17.06.2015

„Stromspar-Offenbach“ auf weiteren Energiespar-Pfaden

Nachdem die Gemeinde Offenbach/Queich die Aktion Offenbach spart Strom erfolgreich abgeschlossen hat, geht nun die Verbandsgemeinde Offenbach weitere Energieeinsparmöglichkeiten an. Als eine von 16 Kommunen in Rheinland-Pfalz ist sie Partner in einem zweijährigen Projekt, in dem die Deutsche Energieagentur (dena) gemeinsam mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz Kommunen bei der systematischen Entwicklung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in kommunalen Liegenschaften unterstützt.

Die dena und die Energieagentur Rheinland-Pfalz bringen den kommunalen Vertretern im Rahmen einer Veranstaltungsreihe bis Ende 2016 Organisationsstrukturen des Energie- und Klimaschutzmanagements nahe. Die Teilnehmer lernen den Ablauf und die Instrumente des dena-Energie- und Klimaschutzmanagements kennen. Dazu gehören geeignete Organisationsstrukturen, ein energie- und klimapolitisches Leitbild, eine detaillierte Analyse der energetischen Ausgangssituation sowie darauf aufbauende Energiesparmaßnahmen. Der Vorteil dieses Ansatzes ist das systematische Vorgehen: So kann sichergestellt werden, dass alle relevanten Handlungsfelder wie Gebäude, Stromnutzung, Verkehr und Energiesysteme gleichermaßen berücksichtigt und alle energetischen Schwachstellen entdeckt und verbessert werden können.

„In unserer Verbandsgemeinde haben wir jetzt einen Mitarbeiter, der sich intensiv mit dem Energiemanagement auseinandersetzt“, so VG-Bürgermeister Axel Wassyl. „Die organisatorischen Grundvoraussetzungen, ohne die systematisches Vorgehen nicht möglich ist, haben wir geschaffen.“ Die VG Offenbach wolle sich zunächst auf die Liegenschaften der Verbandsgemeinde konzentrieren. Dazu gehören vier Feuerwehrhäuser, drei Schulen, zwei Sporthallen, das Schwimmbad, das Rathaus sowie die Kläranlage.

Als gleichzeitiger Bürgermeister der Ortsgemeinde Offenbach habe er bereits viel Einsparpotenzial ermittelt, so Wassyl. „Wir haben zum Beispiel alleine im Museum noch sehr viele Halogen-Lampen. Mein Ziel ist es, mittelfristig alles auf LED-Beleuchtung umzustellen.“ Die Außenbeleuchtung solle noch in diesem Jahr umgestellt werden. Darüber hinaus müsse etwa die Heizung im Kulturzentrum mal genauer unter die Lupe genommen  werden.

Energie- und Klimaschutzkoordinator der VG Offenbach, Tobias Huber, ist mit der Schaffung der Organisationsstruktur für das Energiemanagement in der Verbandsgemeinde betraut und arbeitet in dem zweijährigen Projekt von dena und Energieagentur Rheinland-Pfalz mit. „Wir wollen ein zukunftsgerichtetes Energiemanagement aufbauen – Energie wird uns immer mehr beschäftigen, vor allem wegen der Kosten. Einsparungen haben bisher zwar auch «Von der Hand in den Mund» funktioniert – indem wir verschiedene Einzelmaßnahmen durchgeführt haben, immer dann, wenn es gerade passte“, so Tobias Huber, „aber ein Gesamtkonzept und feste Strukturen im Energiemanagement sind natürlich wirkungsvoller und bedeuten enormes Einsparpotenzial.“

„Ohne Arbeit geht es nicht“

Die Anleitungen und Materialien der dena sieht Huber als überaus hilfreich und nutzt die Internetseite der dena, die auch zum Beispiel Tools zur Verbrauchserfassung bereitstellt, „praktisch täglich“. „Man muss sich aber dahinterklemmen und viel Arbeit in das Projekt stecken“, sagt Tobias Huber nach den ersten beiden von insgesamt zwölf Schulungsterminen.

Auch die Energieagentur Rheinland-Pfalz stellt auf ihrer Webseite aktuelle Informationen zu dem Projekt bereit. Außerdem steht sie den teilnehmenden Kommunen mit ihrem Fachwissen zur Seite und beantwortet Förderanfragen.

„Für uns ist der Aufbau eines effektiven Energiemanagements ein Zukunftsprojekt ohne Enddatum“, so Tobias Huber. „Wir gehen nicht davon aus, dass in zwei Jahren alles steht. Aber wir wollen ein gutes Stück weiter sein und sind überzeugt davon, dass der Aufwand sich lohnt!"