17.04.2015

Integrierter Klimaschutz für Mayen-Koblenz - Auftaktveranstaltung für Klimaschutzkonzept

Talk zum Auftakt des integrierten Klimaschutzkonzepts für den Landkreis Mayen-Koblenz in der IGS Plaidt. Von links: Geno Bleser vom Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik Gewerbe, Verbandsgemeindebürgermeister Klaus Bell, Ulrike Marx vom Bau- und Energienetzwerk Mittelrhein e. V., Landrat Dr. Alexander Saftig, Moderatorin Marion Gutberlet

 

Millionen Tonnen CO₂  müssen bis zu den Stichjahren 2020, 2030 und 2050 eingespart werden, um das Ziel der Begrenzung der Erderwärmung um 2 Grad zu halten. Am besten, man fängt vor der eigenen Haustür damit an. Dieses Ziel streben die Kommunen im Land schon seit längerer Zeit an. Jetzt macht auch der Landkreis Mayen-Koblenz „Nägel mit Köpfen“:  Am 14. April hat der Kreis zur Auftaktveranstaltung seines integrierten Klimaschutzkonzeptes eingeladen. Das Echo war mit gut 100 Gästen aus der Bürgerschaft, der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft des Landkreises sehr groß.

Zunächst werden für das Konzept Informationen zusammengetragen: Eine kreisweite Datenbasis wird dann zur Grundlage für die politischen Gremien. Sie sollen im Anschluss konkrete Klimaschutzziele beschließen.

Mit an Bord für das integrierte Klimaschutzkonzept sind die Transferstelle Bingen (TSB) und das Koblenzer Büro  der Planungs- und Ingenieurgesellschaft Grontmij. Landrat Dr. Alexander Saftig hielt fest, egal von welcher Seite man sich dem Thema Klimaschutz nähere: ob von kirchlicher Seite, aus der Bürgerschaft, über Initiativen oder von der Verwaltung: Klimaschutz sei eine globale Aufgabe. Aber es sei auch die Pflicht eines Landkreises, sich dieser Herausforderung anzunehmen. Saftig betonte, dass der Kreis sich natürlich seit langem im Thema bewege und es bereits Einrichtungen gebe. Seit Ende der 90er-Jahre gebe es im Kreis bereits die integrierte Umweltberatung. Es seien auch Einzelmaßnahmen abgeschlossen worden oder befänden sich in der Ausführung, zum Beispiel die energetische Sanierung des Kreishauses.

Michael Münch von der  Transferstelle Bingen präsentierte in seinem Vortrag verschiedene Szenarien und  mögliche Folgen, wenn eine Begrenzung der Erderwärmung um 2 Grad Celsius nicht erreicht werde. Allein die Berichte über lokale Unwetterkatastrophen an der Mosel oder in der näheren Umgebung zeigten, dass die negativen Folgen des Klimawandels auch unsere Region erreicht haben. Münch wies auf bestehende Klimaschutzkonzepte in den Verbandsgemeinden Vallendar und Vordereifel hin sowie auf die Stadt Andernach, wo die Entwicklung schon fortgeschritten sei.

In einer von Grontmij-Mitarbeiterin Marion Gutberlet moderierten Gesprächsrunde waren sich die Teilnehmer Landrat Dr. Alexander Saftig, Verbandsgemeindebürgermeister Klaus Bell, Ulrike Marx vom Bau- und Energienetzwerk Mittelrhein und Geno Bleser als Vertreterin der Unternehmen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik einig: Eines der größten Potentiale liegt in der ernergetischen Sanierung der Bestandsgebäude. Das sind Häuser die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1978 gebaut wurden. Dort lässt sich nicht bloß eine große Menge CO₂ nach einer Sanierung einsparen. Als positiver Nebeneffekt lassen sich auch die Kosten senken.

Zum Abschluss der Veranstaltung konnten die Teilnehmer zu verschiedenen Themen eigene Ideen und Vorschläge einbringen. Sie sollen später in das Integrierte Klimaschutzkonzept einfließen. Anfang 2016 soll das Konzept dann fertig werden. Anschließend würden konkrete, aber auch realistische Klimaschutzziele festgelegt, wie etwa eine genaue Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes.