01.09.2016

Nahwärmenetze als Chance für die "Wärmewende" - neue Konzepte und Ideen

Während in der Öffentlichkeit die Energiewende meist mit der Umgestaltung des Stromsektors assoziiert wird, liegen im Bereich der Wärmeversorgung die größeren CO2-Einsparpotenziale, denn: In den unterschiedlichen Verbrauchssektoren wird ein Großteil der Gesamtenergie für die Wärmeerzeugung verbraucht. Im Bereich Gewerbe/Handel/Dienstleistungen liegt der Anteil bei 75 Prozent, in privaten Haushalten gar bei über 90 Prozent. Das zeigt: Wollen wir den Klimazielen ein Stück näher kommen, sollten wir ein besonderes Augenmerk auf Effizienz- und Einsparpotenziale bei der Wärmeerzeugung legen.

(Die aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Wolfgang Thiel, des Vorsitzenden der Initiative Südpfalz-Energie e.V., nicht vor Ort gehaltene Einführung - stattdessen leitete Isa Scholtissek von der Energieagentur Rheinland-Pfalz ein - finden Sie hier zum Download: Leitet Herunterladen der Datei einEinführung Veranstaltung Klingenmünster)

Neben dem energetischen Sanieren älterer Gebäude bietet die Umstellung der Art der Wärmeversorgung einzelner Straßenzügen oder Stadtquartiere einen Ansatzpunkt für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Bei der Entwicklung gesamtheitlicher lokaler und regionaler Energiekonzepte wird die Errichtung von Nahwärmenetzen immer öfter in Erwägung gezogen. Welche Art von Nahwärmekonzepten jedoch an welcher Stelle sinnvoll sind und interessante Geschäftsmodelle für Kommunen bzw. Stadt- oder Gemeindewerke darstellen, muss in jedem Einzelfall genau betrachtet werden.

Um neue Konzepte und Ideen sowie unterschiedliche Betreibermodelle ging es bei einer Veranstaltung des Vereins Initative Südpfalz-Energie und der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Bürgerstiftung Pfalz am Mittwochabend in Klingenmünster. Mit Christoph Zeis von der Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe GmbH und Professor Thomas Giel von der Hochschule Mainz referierten zwei Experten aus Praxis und aus Forschung und Entwicklung über

- Leitet Herunterladen der Datei einKlimaschonende Nahwärme mit KWK und Erneuerbaren Energien (Christoph Zeis) und über

- Leitet Herunterladen der Datei einKalte Nahwärmenetze (Prof. Thomas Giel).

Christoph Zeis stellte zunächst "klassische" Nahwärmenetze und die Vorteile von Contracting-Modellen vor.

Besonders "Kalte Nahwärme" war den meisten Besuchern neu, obwohl, so Prof. Giel, dieses Konzept bereits vor zehn Jahren entwickelt und in Pilotprojekten realisiert wurde. Seit etwa zwei Jahren werde es nun sehr stark nachgefragt. In Neubaugebieten, die auch wegen der hohen Energieeffizienzstandards mit wenig Wärmeenergie auskommen, stellen klassische Nahwärmenetze keine finanzierbare Alternative mehr dar - lediglich in den Fällen, in denen etwa ein Schwimmbad mitzuheizen ist. Kalte Nahwärme hingegen wird aus Erdwärme (oberflächennaher Geothermie) gespeist, die Netze sind flexibel erweiterbar und im Vergleich zu "warmen" Nahwärmenetzen kostengünstig zu verlegen.

Für Kommunen, die sich mit der Planung von Nahwärmenetzen befassen, bietet auch der Öffnet externen Link in neuem FensterPraxisleitfaden Nahwärme der Energieagentur Rheinland-Pfalz Informationen bzw. einen "Wegweiser".