16.03.2015

Photovoltaik für Einfamilienhäuser nach wie vor wirtschaftlich

Auf große Resonanz stieß der Vortragsabend „Die Sonne bezahlt die Stromrechnung“ in Klingenmünster. An die 40 Besucher kamen zu der Veranstaltung, zu der die Initiative Südpfalz-Energie e.V. und die Energieagentur mit Unterstützung der BürgerAkademie der Bürgerstiftung Pfalz und der VG-Verwaltung Bad Bergzabern ins Stiftsgut Keysermühle nach Klingenmünster eingeladen hatten.

„Der Zubau von Photovoltaik (PV)-Anlagen  ist im letzten Jahr, im Vorfeld und nach der Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), gegenüber den fünf Jahren davor von durchschnittlich sechs auf 0,9 Gigawatt pro Jahr drastisch eingebrochen. Dieser 85prozentige Zubau-Rückgang hat uns dazu motiviert, eine PV-Offensive in der Südpfalz zu starten, damit diese so wichtige regenerative Energieform wieder den Stellenwert bekommt, den sie verdient hat“, so  Wolfgang Thiel, Vorsitzender der Initiative Südpfalz-Energie, bei der Einführung in den Vortragsabend.

In seinem Grußwort sicherte Hermann Bohrer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, seitens der Verwaltung seine Unterstützung für diese „Sonnen-Initiative“ zu.  "Wir wollen weg vom Atomstrom, hin zu regenerativen Energien. Deshalb werden wir unsere Anstrengungen in  unserer Verbandsgemeinde im Bereich der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden fortsetzen und darüber hinaus auch  Potenziale, wie z.B. Energiegewinnung aus Kläranlagen oder PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden zur Eigennutzung, weiter vorantreiben. Ziel ist es, die Natur zu erhalten und technische Fortschritte sinnvoll zu nutzen", so Bohrer.

„Im Rahmen der Aktion Unser Dorf spart Strom zeigen wir, wie das erste Ziel, nämlich die Halbierung der Stromkosten, erreicht werden kann. PV-Anlagen auf den Dächern von Einfamilienhäusern sind das zweite Ziel, um möglichst einen Großteil des Strombedarfs selbst zu decken“, informierte Oliver Decken, Regionalreferent Mittelhaardt & Südpfalz der Energieagentur, in seinem Vortrag „Die Sonne finanziert über mehr als 20 Jahre die Stromrechnung von Haushalten“. An Hand eines realistischen Beispiels demonstrierte  der Energieexperte den Teilnehmen, dass sich eine PV-Anlage, insbesondere bei der Eigenversorgung, trotz fallender Einspeisevergütung rechnet und damit eine Rendite erreicht wird, die mehr bringt als ein Sparbuch. In der Broschüre „Photovoltaik für Privathaushalte“ der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz können Details sowie eine Rendite-Rechnung nachgelesen werden.

Wolfgang Thiel berichtete in seinem Vortrag „Vergleich und Potenziale von PV-Anlagen“, dass die verbreitete Meinung, Ost-West-Dächer seien für PV-Anlagen nicht geeignet, eine Fehlinformation ist. In einer vergleichenden Untersuchung erbrachte er den Beweis: Ost-West-Anlagen erreichen einen Jahresertrag, der auf einen Wert von über 80 Prozent von Südanlagen kommt. Darüber hinaus haben Ost-West-Anlagen von Frühjahr bis Herbst eine längere Tagesverfügbarkeit als Süd-Anlagen, was sowohl privatwirtschaftliche als volkswirtschaftliche Vorteile bietet.
„Die Südpfalz ist, nicht nur was die Sonneneinstrahlung angeht, eine gesegnete Region. Wir decken bereits heute in der VG Bad Bergzabern mehr als 12 Prozent unseres Strombedarfs durch PV-Anlagen ab. Wenn wir unser technisches Potenzial an Sonnenenergie von unseren Dächern nur zu einem realistischen Wert von 30 Prozent nutzen würden, könnten wir in im Jahr 2020 unseren Strombedarf zu fast 50 Prozent abdecken, eine tolle Perspektive“, so der Energiefachmann Thiel.

Thomas Kärcher von den Pfalzwerken und Christian Müller von den Stadtwerken Bad Bergzabern unterstützen die PV-Offensive der Veranstalter und sicherten den Teilnehmern zu, dass neue PV-Anlagen von Einfamilienhäusern (< 10kWp) problemlos in die Ortsnetze integriert werden können.

Auch die Vertreter der örtlichen Finanzhäuser zeigten ihre Kooperationsbereitschaft.