09.06.2017

Workshop Energieinfrastruktur – Thema Nahwärme am 08.06. in Neuerkirch

Die Workshopteilnehmer besichtigen die Solarthermieanlage in Neuerkirch. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Mehr als 40 Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Nordrhein Westfalen, Baden-Württemberg und Luxemburg, waren der Einladung der Energieagentur zum Workshop Energieinfrastruktur gefolgt. Angesprochen waren neben der breiten Fachöffentlichkeit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Kommunen, kommunale Betriebe, Verbände, Genossenschaften, Fachplaner und interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Ortsbürgermeister Volker Wichter bezeichnete Nahwärmenetze als einen weiteren wichtigen Baustein der lokalen Energiewende und als eine Chance zur Kostensenkung für viele Hausbesitzer. Im Anschluss daran stellte Frank-Michael Uhle, Klimaschutzmanager des Rhein-Hunsrück-Kreises, einer Initiates file downloadÜbersicht aller Nahwärmeverbünde des Kreises vor. Viele dieser Nahwärmenetze sind das Ergebnis des Engagements von vielen Bürgern in Ihrer Freizeit, machte Uhle deutlich und erläuterte die hierdurch erzielte regionale Wertschöpfung: „Durch die 15 in Betrieb befindlichen Nahwärmeverbunde haben wir bereits 2,5 Millionen Liter jährliche Heizölimporte in regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze umgewandelt“.

Ulrich Schäfer, Geschäftsführer des Ingenieurbüros "ibs Energie", referierte über die Initiates file downloadGrundlagen von Nahwärmeverbünden. Anhand des Beispiels Neuerkirch-Külz zeigte er auf, wie man Schritt für Schritt mit Einbindung lokaler Kräfte, ein Nahwärmenetz plant und umsetzt. "Am Anfang aller Planungen sollte die Ermittlung der Abnahmestruktur stehen, denn nur auf Basis von genauen Jahresabnahmekurven könne das betriebswirtschaftlich sinnvollste Nahwärmenetz geplant werden", so sein Tipp für Kommunen.

"Die Vorgaben des Gesetzgebers werden im Energiebereich immer strikter", sagte Maximilian Töllner, Rechtanwalt der Firma PricewaterhouseCoopers am Anfang seines Vortrags, und stellte in seinem Initiates file downloadFachbeitrag rechtliche Aspekte bei Bau und Betrieb von Nahwärmenetzen vor. Martin Willige von Ritter XL Solar GmbH referierte über Initiates file downloadBeispiele von Nahwärmenetzen unter Einbindung großflächiger Solarthermie. "Die Anwendung der solarthermisch unterstützten Nahwärmenetze steht noch am Anfang. Sie sind geeignet für den ländlichen Raum, da hier genug große Fläche vorhanden sind", sagte er. Als Beleg stellte er zahlreiche umgesetzte und in Planung befindliche Nahwärmeverbünde mit Solarthermieeinbindung vor. Dr. Tobias Woll von der Energieagentur Rheinland-Pfalz informierte im Anschluss daran über Initiates file downloadFörderprogramme im Bereich Energieinfrastruktur. Neben dem KFW Erneuerbaren Energien-Premium Programm, der Förderung von KWK-Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, sowie der Förderung von Quartierskonzepten gehört dazu u.a.  das Förderprogramm Zukunftsfähige Energieinfrastruktur des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten vor.  Marc Meurer, Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke Simmern, präsentierte das Nahwärmeprojekt Neuerkirch-Külz, und betonte, dass unter anderem dank der Überzeugungsarbeit der Gemeinde sowie auch durch den Landeszuschuss über die Pilotförderung Hahn-Hunsrück dieses Nahwärmenetz realisiert werden konnte.

Eine Besichtigung der Solarthermiefreiflächenanlage sowie der Heizzentrale der Verbandsgemeindewerke Simmern bildete den Abschluss der informativen Veranstaltung. Der Nahwärmeverbund mit ca. 6.000 Meter Trassenleitung und 143 Abnehmern hat einen Wärmeabsatz von 3,1 Millionen kWh thermisch pro Jahr. Die Einbindung der Solarthermie mit 1.422 m² Kollektorfläche ist die derzeit größte Solarthermieanlage in Rheinland-Pfalz und stellt pro Jahr ca. 650.000 kWh/a zur Verfügung.  Zwei Holzhackschnitzelanlagen (900 kW+ 360kW), ein Redundanzkessel sowie zwei Pufferspeicher (jeweils 60.000 Liter) komplettieren die Anlage. Mit diesem Anlagensystem werden schätzungsweise 1.200 Tonne CO2/a eingespart.