19.11.2015

„Mehr Fördermittel für kommunale Klimaschutzmaßnahmen nach Rheinland-Pfalz holen“

Die Beleuchtung einer Schulturnhalle komplett auf LED umgestellt und damit pro Jahr 25.500 Euro an Stromkosten eingespart – nicht nur dieses Beispiel aus der Praxis machte deutlich, weshalb es für Kommunen höchst sinnvoll ist, sich mit dem Thema Energieeffizienz in ihren Liegenschaften auseinanderzusetzen.

Etwa 40 kommunale Vertreter folgten der Einladung des Verbandes Metropolregion Rhein-Neckar, der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land und der Energieagentur Rheinland-Pfalz und informierten sich in Grünstadt über technische Möglichkeiten, praktische Vorgehensweisen und die Abwicklung von Fördermittelanträgen. Rheinland-Pfalz lag von 2008 bis 2014 mit 625 nach der Kommunal-richtlinie geförderten Klimaschutz-Projekten im Mittelfeld der Bundesländer – in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden jeweils ca. doppelt so viele Projekte bewilligt. „Der Bund stellt viele Fördergelder für Klimaschutzprojekte in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen bereit“, verdeutlichte Jan Bödeker von der Energieagentur den Veranstaltungsteilnehmern, „und da ist noch viel Luft nach oben, um Projekte umzusetzen und Bundesmittel nach Rheinland-Pfalz zu holen.“

Mit Berichten aus der Praxis zeigten Pascal Stocké und Fabienne Mittmann, Klimaschutzmanager in der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land und der Stadt Speyer, dass sich Investitionen in die Umrüstung von Beleuchtungstechnik in kommunalen Gebäuden rechnen. „Durch die deutlich verringerten Energiekosten amortisiert sich in der Schulturnhalle in Dirmstein die Investition in die Umrüstung auf LED-Beleuchtung von 33.400 Euro innerhalb von eineinhalb Jahren“, rechnet Pascal Stocké vor. „Zudem steigt die Lichtqualität“, berichtet er.

Angst vor zu großem Verwaltungsaufwand bei der Beantragung von Fördermitteln brauche man nicht zu haben, beschreibt Fabienne Mittmann aus ihrer Erfahrung. Speyer gilt als Vorreiter in Sachen kommunaler Klimaschutz in der Region. „ohne die Bundesfördermittel wären wir  nie und nimmer in der Lage gewesen, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.“ Für 19 kommunale Gebäude habe die Stadt Förderanträge gestellt und auch bewilligt bekommen, elf davon habe man inzwischen umgesetzt. Die Regelförderquote für Innen- und Hallenbeleuchtung in Kindertagesstätten, Schulen, Sportstätten oder Schwimmhallen beträgt 40 Prozent; finanzschwache Kommunen erhalten sogar bis zu 52 Prozent „Alleine durch die Stromeinsparung amortisieren sich die Investitionen schnell“, so Mittmann.

Potenziale und Stand der Technik bei LED-Innenbeleuchtung legte Fachmann Frank Werz aus Kaiserslautern dar. Tragfähige Lichtberechnungen und gute und realistische Garantiebedingungen seien wichtig, und für unterschiedliche Anwendungen seien die jeweils richtigen Lösungen zu finden.

Die Fördervoraussetzungen und Förderhöhen für investive Klimaschutzmaßnahmen bei der Innen- bzw. Hallenbeleuchtung stellte Jan Bödeker von der Energieagentur den kommunalen Mitarbeitern vor. Die Förderhöhen variieren je nach Nutzung der Gebäude zwischen 30 Prozent Regelförderung für Maßnahmen in allen öffentlichen Einrichtungen und bis zu 52 Prozent für Maßnahmen in Kindertagesstätten, Schulen, Sportstätten oder Schwimmhallen. „Bei Fragen rund um das Antragsprozedere unterstützen wir Sie jederzeit gerne“, betont Jan Bödeker.

„Mir wurde durch die Veranstaltung klar, dass zwingend ein Konzept notwendig ist, bevor ein Antrag eingereicht wird“, so Andreas Imanbaew von der Verbandsgemeinde. „Für mich ist auch verständlich geworden, dass Vieles in Sachen Klimaschutz möglich ist, wenn man sich direkt an die Entscheidungsträger bei den Fördermittelgebern wendet. Und nicht zuletzt ist hier ein sehr kompetentes Netzwerk geschaffen worden.“

Informationen zu diversen Förderprogrammen für Kommunen und Unternehmen finden sich auf der Internetseite der Energieagentur Rheinland-Pfalz unter www.energieagentur.rlp.de/service-info/foerderinformationen/