29.06.2017

Regional einheitliches Betreibermodell für E-Ladesäulen angestrebt

Die Teilnehmer des Workshops an der VG-Verwaltung Grünstadt-Land

Nachdem seit Januar 2017 mehrere Pfälzer Kommunen und Werke gemeinschaftlich Förderanträge für Elektroautos und Ladesäulen beim Bund gestellt haben, folgten gestern 20 Vertreter aus Kommunen und Stadt- und Gemeindewerken der Einladung der Energieagentur zu einem Workshop "Regional einheitliches Betreibermodell für E-Ladesäulen" (Agenda). Die Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energieagentur führte den Workshop gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, der Kreisverwaltung Südwestpfalz und der Pfalzenergie GmbH durch.

Welches Betreibermodell?

Beispiele für den Betrieb von Elektroladesäulen gaben Dennis Fitzek von den Stadtwerken Neustadt an der Weinstraße (Vortrag Fitzek), Sebastian Koch von der Pfalzwerke AG (Vortrag Koch) und Sven Bohn von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA) (Vortrag Bohn). Abrechnungslösungen und Preisgestaltungen wurden intensiv mit den Referenten diskutiert, wie auch die Kriterien, nach denen Betreiber von Ladesäulen ausgewählt wurden. "Die Abrechnung ist alles andere als trivial", so die Befürchtung einiger Teilnehmer. Dennis Fitzek berichtete jedoch aus seinen Erfahrungen in Neustadt a.d.W., dass die dort gewählte Innogy-Lösung sehr gut funktioniere. "Aber man sollte darauf achten, flexibel zu bleiben, da sich der Markt sehr dynamisch bewegt - wenn es für uns künftig eine noch bessere Lösung gibt, schließen wir Änderungen des Betreiberpartners nicht aus."

Auswahl des Betreibers

Die Kriterien, nach denen der Ladesäulen-Betreiber im Land Thüringen ausgewählt wurde, stellte Sven Bohn von der ThEGA, der Landesenergieagentur Thüringen, vor. "Das wäre doch ein gute Vorlage für uns", waren sich die Teilnehmer einig. "Wir müssen ja nicht alles neu erfinden und könnten gut auf diesen Zug aufspringen."

Standort- und Kostenfragen

Auch die Frage, an welchen Standorten Schnellladesäulen in der Pfalz überhaupt sinnvoll sein können, sowie die möglichen zukünftigen Entwicklungen wurden diskutiert. Die Pfalzwerke AG, die seit diesem Jahr den Aufbau von KfZ-Ladeinfrastruktur pfalzweit forciert, sieht den Bedarf für die hochpreisigen Schnellladesäulen (DC - Gleichstrom) an öffentlichen Parkplätzen. Die Stadtwerke Neustadt a.d.W. sehen den Bedarf für Schnellladesäulen im Raum Neustadt aktuell jedoch nicht, da es wenig Durchgangsverkehr gebe, und setzen auf AC (Wechselstrom)-Ladesäulen.

Ziel ist es, möglichst flächendeckend in der Pfalz ein einheitliches Ladesäulennetz zu haben, so dass die Nutzung attraktiv - also möglichst einfach und kostengünstig für E-Auto-Fahrer - ist. Denn die Preise für den geladenen Strom variieren: Eigene Kunden bezahlen einen wesentlich geringeren Preis als Fremdkunden. Dennis Fitzek bezifferte das am Beispiel Neustadt a.d.W. auf derzeit netto 25,44 Cent für Vertragskunden im Vergleich zu 30 Cent für Fremdkunden.

Weiteres Vorgehen:

- intensive Abstimmungen bezüglich der Standorte von Ladesäulen zwischen Kommunen bzw. Stadt- und Gemeindewerken und Pfalzwerke AG

- Bündelausschreibung für Ladesäulenbeschaffung und -errichtung: Abfrage bei Kommunen pfalzweit, wer sich beteiligen möchte, durch die Lotenstelle E-Mobilität der Energieagentur gemeinsam mit der Pfalzenergie.

"Dass die Weitergabe von Erfahrungen und das "Netzwerken" enorm wichtig ist, hat der Workshop wieder gezeigt", so Jan Maurice Bödeker von der Energieagentur Rheinland-Pfalz.