07.09.2017

Energiewende vor Ort: Wohnhaus-Sanierung in Lahr

Reinhold Färber vor seinem sanierten Haus in Lahr (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Axel Bernatzki)

Gabi und Reinhold Färber ist die öffentliche Aufmerksamkeit eigentlich nicht recht. Dabei ist ihr Beitrag zum Klimaschutz durchaus preiswürdig: Die Auszeichnung  mit dem Opens internal link in current windowSiegel „H.ausgezeichnet“ steht dem Ehepaar zweifelsfrei zu, weil die von ihnen umgesetzte Sanierung eines Wohnhauses in Lahr die Vorgaben der Energieeinsparverordnung mehr als erfüllt: als „KfW-Energiesparhaus 70“.

Das ist ein beachtlicher Sanierungserfolg für ein Gebäude mit dem Baujahr 1959, an dem über die Jahre immer mal wieder an-, um- und ausgebaut wurde. Das Sparen von Heizenergie hatte in den frühen Jahren niemand im Blick. Als vor rund 30 Jahren Reinhold und Gabi das Haus übernahmen, schufen auch sie zunächst zusätzlichen Wohnraum.

„Die Sanierung beginnt fast immer mit einer anstehenden Reparatur“, sagt Hans-Peter Färber, Ingenieur und Energieberater aus dem Nachbarort Mörsdorf. „Die Fenster vom Altbau waren fällig“, bestätigt Reinhold Färber, „und außerdem sollte das Haus endlich wie aus einem Guss aussehen.“

Damit begann eine grundlegende Sanierung, die am Ende knapp zwei Jahre dauern sollte. Über den Ersatz der alten Fenster durch Dreifachverglaste ging das weit hinaus:  Fassade, Dächer und Kellerdecke dämmen, neue Heizungsanlage, Wärmebrücken beseitigen. Einen Balkon hat Reinhold Färber eigenhändig Stück für Stück angestemmt. Überhaupt konnte er eine Menge selber machen.

Und pfiffige Ideen einbringen. Von außen sichtbar ist der gelungene Versuch, trotz dicker Dämmschicht möglichst viel Licht ins Haus zu lassen. Erreicht wird das durch simples Abschrägen der Fensterlaibungen - zudem ein attraktiver Gestaltungseffekt auf der ansonsten eher nüchternen Fassade.

Als alles geschafft war, hatte Färber zunächst gesagt: „Das tu ich mir nicht nochmal an!“ So fühlte er sich insbesondere nach fünf Urlaubswochen, die er mit täglich zwölf Arbeitsstunden am eigenen Haus ausfüllte. „Aber heute“, sagt Reinhold Färber voller Überzeugung, „heute würde ich das wieder machen. Wir haben es so viel besser jetzt.“ Schon, weil „es jetzt viel behaglicher ist“, ergänzt Ehefrau  Gabi , „und die gleichmäßige Wärme viel angenehmer.“ 

Für Energieberater Hans-Peter Färber ein wichtiger Aspekt: der Gewinn an Wohnkomfort. Denn allein gestützt auf mit Amortisationsberechnungen würden viele sinnvolle Sanierungsprojekte gar nicht erst angegangen.  Dabei ist die energetische Sanierung von Altbauten von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Dörfer - und für das Erreichen der Klimaschutzziele im Land. Angesichts dessen denken die Färbers nun doch nochmals darüber nach, ob sie sich die Opens internal link in current window„H.ausgezeichnet“-Plakette der Energieagentur nicht doch überreichen lassen wollen.


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Bilder unten:

Bild 1: Das Gebäude vor der Sanierung (Foto: Hans-Peter Färber)
Bild 2: Der Charakter des Mehrfamilienhauses blieb bei der energetischen Sanierung erhalten. Wohnraum wurde gewonnen, die Heizkosten sind seither minimiert, das Gebäude wirkt mehr wie aus einem Guss (rechts). Die abgeschrägten Fensterlaibungen lassen mehr Licht einfallen (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Axel Bernatzki).