05.09.2017

Aktionswoche 2017: Rückblick "Energiegewinnhaus zum Anfassen"

Energiegewinnhaus zum Anfassen: Kreisbeigeordneter Dietmar Tuldi (zweiter von rechts) und Architekt Hubertus Jäckel (vierter von rechts) überreichen Herrn Hildenbrand, technischer Vorstand der Rhein-Hunsrück Entsorgung, die Aktionswochen-Plakette und die Klimaschutzplakette "H. ausgezeichnet". (Foto: Rhein-Hunsrück Entsorgung)

Fast ein Dutzend Teilnehmer waren zur Veranstaltung der Energieagentur Rheinland-Pfalz im Rahmen der Opens internal link in current windowAktionswoche „Ein Land voller Energie“ gekommen, die bei der Rhein-Hunsrück Entsorgung (RHE) in Kirchberg stattfand.

In seiner Begrüßung stellte Klaus-Peter Hildenbrand, technischer Vorstand der RHE, das Gebäude dar und verwies auf den niedrigen Energieverbrauch und die erzielte, regionale Wertschöpfung. Fast 27 Handwerker vorwiegend aus der Region waren unter anderen an diesem Projekt beteiligt.

„Wir im Rhein-Hunsrück-Kreis müssen uns nicht verstecken! Wir sind, was die Gestaltung der Energiewende vor-Ort angeht, Vorreiter in Rheinland-Pfalz“, sagte Dietmar Tuldi, Kreisbeigeordneter. Er vertrat Landrat Dr. Marlon Bröhr, der in Sachen regionaler Energiewende auf Dienstreise in Japan ist. „Die Liste der Projekte, die zum Klimaschutz beitragen, ist im Kreis sehr, sehr lange“ fuhr Dietmar Tuldi fort.

Architekt Hubertus Jäckel stelle das Gebäude, das er als Verwaltungsgebäude im Passivhaus-Standard im Jahr 2007 entwarf, dar. Das Gebäude hat einen Nutzgrundfläche von 605 m² und einen spezifischen Heizwärmebedarf von 15 kWh/(m².a). Die Gebäudekonstruktion hat eine Kernstruktur in Stahlbeton mit 300 mm Bodenplatte, 240 mm Fertigteilwände und 220 mm Dachplatte. Das ganze Gebäude ist mit einem 300 mm Polystyrol-Schaum gedämmt. Die Fenster aus Kunststoff sind 3-fach verglast und weisen einen Wärmedurchgangskoeffizienten kleiner 0,8 W/(m²·K) auf. Die Gebäudeleittechnik, die das Tageslicht durch Jalousien regelt, das Kunstlicht, das Heizen oder Kühlen,  die Lüftung nach Anwesenheit, Witterung und Jahreszeit steuert ist frei programmierbar. Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 20,7 kW und einem Jahresertrag von 17.520 kWh/Jahr ist auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes installiert, sodass der Energiegewinn den Energieeinsatz im Gebäude ausgleicht. 400 m Erdleitungen sorgen im Sommer für die Kühlung des Gebäudes und im Winter für die Vorerwärmung der frische Luft. Da das Gebäude ein hochenergieeffizientes Haus ist, wurde es von der Energieagentur Rheinland-Pfalz mit der Opens internal link in current windowKlimaschutzplakette "H.ausgezeichnet" geehrt.

„Das Energiegewinnhaus hat nach ca. 8 Jahren Benutzungsdauer die zum Projektstart formulierten Rahmenbedingungen und Ziele erfüllt. Mitarbeiter und Gebäude haben sich in einer Form der Symbiose eingespielt“, sagte Architekt Hubertus Jäckel aus Oberwesel am Ende seines Vortrags. Es war eine gelungene Veranstaltung mit vielen Fragen der interessierten Teilnehmer.