugänglich sind und beim schnellen Abschalten der Geräte mit Stand-by-Modus.

Schul-Fakten:

•    In Deutschland könnten zwei mittelgroße Kraftwerke abgeschaltet werden, wenn alle Geräte, die im Stand-by-Betrieb, laufen ausgeschaltet werden.
•    Ökostrom verursacht nur circa 40 g CO2 pro kWh statt ca. 600 g für „Normalstrom“
•    Die lokale Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ verleiht kostenfrei Energiemessgeräte.
•    Beim jährlichen bundesweiten Wettbewerb kann die Schule „Energiesparmeister“ werden.

„Regional und Nachhaltig“ – klimafreundlich konsumieren (Ernährung)

Bei dem, was wir jeden Tag essen, können wir immer wieder aufs Neue entscheiden, wie viel Klimaschutz mit auf dem Teller liegt. Das Gute vorweg: Die Lebensmittel, mit denen wir das Klima schonen, sind auch besonders gesund und schmackhaft. Grundsätzlich gilt: Je mehr pflanzliche Produkte, je kürzer die Transportwege, je weniger Energieeinsatz für Gewächshäuser, Kochen oder Kühlung, desto besser wird die Klimabilanz. Wird dann noch auf Bioqualität geachtet, kommen Pluspunkte im Bezug auf ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung hinzu. Die Kids hatten mit ihrem erdbeerreichen „Veggie-Menü“ ein schmackhaftes Buffet für alle Beteiligten vorbereitet.

Schul-Fakten:

•    Beim Anbau von Obst und Gemüse im Gewächshaus wird bis zu 100 Mal mehr CO2 freigesetzt als beim saisonalen Freilandanbau.
•    Fleisch oder fetthaltige Milch wirken sich besonders negativ auf das Klima aus. Kühe erzeugen Methan, das 25 Mal klimaschädlicher ist als CO2.
•    Butter verursacht im Vergleich zu pflanzlicher Margarine das 17-fache an CO2 -Emissionen. Doch Butter ist auch gesund. Am besten regionale (Bio-)Butter nehmen.
•    Bio- und Naturkostläden kennzeichnen Produkte aus der Region vielfach mit einem speziellen Hinweis-Schildchen (z. B. Milch- und andere Kühlwaren).
•    Regionale Lebensmittelmärkte zeichnen regionale Produkte im Sortiment besonders aus; ein Blick auf das Kleingedruckte lohnt sich immer.

Zum Masterplan

Der Landkreis Cochem-Zell ist eine von 22 Kommunen und Landkreisen in Deutschland, die sich ehrgeizige Ziele zum Klimaschutz gesetzt haben: Bis zum Jahr 2050 soll der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen in Cochem-Zell um 95 Prozent gesenkt werden, der Verbrauch von Energie soll um 50% sinken. Wie das gehen soll? Der Masterplan 100% Klimaschutz für den Landkreis Cochem-Zell entwirft Lösungen und zeigt Wege auf – von der Mosel, über die Eifel bis in den Hunsrück.
In enger Kooperation mit den Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch, Zell und Ulmen boten drei Masterplanforen konkrete Angebote für die Mitarbeit von Bürgerinnen und Bürgern.
Das Jugendforum in Kaisersesch ergänzte diese Veranstaltungen, um auch Kinder und Jugendliche in den Prozess einzubinden.