16.07.2015

Bioenergieregion COC: Nach sechs Jahren Förderung den Weg aus eigener Kraft bestreiten

Von 2009 - 2015 hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in zwei aufeinanderfolgenden, jeweils dreijährigen Förderphasen, 25 Gewinner in der ersten und 21 Gewinner in der zweiten Förderphase ausgewählt: Die Sieger des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergie-Regionen“ haben heute technische und kommunikative Strukturen zum Ausbau von Bioenergie im ländlichen Raum geschaffen und sind damit Vorbilder in ihren Regionen. Die Bioenergieregion Cochem-Zell hatte sich im Rahmen des Wettbewerbe gegen 210 Mitbewerber durchgesetzt und wurde Projektteilnehmer. Zum 31. Juli endet  die entsprechende Laufzeit der zweiten Phase. Vorrangiges Ziel dieser zweiten Förderzeit war die Verstetigung der angelegten Strukturen. Damit die angestrebten Ziele und Maßnahmen auch nach Beendigung des Förderzeitraums aus eigener Kraft weiterverfolgt werden können.

Dazu hatte der Landkreis Cochem-Zell 2012 den Verein „unser-klima-cochem-zell e.V.“ gegründet. Der Verein übernahm in diesem Zuge die Trägerschaft für das Projekt „Bioenergie-Region“. Ferner hat ukcz die Netzwerke und Strukturen des Null-Emissions-Landkreises Cochem-Zell sowie der Bioenergie-Region gebündelt und zusammengeführt. Mitglieder des Vereins sind Kommunen, Gewerbebetriebe, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie Privatpersonen. Ziel ist es, langfristig zu mehr Eigenständigkeit bei Erzeugung und Einsatz von Bioenergie zu gelangen. Dabei sollen die regionalen Bioenergie-Potenziale ausgeschöpft, effizient eingesetzt und die besonderen Stärken der Regionen genutzt werden.

Mit den im Regionalentwicklungskonzept vorgesehenen Projekten trägt die Bioenergieregion Cochem-Zell zum Klimaschutz, zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie regionalen Energiealternativen bei und ist Vorbild für diese Themen. Gerade im aktuellen Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf“ zeigt sich, wie wichtig die kommunale Zusammenarbeit ist, um Energieprojekte an der Basis voranzubringen und zu etablieren. Bürgerbeteiligung ist dabei ein wichtiger Aspekt.

 Heute ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft sowie des Weinbaus an der gesamten Bruttowertschöpfung im Landkreis überdurchschnittlich hoch. Ein Ausbau der energetischen Nutzung der Potenziale dieses Wirtschaftszweiges führt zu weiteren positiven regionalen Wertschöpfungseffekten. Durch Netzwerk- und Pressearbeit, Bildungsmaßnahmen und Wissenstransfer sowie die Schaffung von Wissensgrundlagen für weitere Projekte ist dies gelungen.

Um den Abschluss der erfolgreichen Projektlaufzeit einzuläuten, empfing das Bundesministerium die 21 Regionen und viele Interessenvertreter im Umweltforum Berlin. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, begrüßte die Netzwerkmanager als Pioniere der Energiewende und betonte: „In sechs Jahren Förderung sind modellhafte Netzwerke in ihren Regionen fest verwurzelt, sie genießen eine hohe Akzeptanz und konnten zahlreiche Projekte mit großer Bürgerbeteiligung anschieben“. Damit sei die Energiewende noch lange nicht abgeschlossen, so Bleser weiter. Im Vordergrund steht die noch stärkere Ausrichtung auf die intelligente Kombination mit anderen erneuerbaren Energien, auf die Energieeffizienz und auf den Wärmesektor.

Mit Stolz sprach Bleser, der in Brachtendorf wohnt, von seiner Heimatregion Cochem-Zell. Schon seit 1979 sei er Mitglied des Kreistages und kenne die Entwicklung des Null-Emissions-Landkreises und der Bioenergie-Region Cochem-Zell von der ersten Stunde an. „Bei uns in Cochem-Zell wurde in der sechsjährigen Förderlaufzeit Vieles auf den Weg gebracht. Null-Emissions-Landkreis und Bioenergie-Region wurden hier zu einer echten Marke etabliert und ich verfolge mit Stolz, dass der Auftrag der Verstetigung in Form einer lokalen Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ gelungen ist. 14 Kommunen aus meinem Heimatlandkreis machen sich auf den Weg Energiedörfer zu werden. Dort werden Nahwärmenetze entstehen, energetische Sanierungsvorhaben vorangetrieben und dies alles unter Beteiligung der Bürgerschaft“, so Peter Bleser.