23.03.2017

Dorfwärme in Ellern am Soonwald wird vom Land gefördert

(v.l.n.r.) Ulrich Schäfer von Planungsbüro ibs (zuständig für die Heiztechnik), Staatssekretär Thomas Griese, Verbandsgemeindebürgermeister Arno Imig, Ortsbürgermeister Friedhelm Dämgen und Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro stadt-land-plus, das Standort und Baukörper der Heizzentrale entwickelt, Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Ein weiteres „Leuchtturm-Projekt“ im Rhein-Hunsrück-Kreis geht seiner Umsetzung entgegen. Für den Nahwärmeverbund in Ellern übergab jetzt Umweltstaatssekretär Thomas Griese einen Förderbescheid über 404.000 Euro aus dem Landesprogram „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur“ (ZEIS).

Das Nahwärmenetz mit Solarthermie- und Biomassefeuerungsanlage haben die Bürgerinnen und Bürger aus der Ortsgemeinde am Fuß des Soonwaldes selbst initiiert. Sie gründeten einen Arbeitskreis Dorfwärme Ellern, es wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und um Anschlussnehmer unter den Gemeindemitgliedern geworben. Die Aufklärungsarbeit übernahmen speziell geschulte Mitglieder des Arbeitskreises - sozusagen von Nachbar zu Nachbar.

Bei der „Dorfwärme Ellern“ handelt es sich um ein großes Nachwärmenetz. Die Anschlussleistung für die 105 teilnehmenden Haushalte wird bei 1.654 Kilowatt liegen. Bemerkenswert an dem Konzept ist auch die große Solarthermieanlage, die Staatssekretär Griese besonders lobte. Sie wird eine Fläche von fast 1200 Quadratmetern haben und 15 Prozent des Wärmebedarfes liefern. In Rheinland-Pfalz gibt es nur eine weitere vergleichbar große Solarthermieanlage - zwischen den Dörfern Neuerkirch und Külz bei Simmern. Wie dort wird auch die Ellerner Heizanlage Holz-Hackschnitzel verbrennen.

Die Investitionskosten betragen insgesamt 4,7 Millionen Euro. Bei der KfW sind 956.000 Euro beantragt. Die Gemeinde Ellern beteiligt sich mit 400.000 Euro. „Der weitaus größte Teil der Wärme wird noch immer aus fossilen Energieträgern gewonnen. Der Wärmemarkt hat einen Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten CO2-Emissionen. Das zeigt uns, dass wir unsere Klimaschutzziele ohne eine Wärmewende nicht erreichen können“, so der Staatssekretär bei der Förderbescheid-Übergabe.