14.09.2017

„Bürger müssen die Energiewende selbst in die Hand nehmen“

Pünktlich zum 3. Strüther Umwelttag in Betrieb genommen: die neue Ladesäule für Elektroautos. (Bild: S. Schwartz, Energieagentur)

„Eine Energierevolution muss her!“, lautet die Kernthese des Berliner Professors Volker Quaschning, eine Revolution statt der „lauen Energiewende“, die er derzeit in Deutschland wahrnimmt. Quaschning war gefeierter Hauptredner beim 3. Strüther Umwelttag, der jetzt im Rahmen der landesweiten Aktionswoche der Energieagentur  stattfand.

Heizen müssen wir künftig mit Solar- und Windenergie, fordert Quaschning, und im Straßenverkehr  seien Fahrverbote und Zulassungssperren für Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2025 unausweichlich. All das werde einhergehen „mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs - und diesen Bedarf müssen wir mit regenerativen Energien decken.“

Weder Regierung noch Opposition habe dafür jedoch ein überzeugendes Konzept; deshalb müssten die Bürger die Energiewende selbst in die Hand. „Wir haben einen Planeten zu retten“, sagte Quaschning, „stehen Sie auf, und machen Sie’s!“ Das taten die rund 200 Zuhörer im Gemeindehaus von Strüth tatsächlich - um dem Redner zu applaudieren.

Viel Lob für die Energiegenossen

Zuvor hatte Staatssekretär Dr. Thomas Griese aus dem Mainzer Umweltministerium für das Klimaschutzkonzept der Landesregierung geworben. Die Verzehnfachung der regenerativen Stromerzeugung im Land während der vergangenen fünf Jahre nannte er einen beachtlichen Erfolg; viel zu tun gebe es hingegen noch bei der „Wärmewende“. Griese: „Es existieren aber etliche Erfolg versprechende Projekte wie beispielsweise das, mehr Nahwärmenetze für Bioenergie zu schaffen.“

Strüth lobten Griese und Landrat Frank Puchtler insbesondere für die Energiegenossenschaft  Oberes Mühlbachtal und sein Elektro-Carsharing-Projekt. Ein Engagement, das über rein rechnerische Kostenvorteile weit hinaus reicht.