11.09.2017

Energiewende vor Ort: Die alte Ölheizung hat bei den Reppins ausgedient

Die Kollektorflächen auf dem Nebenhaus reichen aus, um deutlich über den eigenen Verbrauch hinaus Strom zu erzeugen. Im ersten Betriebsjahr verbrauchten die Reppins zusammen nur noch rund 1000 Kilowattstunden aus dem Netz, alles andere schaffte die Sonne (Foto: Pierre Reppin).

„Die Abhängigkeit - und der Gestank!“, sagt Ralf Reppin. „Und der Schaden für die Umwelt . . . “, ergänzt seine Frau Petra. „Endlich weg vom Öl“, setzt er hinzu, sie nickt. Das Ehepaar Reppin sitzt in seinem gemütlichen Wintergarten, den modernen Scheitholzofen stets im Blick. Jetzt, während der Sommermonate, macht der eine längere Pause; von Herbst bis Frühjahr allerdings schafft er, unterstützt von einem weiteren Holzofen im Obergeschoss, die Wärme fürs ganze Haus. Mit Holz heizen die Reppins schon lange; neu ist, dass sie vollständig „weg sind vom Öl“. Seit gut einem Jahr leistet nämlich eine hocheffiziente Photovoltaik-Anlage die Warmwasser-Versorgung - und der alte Öl-Kessel aus den 80er Jahren hat ausgedient.

Das private Anwesen in Kirchberg stammt aus den 1930er Jahren. Viel ist seither an-, um- und zugebaut worden, nicht zuletzt,  seit Familie Reppin  es Ende der 90er erwarb. Die Wohnbereiche sind weitgehend offen, sodass die Wärme des Ofens sich leichter verteilen kann. Dazu muss die Kraft der Sonne, eingefangen von Dachmodulen, nicht beitragen. Die teilweise noch vorhandenen Heizkörper sind außer Funktion.

Der alte Ölbrenner ermöglichte vor allem warmes Duschen - bis der Kirchberger Solateur Wolfgang Buschbaum vorrechnete, dass die Sonne dies zu vergleichbaren Kosten ebenfalls schaffen würde. Und seither strahlt Ralf Reppin vor Freude, wenn er auf dem Laptop die Statistiken seiner Photovoltaik-Anlage kontrolliert - ob in Echtzeit oder fürs ganze Jahr.

Denn die Diagramme zeigen: Fast den kompletten Strombedarf decken die Kollektoren ab. Die sind auf dem Dach eines Nebengebäudes installiert, und zwar in Ost- und West-Ausrichtung. Während noch vor einigen Jahren nach Süden weisende Dachflächen als optimal galten und hohe Einspeisevergütungen versprachen, gilt mittlerweile gerade die Ost-West-Variante in vielen Fällen als  die günstigere. Denn sie fängt die Energie gleichmäßiger über den Tag verteilt ein, was den typischen Verbrauchszeiten - am Morgen und abends - eher entspricht.

Anschaffung und Montage der Kollektoren und Speicher hat Ralf Reppin so finanziert, dass sich an den finanziellen Energiebelastung nichts ändert: Was die Familie an Strom- und Heizkosten einspart, fließt in gleicher Höhe in die Tilgung für die PV-Anlage. „Spätestens in ein paar Jahren mache ich nur noch Gewinn“, hat er kalkuliert. Und schon jetzt bleiben ein paar Euro an Ertrag übrig. Als „Zubrot“, sozusagen, zu dem guten Gefühl, nur noch mit Sonnenkraft warm zu duschen.

 

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Bild unten:

Ein Frühlingsmonat als Balkendiagramm auf Ralf Reppins Laptop. Nur dunkelrot bedeutet: Strombezug aus dem Netz. Alles andere liefert die Sonne - entweder zum direkten Verbrauch (grün) oder über den Batteriespeicher (orange), verdeutlicht das obere Diagramm. Darunter wird erkennbar, dass noch eine Menge des selbst erzeugten Stroms ins Netz eingespeist wird.