22.09.2016

AKTIONSWOCHE: Ackerholztag im BioWärmeZentrum RLP stößt auf reges Interesse

Information und Erfahrungsaustausch rund um das Thema Kurzumtriebsplantagen standen im Zentrum des Ackerholztages, zu dem Landesforsten Rheinland-Pfalz im Rahmen der Aktionswoche der Energieagentur Rheinland-Pfalz ins Biowärmezentrum bei Simmern eingeladen hatte. Rund 25 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, aus dem breiten Spektrum an Fachvorträgen und Exkursionen neue Erkenntnisse für die Praxis zu sammeln. In Kurzumtriebsplantagen (KUP) werden schnellwachsende Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen kultiviert, geerntet wird nach weniger als 20 Jahren. Der Rohstoff dient in Deutschland hauptsächlich als Energieholz, aber auch in der stofflichen Nutzung  liegen Potenziale.

Noch sind KUP in Deutschland eher eine Randerscheinung, in Rheinland-Pfalz wurden 2015 auf ca. 170 ha KUP angebaut, dies entspricht ca. 0,4 Prozent der Ackerfläche. Im Rahmen des Ackerholztags waren (potenzielle) Praktiker dazu eingeladen, sich mit dem Thema KUP näher vertraut zu machen und sich relevantes Fachwissen über Anbau, Pflege und Ernte anzueignen.

Rohstoff für die Wärmewende

Nach der Begrüßung durch Udo Koop, Leiter des BioWärmeZentrums, stellte Lukas Mock vom Landesministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in seinem Grußwort die Bedeutung des Rohstoffs Holz für die Wärmewende heraus. So basierten heute 90 Prozent der regenerativ gewonnenen Wärme auf Holz, mit steigendem Bedarf sei zu rechnen.

Horst Metz von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) betonte, die  Bedeutung von  KUP für die Bedarfsdeckung. Denn die Waldrestholzmengen seinen begrenzt, die Potenziale von Altholz und die Mengen aus Landschaftspflegeholz nahezu ausgeschöpft.

Anpflanzungen als Lebensraum

In den folgenden Fachvorträgen wurde praxisnah über Standortbedingungen und geeigneten Baumarten, Zuschüsse und Grenzabstände, Ertrag und Erntetechniken informiert. Chancen des integrierten Pflanzenschutzes und Möglichkeiten zur Förderung der Biodiversität durch KUP stellte Richard Georgi von der Technischen Universität Dresden vor. Wichtig dabei: „Man muss als Bewirtschafter das Vertrauen in das System haben.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten Exkursionen zu fünf KUP-Standorten im Hunsrück. Zum Erfolg der Veranstaltung trugen neben dem  themenübergreifenden Programm das ausgeprägte Interesse der Teilnehmer und Referenten bei, das sich in angeregten Diskussionen zeigte.