11.02.2016

Wärme-Rekordjahr 2015: Kommunaler Klimaschutz beginnt jetzt – spätestens

Das Jahr 2015 war weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1880, teilt die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA mit. Im Durchschnitt lag die globale Durchschnittstemperatur um 0,9 °C höher als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Damit lag die Temperatur sogar um 0,16 °C höher als im bisherigen Rekordjahr 2014. Der Dezember 2015 war weltweit zudem der wärmste Monat seit 1880. Für neun weitere Monate verzeichnete die US-Behörde Rekordtemperaturen im vergangenen Jahr.

Nach ersten Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes ist das Jahr 2015 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturmessungen in Deutschland. Und auch in Rheinland-Pfalz sind Auswirkungen spürbar: Dort, so das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen Rheinland-Pfalz, lag die Mitteltemperatur im Jahr 2015 mit
10,2 °C um 1,6 °C über dem langjährigen Mittel von 8,6 °Celsius.

 Der Weltklimavertrag von Paris: Global verhandeln – lokal handeln

Vor dem Hintergrund der genannten Zahlen zur Erderwärmung muss dem Klimawandel entschieden begegnet werden. Die Klimaverhandlungen in Paris waren diesbezüglich ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Das im wärmsten Dezember seit Aufzeichnungsbeginn verhandelte Pariser Klimaschutzabkommen formuliert sogleich ambitionierte Ziele zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgasemissionen. Insbesondere beschloss die Weltgemeinschaft, dass die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C, begrenzt wird. Das Signal, welches von der Konferenz ausgeht, lautet: Klimaschutz ist und bleibt extrem wichtig, wenn nachhaltige Klimaschutzziele erreicht werden sollen.

Dieser ambitionierten Zielsetzung muss folglich in Kürze eine konsequente und praktikable Umsetzung folgen. Hierbei spielen vor allem die Entwicklung von Strategien und Umsetzungsmaßnahmen eine entscheidende Rolle, die auch auf Ebene der Einzelstaaten und auch auf Ebene der Bundesländer formuliert werden müssen.

Das Land Rheinland-Pfalz ist in Bezug darauf mit dem zielformulierenden Landesgesetz zur Förderung des Klimaschutzes (2014), dem maßnahmenbeinhaltenden Landes-Klimaschutzkonzept (2015) und der im Jahr 2012 errichteten umsetzungsorientierten Energieagentur bereits strategisch und strukturell aufgestellt.

Das rheinland-pfälzische Klimaschutzgesetz hat zum Ziel, „den Klimaschutz in Rheinland-Pfalz in Ergänzung nationaler, europäischer und internationaler Anstrengungen durch einen angemessenen Beitrag des Landes nachhaltig zu verbessern“. In Hinblick darauf „sollen Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen festgeschrieben sowie geeignete Umsetzungsinstrumente geschaffen werden“. Das zentrale Instrument zur Umsetzung der Ziele dieses Klimaschutzgesetzes ist das Landes-Klimaschutzkonzept. Das in 2015 vorgelegte Konzept beinhaltet Maßnahmen zur Erreichung von Klimaschutzzielen, differenziert nach Emittentengruppen.

Während Aushandlung und Festlegung von Klimaschutzzielen auf Ebene des Bundes und der Bundesländer erfolgen, ist bei der Umsetzung dieser die lokale Ebene in besonderem Maße gefragt: Denn in den Kommunen wird aufgrund der räumlichen Konzentration, der komplexen Strukturen und der unterschiedlichen Nutzungen (Wohnen, Produktion, Handwerk, Mobilität, Freizeit) ein großer Teil klimarelevanter Emissionen erzeugt. Kommunen spielen daher aufgrund der sich daraus ergebenen Einsparpotenziale eine zentrale Rolle sowohl bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen als auch bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Kommunales Handeln orientiert sich dabei nicht ausschließlich an gebotenen Erfordernissen, sondern ist vor allem an lokale Rahmenbedingungen gebunden. Kommunen, vor allem kleine und/oder solche im ländlichen Raum des Landes Rheinland-Pfalz haben größtenteils weder die finanziellen Spielräume noch die Personalkapazitäten, um Klimaschutzaktivitäten anstoßen zu können.

Sinnvoll ist es daher, Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu entwickeln, die auch die realistische Chance bieten, durch kommunales Handeln vor Ort eigenständig oder mit Unterstützung von kompetenten Partnern erreicht zu werden.

 Die Energieagentur: Ein starker Partner im kommunalen Klimaschutz

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz setzt seit Jahren Impulse für lokale Klimaschutz-/Energiewende-Aktivitäten in den Kommunen. In Gesprächen, vor allem aber im Rahmen des Workshops „Lokal angepasste Klimaschutz-/Energiewende-Aktivitäten“ werden gemeinsam mit lokalen Akteuren (politische Entscheider, Verwaltungsmitarbeiter, Unternehmer, Handwerker, Bürger) Bedarfe identifiziert und Umsetzungsmaßnahmen entwickelt, die auf Realisierbarkeit und Attraktivität hin überprüft werden. Im Anschluss erfolgt eine „maßgeschneiderte“ Unterstützung für die Kommune.

Unabhängig davon, ob die Kommune 

·         noch am Anfang des Klimaschutzprozesses steht und nach einem passenden Einstieg in das Thema sucht oder

·         bereits aktiv ist, eventuell sogar ein Konzept besitzt, und Unterstützung bei der Vertiefung konkreter Planungen Themen und Aktivitäten benötigt oder

·         bereits bestehende Ideen und Maßnahmen- und Projektideen Prioritäten im Sinne einer Priorisierung filtern möchte, um eine zielführende Strategie zu entwickeln,

 

unterstützt die Energieagentur Rheinland-Pfalz alle Kommunen mit dem Ziel, Maßnahmen und Projekte anzustoßen und umzusetzen.

Neben der Themenidentifikation informiert die Energieagentur unter anderem über alle öffentlichen Fördermöglichkeiten und vermittelt Kontakte zu umsetzungserfahrenen Ansprechpartnern von erfolgreichen Beispielen; sie informiert in Form von Veranstaltungen und Vorträgen über Potenziale und Möglichkeiten im Themenkomplex „Energiewende/Klimaschutz“, bietet fachliche Workshops an  und führt Energieaktionstage an Schulen durch.

Unser Motto lautet: „Kommen Sie auf uns zu, dann kommen wir zu Ihnen.“

Bei Fragen stehen  interessierten Kommunen im Rhein-Lahn- und im Rhein-Hunsrück-Kreis
Axel Bernatzki und Paul Ngahan gern zur Verfügung: Tel.: 06761 - 967 89 -30
oder -31 bzw. per Mail unter  
mittelrhein(at)energieagentur-rlp(dot)de 
axel.bernatzki(at)energieagentur(dot)rlp.de      
paul.ngahan(at)energieagentur.rlp(dot)de