05.09.2017

Aktionswoche 2017: Rückblick "Energieeffizientes Bauen in Remagen"

Bauherr Michael Klaus (vorne im Bild) informiert die Teilnehmer des Rundgangs über sein neu errichtetes Haus, das hohe energetische Standards erfüllt (Foto: Andreas Wetzlar)

Bei bestem Spätsommer-Wetter fanden sich am vergangenen Sonntag rund 30 interessierte Bürger am Quartiersplatz des Neubaugebietes "Lange Fuhr" in Remagen-Kripp ein, um sich im Dialog mit Experten bei einem Rundgang zum Thema "Energieeffizientes Bauen" zu informieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Opens internal link in current windowAktionswoche statt.

Architekt Udo Heimermann beantwortete während des Rundgangs bautechnische Fragestellungen. Er erklärte zudem, dass ökologisches Bauen lediglich auf den ersten Blick teurer ist als konventionelles Bauen. "Wenn die laufenden Betriebskosten für Warmwasser und Heizung mit einberechnet werden, wendet sich das Blatt", betonte Heimermann. 

Ein eindrucksvolles Beispiel für energieeffizientes Bauen präsentierte Bauherr Michael Klaus, der am Ende des Rundgangs für alle Interessierten die Türen seines Neubaus öffnete. Dieser erfüllt mit einem Energiebedarf von nur rund 16 Kilowattstunden pro Quadratmeter einen hohen energetischen Standard. Ein kleines Verhältnis von Oberfläche zu Volumen sowie eine kontrollierte Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung sind zwei Beispiele aus der Gesamtkonzeption, die zu dem niedrigen Energieverbrauch beitragen.

Neben der Verringerung des Energieverbrauchs durch geeignete Maßnahmen besteht heutzutage auch die Möglichkeit, mit dem eigenen Haus Erneuerbare Energie für den Eigenbedarf zu "produzieren" - zum Beispiel mittels einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Dazu informierte Andreas Schwerter, Sachverständiger für PV-Anlagen beim TÜV Rheinland: "Eine sinnvolle Kombination besteht in einer PV-Anlage mit intelligenter Haussteuerung, sodass Stromerzeugung und -verbrauch gleichzeitig stattfinden. Denn die Produktionskosten für Solarstrom liegen deutlich unter den Kosten für konventionellen Strom aus dem Netz."

Die anwesenden Experten stellten bei der abschließenden Diskussion weitere Argumente für ein energieeffizientes Bauen heraus: Während Architekt Udo Heimermann auf den wichtigen Beitrag ökologischen Bauens zum Klimaschutz einging, erläuterte Dr. Dominik Böckling von der Energieagentur Rheinland-Pfalz die hohen rechtlichen Anforderungen, die zukünftig auf Bauherren zukommen: "Im Zuge der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie sollen in Deutschland ab 2021 Niedrigstenergiestandards für den Neubau von privaten Gebäuden festgeschrieben werden, für öffentliche Nichtwohngebäude sogar schon zwei Jahre früher". Rainer Doemen vom Solarverein Goldene Meile e.V. griff diese geplante Gesetzesänderung auf und fügte hinzu: "Deshalb ist schon heute jeder Bauherr gut beraten, nach diesen strengeren Vorschriften zu bauen. Denn spätestens wenn die Immobilie verkauft werden sollte, wird sich ein höherer energetischer Standard in der wirtschaftlichen Bewertung niederschlagen."

Weitere Informationen zum energieeffizienten Bauen gibt es auf der Opens external link in new windowWebsite der Energieagentur Rheinland-Pfalz und bei Klaus Karpstein vom Solarverein Goldene Meile e.V. unter der Telefonnummer 02642/41590.