26.09.2016

Herausforderungen des Klimawandels in der Landwirtschaft anpacken

Renate Michel, Regionalreferentin der Energieagentur Rheinland-Pfalz, überreicht die Teilnahmeplakette "Rheinland-Pfalz: ein Land voller Energie" an Dirk Barbye von der Kreisverwaltung Cochem-Zell im Beisein der Referenten und Teilnehmer des Runden Tisches zum KlimaFolgenDialog

Welche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel können die Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Weinbau im Landkreis Cochem-Zell ergreifen, um zum einen Risiken des Klimawandels zu minimieren und zum anderen die Chancen am Standort zu erhöhen? Beim zweiten Runden Tisch "KlimaFolgenDialog Cochem-Zell" am 23. September in der Kreisverwaltung in Cochem stellten zwei ausgewiesene Experten neue Konzepte und Marktchancen zur Nutzung pflanzlicher Ressourcen vor.

Dr. von Francken-Welz vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel gab einen Überblick über neuartige Nutzpflanzen in Rheinland-Pfalz und ging auf Ergebnisse des Versuchsanbaus und Nutzungsmöglichkeiten von schnellwüchsigen Pflanzen mit hohem Ertragspotenzial wie Silphie, Igniscum, Sida, Miscanthus und weitere Gräser ein. Standortfaktoren hätten auf den Ertrag einen hohen Einfluss. "Optimalerweise werden diese Pflanzen zuerst stofflich und dann energetisch genutzt. Durch eine solche Kaskadennutzung erreichen wir eine hohe Wertschöpfung", so Dr. von Francken-Welz. Eine stoffliche Nutzung sei zum Beispiel in den Bereichen Nahrungsmittel-, Textil- und Baustoffindustrie möglich.


Dr. Volker Wenghoefer vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten ging auf die Bedeutung der Bioökonomie für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel ein. "Bioökonomie heißt, anstelle fossiler Ressourcen verstärkt biologische Rohstoffe einzusetzen. Mit dem Anbau und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Substitution fossiler Roh- und Brennstoffe kann die Landwirtschaft auch ihren Beitrag als CO2-Senke stärken", betonte Dr. Wenghoefer. Für die Betriebe sei es dabei wichtig, nicht nur ein gutes Produkt anbieten und vermarkten zu können, sondern dass überhaupt ein ausreichend großer Absatzmarkt vorhanden sei. Und dafür sei es dann notwendig, ausreichende Rohstoffmengen anbieten zu können. Dieses "Henne-Ei-Problem" könne durch langfristige Partnerschaften beim Vertrieb angegangen werden.


Auf die Fördermöglichkeiten von Anpassungskonzepten für Unternehmen wies zum Abschluss Andreas Weßner vom Institut für Technologie und  Arbeit an der TU Kaiserslautern hin.