14.09.2016

Wir können viel tun! Ergebnisse der Fachkonferenz zu Klimafolgen im Hunsrück

Freuten sich über eine volle Hunsrückhalle: Staatssekretär Dr. Thomas Griese (Mitte), Landrat Dr. Marlon Bröhr (rechts) und Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Foto: EA RLP / Sonja Schwarz

Der Hunsrück im Klimawandel – über Folgen und Handlungsmöglichkeiten informierten sich rund 120 Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger in Simmern. Zu der Fachkonferenz mit prominenten Referenten hatte das Regionalbüro Mittelrhein der Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den Hunsrücker Landkreisen eingeladen.

„Rheinland-Pfalz gehört in Deutschland zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen“, führte Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Landesministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in das Thema ein. Überschwemmungen nach lokalen Starkregenereignissen wie jene im Frühsommer dieses Jahres,  die Zunahme von Hitzewellen und Ertragsverluste in Weinbau und Waldwirtschaft seien Beispiele für Klimafolgen, die in Rheinland-Pfalz bereits heute spürbar sind (näher informiert das Klimawandelinformationssystem Rheinland-Pfalz).

Prof. Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung bekräftigte Initiates file downloadin seinem Vortrag, dass sich wichtige Extremwetterereignisse heute wissenschaftlich eindeutig  auf den Klimawandel zurückführen ließen. Eine Anpassung an die zu erwartenden Schäden sei - regional und global - nur in sehr begrenztem Umfang möglich und die Einhaltung des 2 Grad Ziels dafür zwingend notwendig. „Klimaschutz und Energiewende sind keine Kosten, sondern Investitionen“, brachte es Moderator Andreas Sigloch von der Energieagentur auf den Punkt.

Ob vorbeugender Klimaschutz oder Anpassung: Dass die Umsetzung der Maßnahmen vor Ort geschieht und den Kommunen zentrale Aufgaben zukommen, darin waren sich die Vortragenden einig. Der zweite Teil des Abends in der Hunsrückhalle widmete sich konkreten Handlungsmöglichkeiten für Kommunen.

Mit Blick in die Zukunft präsentierte Prof. Peter Heck vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement ganzheitliche Ansätze von Initiates file downloadSmart Villages-Konzepten. Unter dem Motto „Nachahmen erwünscht!“ stellten Vertreter aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis und den Landkreisen Cochem-Zell und Birkenfeld besonders erfolgreich realisierte Klimaschutzprojekte vor. Schwerpunktthemen waren Nahwärmeversorgung durch nachwachsende Rohstoffe und Lösungen nachhaltiger Mobilität im ländlichen Raum, wie beispielsweise das Elektro-Bürgerauto, die Mitfahrerbank oder das Elektro-Carsharing.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Kommunen beim Thema Klimaschutz zwar die zentrale Rolle einnehmen, für den Erfolg der kommunalen Arbeit eine unterstützende Bundesgesetzgebung und das Engagement der lokalen Bevölkerung letztlich unabdingbar sind.

Informationen über aktuelle Handlungs- und Fördermöglichkeiten für Kommunen, Unternehmen und Bürger finden Sie auf den Seiten der Energieagentur.