12.03.2015

Ellern diskutiert über „Dorfwärme“

Nachbarn kommen als Berater ins Haus: Um eine möglichst hohe Anschlussdichte im geplanten Nahwärmenetz zu erreichen, setzt die Gemeinde Ellern am Fuß des Soonwaldes auf die Überzeugungskraft der eigenen Dorfgemeinschaft. In den nächsten Wochen soll durch diese Art von Hausbesuchen ermittelt werden, für welche Ellerner Haushalte sich der Umstieg auf die „Dorfwärme“ lohnt und wer bei dem Zukunftsprojekt mitmachen will.

Diese Vorgehensweise wurde jetzt bei einer Bürgerversammlung in der Soonwaldhalle vorgestellt. Mehr als 100 Einwohner waren gekommen, um sich von Ortsbürgermeister Friedhelm Dämgen und VG-Bürgermeister Arno Imig den weiteren Weg zum lokalen Wärmenetz erläutern zu lassen. Denn die Verbandsgemeinde, auch dies ein Novum in der Region, würde beim Zustandekommen des Netzes als dessen Betreiber agieren und den gesamten administrativen Aufwand als Dienstleister übernehmen.

Ein Angebot, das alle Fachreferenten des Abends ausdrücklich begrüßten. Zunächst hatte Ulrich Schäfer vom planenden Ingenieurbüro die vorgesehenen Verfahren bei Bau, Betrieb und Abrechnung erläutert und dabei eine Präsentation von Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle zu CO2-Einsparung und regionaler Wertschöpfung integriert, ehe Friedrich Hachenberg vom Büro „Stadt-Land-plus“ über die positiven Auswirkungen ähnlicher Projekte auf die Strukturen dörflichen Zusammenlebens berichtete.

Einig waren sich die Referenten auch in ihrem Bestreben,  den Dorfbewohner Mut zu machen, die Chance auf dauerhaft in eigener Verantwortung betriebener Wärmeversorgung zu ergreifen. Eine Ermunterung, die in der Versammlung viel Zustimmung fand. Eine Realisierung im kommenden Jahr, von Bürgermeistern und Planern als „sportlich“ bewertet, erscheint daher möglich: In Ellern könnte 2016 ein weiteres kommunales Nahwärme-Großprojekt Wirklichkeit werden.