03.09.2015

Energetische Sanierung (k)ein Kinderspiel: Baustellenbesichtigung während der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“

Baustelle Karthause Koblenz. Jasmine Wittig (35) und Beatrice Farasyn (69) haben sich für eine energetische Komplettsanierung ihres Hauses entschieden. Die Bauherrin hatte das Gebäude vor etwas mehr als einem Jahr erstanden. Eine Sanierung war schon beim Kauf geplant. Nach dem ersten Winter im Haus wurde deutlich, dass hier umfangreich energetisch saniert werden muss: Trotz erheblicher Energiekosten mit über 4.000 Euro im Jahr war im Gebäude keine Behaglichkeit herzustellen.

Geplant ist nun eine energetische Komplettsanierung, die auch zu einer optischen Veränderung führen soll. Es soll dabei ein sehr moderner Baukörper mit geraden Linien entstehen. Wie bei Komplettsanierungen üblich, werden alle Bauteile sowie die Anlagentechnik vollständig überarbeitet.

„Es gibt keine Prioritäten, sondern wir gehen nach dem Prinzip vor, den Energiebedarf drastisch zu reduzieren und die Restwärme über einen hohen regenerativen Anteil zu decken“, sagt Sanierungsfachmann Helmut Tibes. Um den geplanten Standard KfW Effizienzhaus 55 zu erreichen, wurde unter anderem eine detaillierte Betrachtung der so genannten Wärmebrücken vorgenommen. Das sind Bereiche in Bauteilen des Hauses, die besonders viel Wärme nach außen ableiten und damit verlieren.

Wie sich bei solchen Projekten immer andeutet, wird auch hier die Anlagentechnik eine Herausforderung sein. Durch die energetische Sanierung mit Passivhaus tauglichen Bauteilqualitäten rückt der Fokus vom Heizwärmebedarf nun in Richtung des Wärmebedarfes für das Warmwasser. Damit könnte eine deutlich kleiner dimensionierte Anlage möglich werden. Allerdings steht dem der hohe Leistungsbedarf der Warmwasserbereitung entgegen. „Das ist ein Widerspruch, der bei solchen Gebäuden immer wieder zum Grübeln auffordert“, hält Helmut Tibes fest.

 Wenn alle Arbeiten planmäßig verlaufen sollen die wesentlichen Maßnahmen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Das Ziel, die Kosten zu senken ist aber nicht das einzige Vorhaben, das sich Jasmine Wittig und Beatrice Farasyn auf die Fahne geschrieben haben: „Wir wollen natürlich auch einen Beitrag zur CO₂-Einsparung leisten. Schön, wenn wir bei der Modernisierung das Eine mit dem Anderen verbinden können“, finden Mutter und Tochter.

 Die Veranstaltung findet während der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ vom 11. bis 19. September 2015 statt. Mit der Aktionswoche bietet die Energieagentur Kommunen, Unternehmen, Bürgern und weiteren Institutionen einmal im Jahr die Möglichkeit, ihre Erfolgsprojekte aus den Themengebieten Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Über 120 Veranstaltungen warten in diesem Jahr in ganz Rheinland-Pfalz auf die Besucher. Das Programm der Aktionswoche ist auf der Webseite der Energieagentur Rheinland-Pfalz unter www.energieagentur.rlp.de/veranstaltungen/aktionswoche/  abrufbar und ist auch als Online-Veranstaltungskalender mit komfortabler Suchfunktion nach Datum und Region unter aktionswochenkalender.energieagentur.rlp.de/ verfügbar.