Bauen mit Stroh

Das Baumaterial sind gepresste eckige Strohballen. Sie werden zwischen tragende Stützen  (Holzständerwerk) als füllende Wände gefügt. Dadurch entstehen vergleichsweise dicke Wände, zumal sie beidseitig mit einer Lehmputzschicht verkleidet werden müssen.

Dies schreibt auch der Brandschutz vor. Generell ist gepresstes Stroh allerdings nicht feuergefährlich: fertige Wände weisen eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten auf - das Dreifache des für Einfamilienhäuser Vorgeschriebenen.

Angenehmes Raumklima, hoher Dämmwert, ökologisch abbaubar - vieles spricht fürs Stroh

Ein wesentlicher Vorteil  von Stroh ist seine wärmedämmende Wirkung. Die Außenwände der von Birger Boos geplanten Strohhäuser bieten einen besseren Dämmwert (U-Wert = 0,12 W/m2K) als die meisten Energiespar-Fertighäuser. Die Baukosten können durch den Einsatz von Stroh niedriger ausfallen; in vielen Fällen wird der geringere Preis des „landwirtschaftlichen Abfallprodukts“ durch höheren Personaleinsatz jedoch aufgezehrt. Wer will, kann aber sehr viel im Wortsinn eigenhändig zum Baufortschritt beitragen.

Raumklima: Die Kombination mit Lehm sorgt für eine optimale Regulierung der Luftfeuchtigkeit im Gebäude. Lehm kann enorme Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen und langsam wieder abgeben.

Stroh ist ein nachwachsender Rohstoff, der als Baumaterial nicht veredelt werden muss. Es kann am Ende seiner Nutzungsdauer ohne Entsorgungskosten dem Naturkreislauf wieder zugeführt werden. Die ersten Strohballenhäuser entstanden mit dem Aufkommen von Strohballenpressen gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. Viele dieser frühen Bauten wurden jahrzehntelang genutzt; einige stehen bis heute.

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