11.09.2017

Aktionswoche 2017: Energiegewinnhaus zum Anfassen

Energiegewinnhaus zum Anfassen: Kreisbeigeordneter Dietmar Tuldi (Zweite von rechts) und Architekt Hubertus Jäckel (Vierter von rechts) überreichen Klaus-Peter Hildenbrand von der rhe die Teilnahme-Plakette und die Klimaschutzplakette „H.ausgezeichnet“. (Bild: Rhein-Hunsrück Entsorgung)

Eine äußerst sachkundige Führung  durch das Verwaltungsgebäude der Rhein-Hunsrück-Entsorgung (rhe) erlebten die Besucher, die im Rahmen der landesweiten Aktionswoche „Ein Land voller Energie“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz  zum Sitz des Entsorgungsunternehmens bei Kirchberg gekommen waren.

„Wir im Rhein-Hunsrück-Kreis müssen uns nicht verstecken! Wir sind, was die Gestaltung der Energiewende vor Ort angeht, Vorreiter in Rheinland-Pfalz. Die Liste der Projekte, die zum Klimaschutz beitragen, ist im Kreis sehr, sehr lang.“ Dietmar Tuldi, als Kreisbeigeordneter Vertreter von Landrat Marlon Bröhr, fand diese stolzen Begrüßungsworte, als im Rahmen der landesweiten Aktionswoche ein solches Vorzeigeprojekt  besichtigt werden konnte.

Kern aus Stahlbeton

Architekt Hubertus Jäckel aus Oberwesel stelle das Gebäude, das er als Verwaltungsbau im Passivhaus-Standard 2007 entworfen hat, den Besuchern mit vielen fachlichen Details vor.  Das Haus bietet eine Nutzgrundfläche von 605m² und hat einen spezifischen Heizwärmebedarf von 15 kWh/(m²a). Die Gebäudekonstruktion hat eine Kernstruktur in Stahlbeton mit 300 mm Bodenplatte, 240 mm Fertigteilwände und 220 mm Dachplatte. Das ganze Gebäude ist mit einem 300 mm Polystyrol-Schaum gedämmt. Die Fenster aus Kunststoff sind 3-fach verglast und weisen einen Wärmedurchgangskoeffizienten kleiner 0,8 W/(m²·K) auf.

Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Spitzenleistung von 20,7 kW und einem Jahresertrag von 17.520 kWh/Jahr ist auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes installiert, sodass der Energiegewinn den Verbrauch im Gebäude ausgleicht. 400m Erdleitungen sorgen im Sommer für die Kühlung des Gebäudes und im Winter für die Vorerwärmung der frische Luft.

Regionale Handwerker profitierten

„Das Energiegewinnhaus hat nach rund acht Jahren Nutzungsdauer die zum Projektstart formulierten Ziele erfüllt. Mitarbeiter und Gebäude haben sich in einer Form der Symbiose eingespielt“, sagte Architekt Jäckel aus Oberwesel am Ende seines Vortrags. Klaus-Peter Hildenbrand , technischer Vorstand der rhe, bestätigte dies und verwies zugleich auf den niedrigen Energieverbrauch sowie  die erzielte regionale Wertschöpfung: Allein am Bau waren 27 Handwerker vorwiegend aus der Region beteiligt gewesen.