16. EffNet-Treffen in Koblenz: Die Thesen der Referenten

Dr. Ralf Polzin vom Technologie-Institut für Metall & Engineering (TIME) aus Wissen/Sieg befasste sich mit Einsparpotenzialen in der Metallverarbeitung .Wenn man etwa Schweißnähte in der Metallverarbeitung bloß auf ihrem wirklich notwendigen Bedarf beließe und nicht mit viel höherem Volumen auftrüge, ließen sich Material im Bereich um 70 Prozent sowie die dazugehörige Energie und Arbeitszeit einsparen. Es lohne sich daher, Planung, Konstruktion und Prozess kontinuierlich zu optimieren, so Polzin.

Dr. Hartmut Stahl vom Öko-Institut in Darmstadt stellte die Möglichkeiten zur Ressourceneffizienz beim Einsatz von 3D-Druckern vor. Theoretisch ließen sich in näherer Zukunft Produkte ohne Abfälle produzieren, weil beim 3D-Druck nur die Ressourcen zum Einsatz kämen, die für die Produktion zwingend gebraucht würden. Lediglich für Trennung von Stoffen oder Reinigung bedürfte es Stützmaterial. Klassische Reste entstünden nicht oder kaum. Solche Verfahren könnten etwa durch Gewichtseinsparungen auch Auswirkungen auf Transporte haben.

Michael Arenz von der Kompetenzstelle nachhaltige Beschaffung des Bundesinnenministeriums in Bonn stellte die Chancen eines sorgfältig geplanten, gebündelten und gemanagten Beschaffungswesens nach Kriterien der Nachhaltigkeit und der reellen Bedarfsorientierung dar. Dabei solle der Betrachtung eines Bedarfsgegenstandes von „der Wiege bis zum Grabe“ eine besondere Rolle zukommen, begleitet von Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsaspekten sowie sozialen Aspekten. Fernziel sei eine Allianz auf Europa-, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene in Sachen Beschaffung.

Bernd Kappenstein vom Clusternetzwerk Energie & Umwelt in der Metropolregion Rhein-Neckar in Mannheim stellte sich als Neumitglied des EffNet RLP vor. Ziele: Unter anderem Erfahrungsaustausch und Technologietransfer für „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“, „Energieeffizienz-Technologie“, „Smarte Energiesysteme“, „Erneuerbare Energien“ und „Energie-Contracting“. Weitere Vorteile aus dem Netzwerk sollen für Bietergemeinschaften bei nationalen und internationalen Ausschreibungen entstehen, zudem ein einfacherer Zugang zu Förderprogrammen. Das Clusternetzwerk fördert den Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und hat inzwischen mehr als 50 der bekannten Energie-Karawanen durch den Rhein-Neckar-Raum getrieben.

Dr. Peter Eckerle vom Verein StoRegio e. V. aus Ludwigshafen, der sich mit Energiespeicherlösungen befasst, sieht die große Herausforderung vor allem in einem wirtschaftlichen Betrieb von Einzelspeicherlösungen. Allerdings arbeitet die Transferstelle Bingen (TSB) an Modellen für virtuelle Kraftwerke: Dort werden Speicherüberschüsse oder nicht abgerufene Energievolumen erfasst und an verschiedenen Verbrauchsstellen zur Verfügung gestellt. Hier schreibt man tatsächlich momentan schwarze Zahlen. Mahnende Worte hat Eckerle indes für Batteriespeicher im Keller von privaten Solaranlagen-Betreibern: Die Batterien böten bei nicht fachgerechter Umsetzung Risiken bis zur  Explosionsgefahr.

Norbert Dümpelfeld von der Handwerkskammer Koblenz trug seinen Sachstandsbericht zum Projekt Ressourceneffizienz im Handwerk vor. Dabei waren vor allem die energieintensiven Gewerke des Handwerks untersucht worden: Wie etwa Metzger, Bäcker, Frisöre, Tischlereien und andere mehr. Im Ergebnis sind große Einsparpotentiale in vielerlei Hinsicht zu heben, stellte Dümpelfeld fest. Ob es der Einsatz von Druckluft ist, der viel Energie verbraucht oder ob es ineffiziente Öfen in Bäckereien sind. Es könnten viele Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und Reduzierung von Kosten umgesetzt werden, damit die Betriebe sich somit auch langfristig nachhaltig aufstellen können.

Anja Folz von der Energieagentur Rheinland-Pfalz stellte die Chancen zur Umsetzung intelligenter Energieversorgungsstrukturen für Unternehmen vor. Neben der Einführung eines Energiemanagements sieht Folz insbesondere einen wachsenden Aufklärungsbedarf der Unternehmen in dem vielseitigen und komplexen Bereich der Laststeuerung. Zahlreiche Prozesse und Anlagen verfügen heute über Flexibilisierungsoptionen in Form von Regelenergie, so z.B. Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen. Die Ende 2013 gegründete „Zukunftsinitiative Smart Grids Rheinland-Pfalz“ baut für diesen Bereich eine Plattform auf, die gestützt durch das „Fachnetzwerk Smart Grids und Virtuelle Kraftwerke“ eine umfangreiche Informationsleistung und Erfahrungsaustausch anbietet.