05.04.2017

Fünf Cochem-Zeller Energiedörfer wagen den direkten Schritt in die Umsetzung

Im Expertentalk: (von links) Professor Dr. Peter Heck, Ulrich Schäfer (ibs Energie Stromberg), Staatssekretär Thomas Griese, Landrat Manfred Schnur und der Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung/Klimaschutz des Landkreises, Dirk Barbye.

Sie waren die „Stars“ des Abends, die 14 Kommunen aus dem Landkreis Cochem-Zell, die sich vor zwei Jahren auf den Weg zum „Cochem-Zeller Energiedorf“ gemacht hatten.

Über die gesamte Projektlaufzeit hinweg waren die Teilnehmerkommunen stark in die Erstellung des Quartierskonzeptes eingebunden und arbeiteten eng mit den beauftragten Instituten zusammen.

„Nun ist es an der Zeit, die Konzepte zur Umsetzung zu bringen“, betonte Landrat Manfred Schnur und setzte mit großer Anerkennung fort: „Sie haben sich durch Ihre Projektteilnahme mit Fragen der Zukunftsfähigkeit Ihrer Ortsgemeinde, Ihrer Stadt, intensiv auseinandergesetzt und Lösungswege erarbeitet, wie die Attraktivität des dörflichen Lebens erhalten und die Zukunftsfähigkeit gesichert werden kann. Sie hatten den Mut, neue Wege zu gehen!“

Neben dem Stromsektor bietet vor allem die Wärmewende großes Potenzial für die Kommunen im Landkreis, die Energiewende dezentral mitzugestalten. Durch Nahwärmelösungen können unter bestimmten Voraussetzungen fossile Heizungsanlagen ersetzt werden: Das spart CO2 und stärkt die regionale Wertschöpfung.

„Der Landkreis Cochem-Zell ist ein Klimaschutzmeister: Er war zum Beispiel der erste Landkreis in Rheinland-Pfalz, der seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien deckte und mittlerweile sogar Strom exportiert“, lobte Energiestaatssekretär Thomas Griese im Rahmen der Feierlichkeiten am 27. März in Cochem.

„Ein Schwerpunkt der Landesregierung ist die Energiewende: Nach ersten Einschätzungen könnte der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Land 2016 auf rund 47 Prozent gestiegen sein“, so der Staatssekretär. Außerdem habe Rheinland-Pfalz den Klimaschutz im Landesklimaschutzgesetz gesetzlich verankert. So sollen die Treibhausgase bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis zum Jahr 2050 um mindestens 90 Prozent sinken. „Gerade beim Ausbau der erneuerbaren Energien und bei der Reduzierung der Treibhausgase kommt den Regionen, Städten und Gemeinden im Land eine Schlüsselrolle zu. Der Landkreis Cochem-Zell leistet hier mit seinen vielfältigen Aktivitäten einen wertvollen Beitrag“, sagte Griese.

Fünf der vierzehn Teilnehmerkommunen haben sich bereits für die Einrichtung eines zentralen, gemeinsamen Sanierungsmanagements ausgesprochen und die Fördermittel beantragt, welches die Energiedörfer Alf, Alflen, Blankenrath, Müllenbach und die Stadt Zell bei der Umsetzung der in den integrierten Quartierskonzepten erarbeiteten Maßnahmen unterstützen soll. Die KfW fördert auch hier einen sog. „Sanierungsmanager/-in“ als Personalstelle für die Dauer von maximal drei Jahren mit 65% zur Umsetzung der Projektideen. Eine Förderaufstockung wurde wiederum von Seiten des Landes zugesagt.