21.11.2017

Zukunftsfähige Energieregion Pfälzerwald – Arbeitskreis Wärme: Planung von Klimaschutzmaßnahmen in Kommunen

30 Teilnehmer des Arbeitskreises Wärme der „Zukunftsfähigen Energieregion Pfälzerwald“ trafen sich in Maikammer, um über kommunale Energieplanung zu sprechen (Bild: Energieagentur Rheinland-Pfalz).

Wie lassen sich Maßnahmen zum Klimaschutz in Kommunen planen? Auf welche Instrumente der Raumplanung können Kommunen zurückgreifen? Wie lassen sich kommunale Planungen durch eine kontinuierliche und systematische Datenerfassung verbessern?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die 30 Teilnehmer des Arbeitskreises Wärme der „Zukunftsfähigen Energieregion Pfälzerwald“ in Maikammer.

„Den Kommunen stehen zahlreiche Instrumente und rechtliche Möglichkeiten zur Umsetzung von klimaschützenden Maßnahmen im Rahmen der Bauleitplanung zur Verfügung“, sagte Initiates file download Prof. Karl Ziegler, Raumplaner von der Technischen Universität Kaiserslautern. Er ging u.a. darauf ein, wie in Flächennutzungsplänen Maßnahmen zum Klimaschutz festgeschrieben werden können. Zudem erläuterte er Möglichkeiten, in Bebauungsplänen Gebiete auszuweisen, in denen bestimmte bauliche und technische Maßnahmen für die Erzeugung, Nutzung oder Speicherung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder KWK getroffen werden müssen. Auch die Übernahme von Regelungen zum gemeindlichen Anschluss- und Benutzungszwang in Bebauungsplänen kam zur Sprache.

Anhand von Beispielen von Kommunen in Baden-Württemberg und im südlichen Rheinland-Pfalz machte Initiates file downloadThomas Beck von Smart Geomatrics in Karlsruhe deutlich, wie eine systematische Datenerfassung die Planung von Energie- und Klimaschutzprojekten oder die Erstellung von Quartierskonzepten unterstützen kann. Er verdeutlichte, dass die Datenerfassung ein wichtiges Instrument ist, um bisherige Anstrengungen zum Klimaschutz in Kommunen zu evaluieren, weiterzuentwickeln und vor dem Hintergrund neuer Entwicklungen anzupassen sowie ein fortlaufendes Monitoring zu etablieren.

Initiates file downloadMichael Damian und Thomas Neri von den Pfalzwerken stellten Umsetzungsbeispiele aus den Bereichen Biomasse, Nahwärme und KWK vor und gingen auf Finanzierungsansätze wie beispielsweise Contracting ein. Anschließend luden sie die Teilnehmer zur Besichtigung des Heizwerkes des Biomasse-Nahwärmenetzes Maikammer ein, das seit 2009 in Betrieb und neben öffentlichen Einrichtungen und dem örtlichen Schwimmbad auch private Liegenschaften versorgt. Die Grundlast wird mittels Waldholz und Grünschnitt erzeugt.

In der abschließenden Strategie-Diskussion wurden Themenwünsche für die kommenden Treffen des Arbeitskreises gesammelt. Genannt wurden beispielsweise die Themen Gebäudeenergieeffizienz, energieautarke Gebäude, Kalte Nahwärme, Contracting, Nahwärme mit großflächiger Solarthermie, saisonale Speicher und Fördermöglichkeiten sowie Flexibilitätsoptionen für Biogasanlagen oder die Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe für Wärmekonzepte. Im Jahr 2018 sind zwei weitere Arbeitskreis-Treffen in der Region Pfälzerwald geplant.

Der Arbeitskreis ist Teil des Opens external link in new windowProjekts „Wärmeinitiative Pfälzerwald“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, die lokale Wärmewende voranzutreiben und Akteure vor Ort bedarfsgerecht dazu zu unterstützen, Projekt zu konzipieren und umzusetzen.  


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