24.02.2016

Erstes Mikroströmungsturbinen-Kraftwerk am Rhein rückt in greifbare Nähe

Präsentation des Mikroströmungsturbinen-Kraftwerks auf dem Niederwerth (Quelle: Neue Energie Bendorf eG)

In vielen Flüssen ist der Neubau konventioneller Wasserkraftanlagen nicht genehmigungsfähig, da diese einen schwerwiegenden Eingriff in die Natur darstellen. Vor diesem Hintergrund werden derzeit Strömungsturbinen, welche die kinetische Energie des Flusses ohne künstliche Aufstauung ausnutzen, zu einer neuen Alternative für die Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Die Energiegenossenschaft "Neue Energie Bendorf eG" hat bereits im Rahmen der letztjährigen Aktionswoche der Energieagentur Rheinland-Pfalz interessierten Bürgern ihr Projekt, das die Installation von zehn Mikroströmungsturbinen im Rhein vorsieht, präsentiert. Der geplante Standort des Strömungskraftwerks befindet sich in Höhe des ehemaligen Niederwerther Wasserwerks. Die Turbinen wären in der Lage, eine Gesamtleistung von maximal 50 Kilowatt zu erzeugen. Die Investitionssumme von 140.000€ wird durch Einlagen der Genossenschaftsmitglieder und Sponsoring aufgebracht. Darüber hinaus kann sich jeder als Mitglied an dem Projekt beteiligen. Kommunen und Unternehmen bietet sich die Möglichkeit, über einen Sponsorenvertrag Namensgeber der einzelnen Turbinen zu werden.

Selbst bei nur niedrigen Fließgeschwindigkeiten wäre die Wirtschaftlichkeit gegeben, sofern der Strom über den Verbund der Bürgerwerke eG direkt vermarktet wird. Des Weiteren erhöht sich mit dem Projekt die Eigenversorgungsquote der Gemeinde Niederwerth (VG Vallendar). Da Wasserkraft zu den erneuerbaren Energien zählt, leistet ein Mikroströmungsturbinen-Kraftwerk auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz – ein Aspekt, der angesichts der Beschlüsse der Pariser Weltklimakonferenz nun noch stärker in den Fokus rücken wird.

Bei all diesen Fakten verwundert es nicht, dass die Mitglieder der "Neuen Energie Bendorf eG" mit überwältigender Mehrheit die Realisierung des Projektes beschlossen haben. Vor allem wird die europaweite Einzigartigkeit betont und die mit ihr verbundene Chance, dass nach der Installation der Anlage Nachahmer dazu animiert werden, diese Technologie weiter zu verbreiten.

Als nächster Schritt steht die Beauftragung eines Gutachtens an für den Nachweis, dass die Verankerung der Anlage im Flussbett auch bei Hochwasser stabil ist. Gleichzeitig soll der Bauantrag bei der SGD Nord gestellt werden. Wenn alles nach Plan verläuft, kann die Anlage im September diesen Jahres installiert werden.